1. September 2020, 16:24
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Drohnen im Privateinsatz: Unversicherte Gefahren am Himmel

Eine Befragung des Insurtechs Helden.de zeigt, dass rund acht Prozent der Drohnen und somit rund 1,7 Millionen Flüge teilweise ohne vorgeschriebenen Versicherungsschutz geflogen werden. Positiv dagegen, dass die Piloten die Flugverbotszonen größtenteils beachten. 
Shutterstock 317600432 Drohne in Drohnen im Privateinsatz: Unversicherte Gefahren am Himmel

 
Die Nutzung von Drohnen im privaten Bereich hat in den vergangenen Jahren ebenso deutlich zugenommen. Eine vom Verband Unbemannte Luftfahrt 2019 durchgeführte Studie zeigt, dass zur Zeit rund 600.000 Drohnen privat genutzt werden und die Tendenz stark steigend ist. Im kommenden Jahr rechnet der Verband bereits mit fast 640.000 privat genutzten Drohnen in Deutschland.
 
Nach Ergebnissen einer aktuellen Umfragen des Insurtechs Helden.de, an der rund 3.000 Drohnenpiloten teilgenommen haben, fliegen in Deutschland jedoch fast acht Prozent mit ihrer Drohne ohne entsprechenden Versicherungsschutz – trotz klarer gesetzlicher Bestimmungen und Verordnungen.

Das macht hochgerechnet bei geschätzten rund 420.000 Drohnenpiloten, die ihre Drohne nach dem Umfrageergebnis im jährlichen Durchschnitt 50 Mal steigen lassen, rund 1,7 Millionen unversicherte Flüge pro Jahr. Nach dem Luftverkehrsgesetz (LuftVG) ist der Versicherungsschutz auch für Drohnen zwingend erforderlich – es handelt sich um eine Pflichtversicherung, ähnlich wie bei Kraftfahrzeugen.
 
Die Folgen können schwerwiegend sein, wenn kein Versicherungsschutz besteht: Wer kommt für den Schaden auf, den eine abgestürzte Drohne verursacht hat, insbesondere wenn Personen zu Schaden kommen? Dabei geht die Haftung und Schadenersatzpflicht des Drohnenpiloten sogar über eigenes Verschulden hinaus: Er haftet auch dann, wenn zum Beispiel eine Windböe seine Drohne erwischt und dadurch einen Schaden verursacht.

„Wer Drohnen steigen lässt, haftet über die sogenannte Gefährdungshaftung auch bei Unfällen, die er nicht verschuldet hat – und das in unbegrenzter Höhe“, sagt  Margareta Bösl, Schadenexpertin von den Universa Versicherungen

Gerade im privaten Gebrauch sei eine spezielle Drohnenversicherung aber oft nicht notwendig. Immer mehr Anbieter bieten in neueren Tarifen hierfür einen Einschluss innerhalb der Haftpflichtversicherung an.  Allerdings gibt es es hier – abhängig vom Tariftyp – Gewichtsobergrenzen. Bei Top-Tarifen fällt diese zwangsläufig höher aus, als bei den Einsteigertarifen.

Dagegen sind bei älteren Tarifen Drohnen häufig nicht mitversichert. Drohnenbesitzer sollten dies unbedingt prüfen, empfiehlt Bösl. Anderfalls drohen böse Überraschungen im Schadensfall

Aber es gibt auch positive Signale aus der Helden.de-Befragung: So zeigt ein Großteil der Drohnenbesitzer ein vorbildliches Verhalten auf: 90 Prozent der Befragten informieren sich durch entsprechende Apps über Flugverbotszonen und halten diese ein. Ein Drittel schätzt das eigene Wissen zu der geltenden Drohnenverordnung als gut oder sehr gut ein.

Nur zwei Prozent gaben an, nicht über die gesetzlichen Vorgaben informiert zu sein. Die gemeldete Anzahl der Behinderungen durch Drohnen im Luftraum ist laut Deutscher Flugsicherung im letzten Jahr um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 125 Zwischenfälle gesunken.

Für Drohnenpiloten gelten klare Vorschriften: Drohnen dürfen nur in Sichtweite und mit gültiger und geeigneter Haftpflichtversicherung betrieben werden. Unter anderem sind Abstände zu Menschen und Gebäuden, im Besonderen zu sensiblen Bereichen wie Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Menschenansammlungen und Flugplätzen einzuhalten. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder bis hin zu Strafanzeigen.

Foto:

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Versicherungen für wahre Freunde

Die Coronazeit sorgt dafür, dass sich immer mehr Deutsche ein Haustier anschaffen. Doch während Mäuse, Hamster, Katzen oder Kanninchen in der privaten Haftpflicht mitversichert sind, gilt es bei einem Hund versicherungsseitig einiges zu beachten. Sonst wird es teurer.

mehr ...

Immobilien

Mehr Klimaschutz beim Wohnen geht nur mit fairer Kostenverteilung

„Deutschland wird die Klimaziele beim Wohnen nur dann erreichen können, wenn bei allen Maßnahmen drei Grundprinzipien befolgt werden: Energieerzeugung vor Ort im Wohnviertel muss endlich für alle ermöglicht werden. Es ist wirksame staatliche Zuschussförderung notwendig und die Kosten müssen gerecht zwischen Vermietern und Mietern verteilt werden“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

mehr ...

Investmentfonds

Ex-Wirecard-Chef Braun bleibt in Haft

Nach dem Bilanzskandal beim insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard bleibt der frühere Vorstandschef Markus Braun vorerst in Untersuchungshaft.

mehr ...

Berater

Börsenboom treibt Geldvermögen: Stärkster Anstieg seit 2005

Boomende Aktienmärkte haben 2019 das Vermögen der Menschen rund um den Globus nach Berechnungen der Allianz in Summe kräftig steigen lassen. Weltweit habe das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte zum Vorjahr um 9,7 Prozent auf 192 Billionen Euro zugelegt.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Negative Zinsen auch im Immobilienbereich nicht mehr ausgeschlossen”

Die Perspektiven für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sind günstig, auch wegen der weiter gesunkenen Zinsen. Dieses Bild zeichnete Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) anlässlich einer Online-Konferenz der Project Unternehmensgruppe. 

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...