1. September 2020, 08:33
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Euro-Versicherer schlagen bei Investmentfonds zu

Die Europäische Zentralbank hat ihre Statistik zur Entwicklung der Geschäftstätigkeit der Versicherungsgesellschaften im Euroraum im zweiten Quartal 2020 veröffentlicht.

Analysebogen in Euro-Versicherer schlagen bei Investmentfonds zu

Die gesamten von Versicherungsgesellschaften im Euroraum gehaltenen Aktiva erhöhten sich im zweiten Quartal 2020 auf 8 721 Milliarden Euro, verglichen mit 8 442 Milliarden Euro im vorangegangenen Vierteljahr. Schuldverschreibungen machten im Berichtsquartal einen Anteil von 40,9 % der gesamten Aktiva dieses Sektors aus. Der zweitgrößte Anteil an den Gesamtaktiva entfiel auf Investmentfondsanteile (26,3 %), gefolgt von Aktien, sonstigen Dividendenwerten und Beteiligungen (10,4 %) sowie Krediten (7,3 %).

Der Bestand an Schuldverschreibungen wuchs von 3 476 Milliarden Euro am Ende des Vorquartals auf 3 568 Milliarden Euro am Ende des Berichtsquartals (siehe Abbildung 1). Der Nettoerwerb von Schuldverschreibungen belief sich im zweiten Quartal 2020 auf 15 Milliarden Euro; Preisänderungen und sonstige Veränderungen schlugen mit 77 Milliareden Euro zu Buche. Die Jahreswachstumsrate der gehaltenen Schuldverschreibungen lag unterdessen bei 1,4 %.

Eine Aufschlüsselung nach Emittentengruppen ergab für das zweite Quartal2020 eine Jahreswachstumsrate der von öffentlichen Haushalten im Euroraum begebenen Schuldverschreibungen von 0,0 %; die entsprechenden Nettoverkäufe beliefen sich im genannten Zeitraum auf 5 Milliarden. Bei den vom privaten Sektor begebenen Schuldverschreibungen lag die jährliche Wachstumsrate bei 2,9 %, und die vierteljährlichen Nettokäufe betrugen 18 Milliarden Euro Die von Ansässigen außerhalb des Euroraums begebenen Schuldverschreibungen verzeichneten eine jährliche Zuwachsrate von 2,3% bei vierteljährlichen Nettokäufen von 2 Milliarden Euro.

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Was die von Versicherungsgesellschaften gehaltenen Investmentfondsanteile betrifft, so erhöhte sich deren Bestand im zweiten Quartal 2020 auf 2 296 Milliarden Euro (nach 2 167 Mrd € im Vorquartal) bei einem Nettoerwerb von 11 Milliarden Euro; Preisänderungen und sonstige Veränderungen wurden auf 119 Milliarden Euro beziffert (siehe Abbildung 2). Die entsprechende Jahreswachstumsrate belief sich im Berichtsquartal auf 3,9 %.

Die jährliche Zuwachsrate der von Versicherungsgesellschaften gehaltenen Geldmarktfondsanteile aus dem Euroraum lag im zweiten Quartal 2020 bei −14,0 %, wobei der Nettoverkauf mit 12 Milliarden Euro zu Buche schlug. Bei den Beständen an Investmentfondsanteilen (ohne Geldmarktfonds) aus dem Eurogebiet betrug die Jahreswachstumsrate 5,2 % bei vierteljährlichen Nettokäufen von 24 Milliarden Euro. Für die von Gebietsfremden begebenen Investmentfondsanteile wurden eine jährliche Zuwachsrate von 5,3 % und vierteljährliche Nettoverkäufe von 1 Milliarde Euro verzeichnet.

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Was die wichtigsten Passiva betrifft, so beliefen sich die gesamten versicherungstechnischen Rückstellungen der Versicherungsgesellschaften im zweiten Quartal 2020 auf 6 647 Milliarden Euro nach 6 407 Milliarden Euro im ersten Quartal 2020 (siehe Anhang). Davon waren 90,6 % den versicherungstechnischen Rückstellungen im Bereich Leben zuzuschreiben. Vom Gesamtbetrag der Lebensversicherungs- rückstellungen entfielen 1 248 Milliarden Euro bzw. 20,7 % auf fondsgebundene Produkte.

Künftig wird diese statistische Pressemitteilung auch jährliche Daten zu den gebuchten Beiträgen, den Aufwendungen für Versicherungsfälle und den Abschlusskosten der Versicherungsgesellschaften im Euroraum bereitstellen, die sich auf deren Ertragslage auswirken. Die gebuchten Beiträge stiegen 2019 insgesamt auf 1 127 Milliarden Euro (dies entspricht einem Anteil von 18,9 % an den gesamten Ende 2018 bestehenden versicherungstechnischen Rückstellungen), verglichen mit 1053 Milliarden Euro im Jahr 2018 (17,5 %). Im gleichen Zeitraum stiegen die Aufwendungen für Versicherungsfälle von 773 Milliarden Euro (12,8 %) auf 822 Milliarden Euro (13,8 %), und die Abschlusskosten erhöhten sich von 106 Milliarden Euro (1,8 %) auf 116 Milliarden Euro (1,9 %).

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