2. Juli 2020, 17:08
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Grundrente: Wer sie bekommt und wie sie berechnet wird

Pflegekräfte, Lkw-Fahrer, Reinigungskräfte oder die Erzieherinnen in der Kita gehören oft zu den Leistungsträgern unserer Gesellschaft. Um ihnen eine angemessene Altersversorgung zu garantieren, hat die GroKo die Grundrente nun durch den Bundestag gebracht. Was das für die Bezieher von Minirenten bedeutet.

109999348 in Grundrente: Wer sie bekommt und wie sie berechnet wird

Wer bekommt die neue Grundrente?

Nach ersten Einschätzungen kommen rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland in den Genuss der neuen Grundrenten-Regelungen. Vor allem Frauen, die hart gearbeitet, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt haben, sollen laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil von der Grundrente profitieren.

Geringverdiener sollen nach 33 Jahren an Grundrentenzeiten einen Zuschlag auf die Rente bekommen, der ab 35 Jahren die volle Höhe erreicht. Grundrentenzeiten entstehen nicht nur durch die Zahlung von Pflichtbeiträgen aus Berufstätigkeit, sondern ganz bewusst auch aus Beitragszeiten für Kindererziehung und Pflege von Angehörigen.

Daher werden etwa 70 Prozent der Nutznießer Frauen sein. Außerdem soll die Grundrente so zielgenau wie möglich ausgestaltet werden. Deshalb findet eine automatisierte Einkommensprüfung statt. Das hat einen großen Vorteil laut Experten der Arag Versicherungen ist, dass die Grundrente nicht extra beantragt werden muss.

Wie berechnet sich die Grundrente?

Es werden ganz einfach die Entgeltpunkte aufgewertet, mit denen die gesetzliche Rente insgesamt errechnet wird. Ein Durchschnittsverdiener bekommt pro Jahr einen solchen Punkt. Für jeden Punkt gibt es seit 1. Juli dieses Jahres im Westen 34,19 Euro Rente und im Osten 33,23 Euro Rente pro Monat.

Für die Zeiten mit nur geringen Rentenanwartschaften, die die Grundrente auslösen, werden die Entgeltpunkte erhöht: Nämlich für 35 Jahre auf das Doppelte des Durchschnittswerts der erworbenen Punkte; höchstens allerdings auf 0,8 Punkte.

Den vollen Aufschlag erhalten diejenigen, deren monatliches Einkommen als Rentner bei höchstens 1.250 Euro für Alleinstehende und 1.950 Euro für Eheleute liegt. Einkommen über dieser Grenze sollen zu 60 Prozent auf den Grundrentenzuschlag angerechnet werden; alles, was über einem Einkommen von 1.600 bzw. 2.300 Euro liegt, wird zu 100 Prozent angerechnet.

Wann kommt die Grundrente?
Nach dem Bundestag muss jetzt noch der Bundesrat der Grundrente zustimmen. Das Gesetz soll dann zum 1. Januar 2021 in Kraft treten.

Die Deutsche Rentenversicherung hatte allerdings schon früh zu Bedenken gegeben, dass die Einführung der neuen Leistung zum Jahresbeginn 2021 wegen des erheblichen Verwaltungsaufwandes schwierig werden könnte. Mit der Corona-Krise – viele Mitarbeiter sind im Homeoffice – wurden die Probleme nicht kleiner.

Jetzt schlägt auch die Regierung eine gestaffelte Einführung vor. Demnach würden anspruchsberechtigte Neurentner als erste die Grundrente erhalten. Wer bereits Altersrentner ist, wird allerdings bis Ende 2022 auf eine Auszahlung warten müssen. Die Grundrente wird dann aber rückwirkend gezahlt, so die Arag Experten. 

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Pensionskassen: Mit Volldampf in den Untergang?

Der Niedrigzins beschäftigt Pensionskassen seit 10 Jahren. Diese Entwicklung nimmt durch die Corona-Krise weiter an Fahrt auf. Arbeitgeber sollten jetzt Risiken evaluieren und Handlungsoptionen prüfen, meint das Beratungshaus auxilion.

mehr ...

Immobilien

Miete oft höher als 30 Prozent des Einkommens

Zwei Drittel der Wohnungssuchenden bereit, mehr für Miete zu zahlen als empfohlen Eine Faustregel lautet: Die Kaltmiete einer Wohnung sollte nicht höher als 30 Prozent des Nettoeinkommens des Mieters sein.

mehr ...

Investmentfonds

Wasserstoff-Durchbruch in Sicht?

Wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, zeichneten sich im Bereich der Wasserstoff-Technologie zuletzt zahlreiche Fortschritte ab. Wird Wasserstoff jetzt auch für PKWs nutzbar?

mehr ...

Berater

Die unbequeme Wahrheit über Erfolg in der Selbstständigkeit

Wenn Sie als selbstständiger Finanzdienstleister sich wirklich von der Konkurrenz abheben und zu den besten gehören möchten, dann geht das nur außerhalb der Komfortzone. Gastbeitrag von Trainer und Berater Dieter Kiwus

mehr ...

Sachwertanlagen

Finexity bringt dritten digitalen “Club-Deal”

Das Fintech Finexity AG erweitert sein “Club-Deal”-Angebot um ein Neubauprojekt in Hamburg. Das Projekt ist mit einem Volumen von über acht Millionen Euro das bisher größte im Portfolio des Hamburger Unternehmens und steht Investoren mit Anlagesummen ab 100.000 Euro offen.

mehr ...

Recht

Hälfte der Steuerzahler will Soli-Ersparnis zurücklegen

Mehr als die Hälfte der Steuerzahler, die im kommenden Jahr durch den Wegfall des Solidaritätszuschlags mit einer Entlastung rechnen, will das zusätzliche Nettoeinkommen zurücklegen. Das ergab die jüngste Umfrage im Deutschland-Trend des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), die von INSA Consulere im Auftrag des DIA durchgeführt worden ist.

mehr ...