2. Juli 2020, 09:28
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„Es ist eine riesige Welle, die uns dort erfasst“

Sehen Sie in der Corona-Pandemie eigentlich auch den Brandbeschleuniger in Sachen Digitalisierung. So hatte es Getsafe-Gründer Christian Wiens kürzlich formuliert.

Adelt: Ich mag das Wort Brandbeschleuniger nicht. Aber ich glaube schon, dass das Tempo der technologischen Zeitenwende, die wir gerade erleben, zunehmen wird. Wenn man etwa beobachtet, wie viele Menschen digitale Produkte oder Plattformen ausprobieren.

Wir erleben, wie selbstverständlich die Nutzung von digitalen Produkten wird. Da findet gerade ein Umdenken statt. Das Brutale daran ist, dass nicht Firmen diesen Wandel steuern, sondern der Impuls vom Kunden kommt.

Was verändert sich derzeit im Anspruchsdenken der Kunden?

Adelt: Versicherungen machen den Menschen keinen Spaß. Aber man muss sich darum kümmern, wie um eine Steuererklärung. Wir haben mehr als 200.000 Kunden. Was wir bei uns feststellen, und das haben auch die Befragungen gezeigt, ist, dass Viele keine Lust mehr auf traditionelle Wege haben.

Nicht wenige empfinden den Besuch des Vertreters als Stress. Viele haben, wenn sie an Versicherungen denken, ein schlechtes Gefühl. Was vor allem daran liegt, dass sie glauben, den Prozess nicht ausreichend in der eigenen Hand zu haben. Wir haben das umgedreht. Man kann viel selbst steuern und hat hohe Transparenz.

Vor allem aber kann der Kunde entscheiden, wann er Hilfe benötigt und mit uns in Kontakt treten will. Wir haben 160 Versicherer auf unserer Plattform und zehntausende von Tarifen. Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Komplexität herauszunehmen und das Ganze zu ordnen. Wird etwas nicht verstanden, kann man über den Messenger nachfragen.

Aufklärung zu geben und bestehende Fakten übersichtlich darzustellen, dass ist der Vorteil unserer App. Die Hürden, Fragen zu stellen, sind für unsere Kunden sehr niedrig. Das gibt dem Kunden im Ergebnis ein gutes Gefühl.

Welche Chancen sehen Sie in Financial Homes?

Adelt: Alles aus einer Hand. Der Gedanke klingt gut. Aber ich kann es mir nur schwer vorstellen, dass es den einen Spezialisten für alles gibt, der die Kompetenz hat, von A bis Z, jedes Vertical mit hoher Fachkompetenz anzubieten.

Ich würde meine Altersvorsorge zum Beispiel nicht über eine Vergleichsplattform gestalten lassen. Für einen Ratenkredit mag das aber durchaus funktionieren. Die Idee klingt spannend. Ich glaube aber nicht, dass sich das in den kommenden Jahren durchsetzen wird.

Und wie wird sich der Markt entwickeln?

Adelt: Vor fünf Jahren haben wir uns gegründet. Unsere Marschrichtung ist, dass wir in fünf Jahren größter Versicherungsmakler in Europa sein wollen. Das ist unsere Vision.

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1 Kommentar

  1. Nett, Alles hat seine Daseinsberechtigung, allerdings haben wir bisher JEDEN ! Kunden, der versehentlich an “clark” geraten ist, zurückgeholt. Ein kompetenter Berater, der ehrlich und vertrauensvoll ist und über eine langjährige Berufserfahrung in allen Sparten verfügt, ist durch digitale Anbieter, die Masse statt Klasse vertreiben, nicht zu ersetzen. Aber davon gibt es leider viel zu wenige.

    Kommentar von Nils Fischer — 3. Juli 2020 @ 10:09

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