12. Oktober 2020, 15:25
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Ergo Risiko-Report 2020 Extra: Corona verändert Risikowahrnehmung signifikant 

Seit 2018 untersucht die Ergo im Risiko-Report, wie es um die Risikokompetenz und Eigenverantwortung der Deutschen bestellt ist. In einer Sonderbefragung hat der Versicherer nun 1.000 Deutsche ab 18 Jahren gefragt, welche Sorgen und Hoffnungen die Deutschen in diesen besonderen Zeiten umtreiben.

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Die Sorgen und Hoffnungen der Deutschen: Corona treibt die Digitalisierung voran und zeigt den Menschen gleichzeitig ihre Verwundbarkeit.

Die aktuelle repräsentative Ergo-Umfrage, Mitte September 2020 durchgeführt vom unabhängigen Marktforschungsinstitut „Heute und Morgen”, macht deutlich: Die Corona-Krise hat die Wahrnehmung von Risiken und Chancen stark verändert. Zum anderern hat sie aber auch die Offenheit der Deutschen gegenüber digitalen Innovationen gefördert.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Furcht vor Virus-Epedemien generell zunimmt. Insbesondere steigt aber die Angst vor einer neuen Corona-Welle im kommenden Jahr. Die größte Zukunftsangst ist allerdings die Furcht vor einer schweren Erkrankung.

Im Corona-Jahr hat sich diese Angst im Vergleich zum Vorjahr noch einmal verstärkt (40 Prozent vs. 2019: 35 Prozent). Auch dass sich das erwartete Risiko, in den nächsten Jahren „Opfer einer Virusepidemie zu werden“, fast verdoppelte (30 Prozent vs. 2019: 16 Prozent) zeigt, wie stark Corona die öffentliche Wahrnehmung von zukünftigen Risiken verändert hat.

Erstmals gefragt hat der Versicherer in der Extra-Ausgabe des Risiko-Reports nach Sorgen und Chancen in explizitem Bezug zur Corona-Krise: Sechs von zehn Deutschen sorgen sich vor einer weiteren Welle in 2021 (60 Prozent).

Mit Blick auf die Corona-Pandemie ist für knapp jeden vierten Deutschen das Risiko der eigenen Erkrankung an Corona die größte Angst (23 Prozent). Daher verwundert es kaum, dass „medizinischer Fortschritt“ auch 2020 der größte Hoffnungsträger der Deutschen für die Zukunft bleibt (50 Prozent vs. 2019: 48 Prozent).

Auch zeigt sich, dass in 2020 die medizinischen Kompetenzen geschult wurden: Der Großteil der Deutschen (89 Prozent) gibt die Bedeutung der Reproduktionszahl R richtig an. Hinsichtlich Abbildungszeitraum und möglichem Ansteckungsausmaß bestehen jedoch noch Wissenslücken (49 Prozent bzw. 42 Prozent).

Auch auf Freizeitaktivitäten der Deutschen hat die Corona-Pandemie einen signifikanten Einfluss. Besuche von Kulturveranstaltungen, Kinovorführungen und Bars sowie Urlaubsreisen werden aktuell vermieden. Langfristig werden sich Kinos, Kneipen, Bars, Fitnessstudios auf rund 25 Prozent weniger Kundschaft einrichten müssen. Und auch der öffentliche Nahverkehr dürfte in Zukunft einen Rückgang von rund 20 Prozent zu verzeichnen haben. Andererseit sehen 28 Prozent der Menschen hierzulande die Pandemie aber auch als Chance für die Umwelt.

 In Bezug auf die Digitalisierung allgemein beurteilen die Deutschen weiterhin den Identitätsdiebstahl (53 Prozent vs. 2019: 50 Prozent) und Verlust des Datenschutzes (49 Prozent vs. 2019: 48 Prozent) als größte Gefahren.

Neu gefragt wurde in diesem Jahr nach den Einstellungen zur Corona-Warn-App.  Hier zeigt sich, dass diese von 38 Prozent genutzt wird. Insbesondere junge Mensch bis 30 Jahre (48 Prozent) und Besserverdiende (51 Prozent) haben die App häufig installiert.

Ein Teil der Nicht-Nutzer würde jedoch erwägen, die App bei ansteigenden Infektionszahlen (18 Prozent) oder besseren Informationen zur Funktionsweise der App oder zum Datenschutz (16 Prozent) auf dem Smartphone zu installieren. Rund jeder vierte Befragte (27 Prozent) lehnt die Nutzung der App grundsätzlich ab.

Sprachassistent schlägt Mensch

Auch die Einstellungen zu weiteren technologischen Innovationen wurden erstmals abgefragt. Überraschend: Sechs von zehn Befragten würden sich am Telefon bei der Wahl zwischen einem Menschen und einem Sprachassistenten für den Sprachassistenten entscheiden. Zudem geben mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) an, einen Online-Abschluss von Versicherungen für wichtig zu erachten, für jeden Vierten (24 Prozent) ist dies sogar ein Muss.

„Die Corona-Pandemie ist ein starker Digitalisierungstreiber und wird zu nachhaltigen Veränderungen führen“, erläutert Mark Klein, Chief Digital Officer der Ergo die Ergebnisse. „Das gilt für die Akzeptanz der Nutzer, aber auch für die Umsetzungsgeschwindigkeit bei den deutschen Unternehmen. Diese gemeinsamen Fortschritte werden uns helfen, gestärkt aus der aktuellen Krise herauszugehen.“  (dr)

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