13. Oktober 2020, 18:24
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ESG: Neuer Leitfaden unterstützt Vermittler bei der Beratung

Die Themen Nachhaltigkeit und ESG sind allgegenwärtig. Die Politik und die Finanzbranche arbeiten gleichermaßen daran, die Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage zu verbessern. So soll beispielsweise die Transparenz nachhaltiger Produkte und der Beratung dazu gefördert werden. Viele Vermittler fragen sich, was das ganz praktisch für ihre Beratungstätigkeit bedeutet?

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Per Protoschill, Stuttgarter Versicherung

Der neue Beratungsleitfaden für Vermittler „Nachhaltigkeit und ESG-Kriterien von Lebensversicherungsprodukten“ von Per Protoschill gibt Antworten auf zentrale Fragen. Der Leitfaden erscheint am 28. Oktober 2020 im Verlag Versicherungswirtschaft.

„Was können Vermittler und Berater heute schon tun, um sich auf die kommenden gesetzlichen Vorgaben zum Thema Nachhaltigkeit vorzubereiten?“ Diese Frage hat Protoschil beruflich wie privat stark beschäftigt. So ist das Thema in den Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Seminararbeit gerückt, die er im Rahmen seines Studiums zum Betriebswirt betriebliche Altersversorgung (FH) beim Campus Institut verfasst hat. Sie ist nun für eine größere Öffentlichkeit zugänglich. Per Protoschill ist Leiter Vertriebsunterstützung betriebliche Altersversorgung bei der Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH. Die Stuttgarter gehört mit dem Produkt GrüneRente seit 2013 zu den Pionieren der nachhaltigen Altersvorsorge.

Von der Theorie zur praktischen Unterstützung für die Beratung

Bei der Umsetzung früherer Gesetzesvorgaben, wie zum Beispiel der Insurance Distribution Directive (IDD), sahen sich Berater und Vermittler mit damals neuen Vorgaben konfrontiert. Deren Umsetzung im Detail war zum Zeitpunkt des Inkrafttretens noch nicht vollständig ausformuliert. Dies war für Protoschill Motivation für die Arbeit: „Es war mir wichtig, aus den stark technischen Formulierungen eine praktische Umsetzung für die Beratung zu skizzieren. Neben der Analyse der Transparenz-Verordnung war dazu auch eine Einordnung anderer, flankierender Regelungen wie beispielsweise die Taxonomie-Verordnung in den Gesamtkontext erforderlich“. „Die gute Abstimmung mit dem betreuenden Gutachter und die Leitung des Studiengangs haben mich sehr bei meinen Überlegungen unterstützt. Dies war die Voraussetzung dafür, eine Skizze für die mögliche Umsetzung in der Beratung zu entwickeln“, führt Per Protoschill weiter aus.

Transparenz-Verordnung gibt ab März 2012 neue Regeln für die Beratung vor

Ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung von Finanzprodukten und der Beratung dazu ist die Transparenz-Verordnung 2019/2088 der Europäischen Union. Dass diese Verordnung bereits seit 2019 in Kraft getreten ist, ist weiten Teilen der Öffentlichkeit bisher unbekannt.

Fakt ist: Sowohl Produktanbieter als auch Finanzberater sind verpflichtet, die Verordnung spätestens ab 10. März 2021 anzuwenden. Wenn bereits heute klar ist, dass in wenigen Monaten die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in den Produkten und in der Kundenberatung transparent gemacht werden muss, können sich Beratende nicht früh genug darauf vorbereiten.

Ein Blick in den maßgeblichen Gesetzestext hinterlässt zum heutigen Zeitpunkt noch viele Fragen nach dem konkreten „Wie“. Detaillierungen zur Umsetzung in Formvon technischen Regulierungsstandards sind erst zum Jahresende angekündigt. Damit ist die Zeit für die Umsetzung knapp bemessen. Hier unterstützt der neue Leitfaden. Per Protoschill erklärt: „Die skizzierten Fragestellungen und Herangehensweisen unterstützen Vermittler und Berater dabei, die Anforderungen schnell und gut vorbereitet in die Praxis umzusetzen.“

Welche Fragen werden konkret beantwortet?

Wichtige Fragen, denen der Autor in seiner Arbeit nachgeht, sind zum Beispiel: Lohnt es, sich mit dem Thema zu beschäftigen? Was müssen Vermittler zukünftig in ihrer Beratung berücksichtigen? Was ändert sich dadurch im Beratungsprozess und in der Produktauswahl? In Form von Checklisten unterstützt der Leitfaden Vermittler, die sich auf die Bewertung und die Beratung zu nachhaltigen Vorsorgeprodukten vorbereiten wollen.

Warum sich die Beschäftigung mit dem Thema für Vermittler lohnt

Vermittler kommen am Thema Nachhaltigkeit nicht vorbei, denn Sie werden sich an die gesetzlichen Vorgaben halten müssen. Ein weiteres Argument, sich mit dem Thema frühzeitig zu befassen, ist: Der Markt für nachhaltige Kapitalanlagen entwickelt sich seit Jahren positiv. Untersuchungen zeigen, dass über alle Alters-und Einkommensgruppen hinweg ein hohes Interesse an nachhaltigen Produkten vorhanden ist. Das gilt für Lebensmittel und Bekleidung, und zunehmend auch für Finanzanlagen und Altersvorsorgeprodukte. Nicht zuletzt haben insbesondere institutionelle Anleger, wie zum Beispiel die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung, schon lange die Förderung nachhaltigen wirtschaftlichen Handelns besonders im Blick.

Über Per Protoschill

Per Protoschill ist Prokurist der Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH und dort seit 2014 als Leiter der Vertriebsunterstützung bAVtätig. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungskaufmann (IHK) schloss er berufsbegleitend den Studiengang zum Betriebswirt (VWA) und Bachelor of Arts (BA) ab. Mit seiner umfangreichen und langjährigen Erfahrung im Innen- und Außendienst war er vorher in verschiedenen Funktionen für die Bereiche der betrieblichen Altersversorgung, den Maklervertrieb sowie die Qualifizierung von Maklern und Maklerbetreuern bei der Allianz verantwortlich. Für die Duale Hochschule Baden-Württemberg lehrt er zusätzlich im Studiengang für BWL Versicherungen das Management von Maklerbetrieben.

Foto: Shutterstock, Campus Institut

 

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