21. September 2020, 15:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Grüne wollen Marktmacht der großen Wirtschaftsprüfer aufbrechen

Die Grünen wollen die Marktmacht der vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aufbrechen. Die finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Lisa Paus, sagte, öffentliche Aufträge müssten auch an mittelständische Wirtschaftsprüfer gehen. Außerdem forderte sie eine strikte Trennung von Beratung und Wirtschaftsprüfung.

219934474 in Grüne wollen Marktmacht der großen Wirtschaftsprüfer aufbrechen

Die finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Lisa Paus

Die Bundesregierung hat in den vergangenen fünf Jahren an die vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Staatsaufträge in Höhe von 400 Millionen Euro vergeben, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Grünen-Anfrage hervorgeht.

Zu den vier großen Gesellschaften gehört auch EY. EY hatte Jahresbilanzen beim Zahlungsabwickler Wirecard seit 2009 geprüft und testiert. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte kritisiert, dies sei nicht begreifbar. Scholz und Justizministerin Christine Lambrecht (beide SPD) hatten angesichts des Wirecard-Skandals eine Reform auch der Wirtschaftsprüfung angekündigt.

Mit einer besseren Regulierung der Wirtschaftsprüfung in Deutschland wäre der Fall Wirecard vermutlich so nicht geschehen, so die Grünen. Dazu komme das Problem der Interessenkonflikte, die eine kritische und ernsthafte Prüfung erschwerten. Paus kündigte an, die Grünen wollten eigene Reformvorschläge vorlegen. “Die vier großen Wirtschaftsprüfergesellschaften haben ein Oligopol – das muss aufgebrochen werden.” So solle überlegt werden, ob ein Testat bei großen Firmen von zwei unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften abgegeben werden müsse. Davon würden auch kleinere Prüfgesellschaften jenseits der “Big Four” profitieren.

Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro

Im Juni hatte der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wirecard seit 2015 Scheingewinne auswies und ermittelt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs.

Ein Untersuchungsausschuss des Bundestags soll klären, inwiefern die Bundesregierung sowie Behörden über Vorkommnisse bei Wirecard informiert waren und inwiefern sie ihren finanzaufsichtlichen, geldwäscheaufsichtlichen sowie steuerrechtlichen Pflichten im Hinblick auf den Wirecard-Konzern nachgekommen sind. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Pensionskassen: Mit Volldampf in den Untergang?

Der Niedrigzins beschäftigt Pensionskassen seit 10 Jahren. Diese Entwicklung nimmt durch die Corona-Krise weiter an Fahrt auf. Arbeitgeber sollten jetzt Risiken evaluieren und Handlungsoptionen prüfen, meint das Beratungshaus auxilion.

mehr ...

Immobilien

Miete oft höher als 30 Prozent des Einkommens

Zwei Drittel der Wohnungssuchenden bereit, mehr für Miete zu zahlen als empfohlen Eine Faustregel lautet: Die Kaltmiete einer Wohnung sollte nicht höher als 30 Prozent des Nettoeinkommens des Mieters sein.

mehr ...

Investmentfonds

Wasserstoff-Durchbruch in Sicht?

Wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, zeichneten sich im Bereich der Wasserstoff-Technologie zuletzt zahlreiche Fortschritte ab. Wird Wasserstoff jetzt auch für PKWs nutzbar?

mehr ...

Berater

Die unbequeme Wahrheit über Erfolg in der Selbstständigkeit

Wenn Sie als selbstständiger Finanzdienstleister sich wirklich von der Konkurrenz abheben und zu den besten gehören möchten, dann geht das nur außerhalb der Komfortzone. Gastbeitrag von Trainer und Berater Dieter Kiwus

mehr ...

Sachwertanlagen

Finexity bringt dritten digitalen “Club-Deal”

Das Fintech Finexity AG erweitert sein “Club-Deal”-Angebot um ein Neubauprojekt in Hamburg. Das Projekt ist mit einem Volumen von über acht Millionen Euro das bisher größte im Portfolio des Hamburger Unternehmens und steht Investoren mit Anlagesummen ab 100.000 Euro offen.

mehr ...

Recht

Hälfte der Steuerzahler will Soli-Ersparnis zurücklegen

Mehr als die Hälfte der Steuerzahler, die im kommenden Jahr durch den Wegfall des Solidaritätszuschlags mit einer Entlastung rechnen, will das zusätzliche Nettoeinkommen zurücklegen. Das ergab die jüngste Umfrage im Deutschland-Trend des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), die von INSA Consulere im Auftrag des DIA durchgeführt worden ist.

mehr ...