28. April 2020, 14:53
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Getsafe startet mit digitaler Unfallversicherung und plant Einstieg in LV-Segment

Das Heidelberger Insurtech Getsafe erweitert sein Produktportfolio und bringt eine digitale Unfallversicherung auf den Markt. Abschließen lässt sich das digitale Produkte über die App von Getsafe. Zudem kündigt das Insurtech an, mit einem eigenen Produktangebot in den Lebensversicherungsmarkt einzusteigen.

Christian Sitting Couch in Getsafe startet mit digitaler Unfallversicherung und plant Einstieg in LV-Segment

Getsafe-Gründer und CEO Christian Wiens

 
“Skeptiker glauben, dass Menschen nur austauschbare, leichte Versicherungen im Sachbereich online abschließen. Mit unserer digitalen Unfallversicherung treten wir den Gegenbeweis an. Versicherung soll Spaß machen – das gilt auch für erklärungsbedürftige Produkte wie die Unfallversicherung”, sagt Getsafe-Gründer und CEO Christian Wiens.
 
Mit wenigen Klicks könnten Kunden die Versicherung auf dem Smartphone abschließen, anpassen oder einen Schaden melden, so Wiens. Die Getsafe-App steht den Kunden im 365/7/24-Modus zur Verfügung und ermögliche ein Echtzeitanpassung des Versicherungsschutz.
 
Bereits wenige Wochen zuvor hatte Getsafe sein Produktportfolio um eine digitale Hundehalter-Haftpflichtversicherung erweitert. In den kommenden Monaten wird Getsafe weitere Sachversicherungen auf den Markt bringen. In den Bereich Lebensversicherung will das Unternehmen bis Ende des Jahres mit einem eigenen Produktangebot einsteigen.
 
Die Covid-19 Pandemie beeinträchtigt das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht – im Gegenteil. Der März war mit über 10.000 verkauften Policen der stärkste Monat in der Firmengeschichte; der April könnte diese Zahl noch übertreffen, so Wiens.
 
“Die gegenwärtigen Umstände verlangen von uns, möglichst alles von Zuhause aus zu erledigen. Eine Versicherung über das Smartphone abschließen war vor der Krise bequem, aktuell fast schon geboten. Das Versicherungsgeschäft wird sich ins Digitale verlagern.”
 
Schon heute wächst das Insurtech nach eigenen Angaben in der Gruppe der Versicherungserstkäufer in absoluten Zahlen schneller als traditionelle Versicherer und habe dort einen Marktanteil von fast zehn Prozent. Bislang pricht Getsafe insbesondere Menschen zwischen 20 und 35 Jahren an. Doch die Coronakrise könnte das ändern, glaubt Wiens. “Die Menschen lernen jetzt, dass sie Versicherungen online kaufen können – ebenso wie sie Waren oder Essen online bestellen. Das haben sich vor Corona vor allem junge Leute zu Nutze gemacht.”
 
Insofern zeigt sich Getsafe optimistisch. Die Notwendigkeit, Prozesse zu digitalisieren und neuen Kundenerwartungen gerecht zu werden, gebe es nicht erst seit der Corona-Pandemie. Nun würden sich die Vorzüge eines digitalen Geschäftsmodells zeigen.
 
Realistisches Szenario oder Utopie?
Erstmals gebe es die realistische Möglichkeit, ein globales Unternehmen im Versicherungsbereich zu gründen, bei dem der Vertrieb zu 100 Prozent digital stattfindet, zeigt sich der Getsafe-Gründer überzeugt: In fünf bis zehn Jahren werde nicht mehr von Insurtechs und traditionellen Versicherern gesprochen, sondern nur noch von technologiegetriebenen Versicherungsunternehmen. Getsafe soll nach den Vorstellung Wiens hier führend sein.
 
Im Februar hat das Insurtech die Zulassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die Schaden- und Unfallversicherung beantragt. Ziel sei es, Produkte und Innovationen freier und schneller umsetzen. Anfang 2021 will Getsafe dann mit dem neuen digitalen Versicherer an den Start gehen.
 
Darüber hinaus verfolgt das Unternehmen einen Plattformansatz: Die selbst entwickelte Plattform ermöglicht es Getsafe, differenzierte Produkte für unterschiedliche Lebensphasen und Märkte unter einer starken Marke und mit einer konsistenten Nutzererfahrung zu bündeln. Auch mit der eigenen Lizenz wird Getsafe nach wie vor auch Produkte gemeinsam mit anderen Risikoträgern entwickeln, um seine Kunden umfassend zu schützen. (dr)
 
Foto: Getsafe
 

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