10. August 2020, 14:39
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Gewerbe versichern ganz ohne Makler? Münchener Insurtech bringt Versicherungsplattform für KKU

Die digitale Transformation bringt neue Anbieter auf dem Markt. Jetzt hat das bislang relativ unbekante Müncher Insurtech-Start-Up Insureq eine digitale Versicherungsplattform speziell für Klein- und Kleinstunternehmen (KKU)  sowie Selbstständige auf den Markt gebracht. Und will den Vertrieb von Gewerbeversicherungen damit vollständig digitalisieren.

Insurio Team Kleiner in Gewerbe versichern ganz ohne Makler? Münchener Insurtech bringt Versicherungsplattform für KKU

Das Gründer-Team von Insureq: Alexander Le Prince, Johannes Breulmann, Iven Schorr und Laibing Yang (v.l.n.r)

Der Großteil der Selbständigen und KKUs fühlt sich bei der Auswahl der für sie nötigen Versicherungen überfordert. Zu komplex sind die Angebote, zu viel Fachwissen wird vorausgesetzt. Eine Umfrage der FH Dortmund zeigt, dass beunruhigende 45 Prozent von ihnen aus diesem Grund tatsächlich unterversichert sind. Das Müncher  Insurtech-Start-Up Insureq will dies mit seiner digitalen Versicherungsplattform ändern.

Diese richtet sich speziell an Selbständige sowie Klein- und Kleinstunternehmen und adressiert gleich drei Herausforderungen, vor denen KKUs beim Thema Versicherungsabschluss stehen: intransparente, komplexe Angebote in Bezug auf Abdeckung und Preisgestaltung, vorgefertigte, generalisierte Leistungspakete sowie zeitaufwändige, analoge Prozesse.

Das Insurtech verspricht einen komplett digitalen Prozess, transparenten Kosten sowie auf die jeweilige Branche individuell zugeschnittene, leicht verständliche Paketen. Diese decken als praktische Allgefahren-Versicherungen sämtliche Aktivitäten, die innerhalb der jeweiligen Berufsgruppe üblich sind, automatisch ab. 

Der Vorteil soll dabei in einem durchgängig digitalen und intuitiven Anwendungsprozess liegen – von der Erstinformation über den Abschluss bis hin zur Verwaltung der Policen und Meldung eines Schadensfalls.

Ein großer Vorteil für potenzielle Versicherungsnehmer ist, dass sie das für sie passende Versicherungspaket einfach online kostengünstig und schnell abschließen können. Dazu benötigen sie weder Fachwissen noch einen Versicherungsberater, denn sie müssen vorab nicht bereits wissen, welche Versicherungen sie brauchen, betont Insureq. 

Über die Plattform könnten Interessent anhand eines leicht verständlichen Online-Tutorials eingeben, was ihre typischen, täglichen Aktivitäten sind und wie risikoaffin sie sind. Den Rest erledigt die Plattform automatisch und erstellt auf Basis der Antworten ein transparent aufgebautes Versicherungsangebot. Interessenten können den Prozess vom Tutorial bis hin zum individuell erstellten Angebot unverbindlich hier testen: Online-Berater

Über das Portal kann der Interessent dann das gewünschte Paket sofort online abschließen, sich alle wichtigen Dokumente downloaden sowie seine Police jederzeit verwalten. Von der Erstinformation bis zum erfolgreichen Abschluss braucht ein Versicherungsnehmer weniger als 10 Minuten. 

Branchenspezifische Versicherungspakete für KKUs 

Das Besondere der Versicherungspakete von Insureq ist, dass sie in Bezug auf Umfang und Zusammensetzung individuell auf den Arbeitsalltag des Versicherungsnehmers bzw. dessen Gewerbe ausgelegt sind. Dafür befasst sich Insureq eingehend mit jeder Branche, für die sie Versicherungen anbietet. Zu den ersten Berufsgruppen, die über die Plattform abdeckt werden, zählen Start-ups im Digitalbereich wie Software-as-a-Service-Anbieter oder E-Commerce-Shop-Betreiber sowie Berater und Freiberufler. Sukzessive sollen weitere Berufsgruppen folgen, etwa im Bereich Medien, Healthcare, stationärer Handel, Facility-Management sowie Kunstschaffende. 

Ein weiterer Pluspunkt sei das Versicherungspaket, betont der Anbieter: Es gibt im Schadensfall Klarheit darüber, was konkret von der Police abgedeckt ist, und was nicht. Die Haftpflichtversicherungen sind so genannte Allgefahren-Versicherungen, die sämtliche Aktivitäten abdecken, die in der jeweiligen Berufsgruppe üblich sind. Ebenso werden alle Policen leicht verständlich und kurz erklärt. Beides seien klare Vorteile gegenüber den üblicherweise komplizierten Versicherungspolicen traditioneller Versicherer. 

Nur zwei der zehn größten Versicherer bieten aktuell komplett digitale Policen an

Insureq wurde von Alexander Le Prince, Johannes Breulmann, Iven Schorr und Laibing Yang gegründet und arbeitet auf Versicherungsseite aktuell exklusiv mit dem internationalen Spezialversicherer Hiscox zusammen.

Co-Founder Alexander Le Prince über den Markteinstieg: „Wir sehen für den deutschen Markt ein sehr großes Potenzial im Marktsegment der KKUs und Selbständigen. Aktuell bieten nur zwei der zehn größten Versicherer in Deutschland ihre Policen komplett digital an. Und das obwohl laut einer Umfrage von PwC über 40 Prozent der KKUs gerne online abschließen würden. An diese potenziellen Versicherungsnehmer richtet sich unser Angebot, das aktuell nur wir in dieser Form bieten.“

„Wir freuen uns über den Start der Kooperation“, ergänzt Moritz Assenmacher, Underwriter & Partnerships Manager bei Hiscox Deutschland. „Besonders spannend finden wir bei dieser Kooperation den Fokus auf Kleinstunternehmen. Durch den besonderen Zugang zu dieser Zielgruppe und die smarten technischen Lösungen von insureQ sehen auch wir großes Potential bei der Zusammenarbeit. Als Versicherer der Digitalwirtschaft bieten wir weitgehende Deckungen an, welche exakt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Somit ergänzen sich insureQ und Hiscox durch ihren klaren Bezug auf dieselbe Zielgruppe in Verbindung mit innovativen und digitalen Lösungen.“

Die ersten beiden Kooperationspartner sind bereits mit an Bord

Insureq kooperiert bereits mit dem Fintech-Unternehmen Vanta und der Online-Plattform freelance.de. “Im Gewerbeversicherungsmarkt sehen wir einen klaren Trend hin zu digitalen Ökosystemen, die Kunden einen größeren Mehrwert bieten als Stand-alone-Lösungen. Deshalb setzt insureQ verstärkt auf Partnerschaften”, erläutert Le Prince. Dank der technisch hochentwickelten Plattform könne man Versicherungen nahtlos in die Partnersysteme integrieren und als einen komplementären Service für ihre bestehenden Produkte anbieten, so LePrince weiter.  (dr)

Foto: Insureq

1 Kommentar

  1. Nett, aber wissen wir doch, das gerade Klein- und Kleinstunternehmer persönliche Beratung BENÖTIGEN, weil oft mehrere Gewerbe nebeneinander ausgeübt werden. Und hier muss der Berater mindestens ! einmal im Jahr nachhören und nacharbeiten. Aber, wir werden sehen.

    Kommentar von Nils Fischer — 12. August 2020 @ 12:09

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