7. Juli 2020, 14:26
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Hanse Merkur: “Herausragendes Neugeschäftswachstum in allen Vertriebswegen”

Die Hanse Merkur hat 2019 mit einem herausragenden Neugeschäftswachstum in allen Vertriebswegen abgeschlossen. Insbesondere die Geschäftsfelder Gesundheit und Pflege (plus 10,4 Prozent) sowie Risiko- und Altersvorsorge (plus 62,5 Prozent) hatten einen großen Anteil an diesem Ergebnis. Die Brutto-Beitragseinnahme  stieg um 11,7 Prozent beziehungsweise 238,8 Millionen Euro auf 2.288 Milliarden Euro.

 in Hanse Merkur: Herausragendes Neugeschäftswachstum in allen Vertriebswegen

Eberhard Sautter blickt auf ein herausragendes Geschäftsjahr 2019 zurück.

Auf Rekordniveau liegt der Brutto-Überschuss mit 383,3 Millionen Euro vor Steuern, Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) und Schwankungsrückstellung. Er verdreifachte sich in den vergangenen zehn Jahren und stieg im Berichtsjahr um 4,4 Prozent. Nach Steuern lag der Jahresüberschuss bei 98,6 Millionen Euro. Auf einem Rekordwert notiert auch das Konzern-Eigenkapital, das um 18,4 Prozent und damit erstmals um über 100 Millionen Euro (plus 107,1 Millionen Euro) auf 689,4 Millionen Euro erhöht werden konnte.

„Unser Unternehmen zeigt sich überaus solide und stark im Niedrigzinsumfeld“, sagte Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der Hanse Merkur, im Rahmen der Online-Bilanzpressekonferenz in Hamburg. Als Versicherungsverein sei eine starke Eigenkapitalbildung Garant für die langfristige Sicherheit aller Kundengelder und ein zentraler Faktor der Unternehmensstrategie.

Die solide Finanzausstattung ermögliche es uns auch, das starke Wachstum im mittlerweile 18. Jahr in Folge zu finanzieren. “Derzeit zeigt sich, dass die HanseMerkur durch den kontinuierlichen Ausbau ihrer Kapitalbasis auch für Krisensituationen wie die Corona-Pandemie bestens gerüstet ist”, so Sautter.

Der Bestand an Kapitalanlagen kratzt mit 9.786,9 Millionen Euro an der zehn Milliarden-Euro-Schwelle. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen lag in einem herausfordernden Marktumfeld bei überdurchschnittlichen vier Prozent (Branche: 3,3 Prozent). Das Kapitalanlageergebnis erreicht mit einem Plus von 29,3 Prozent den historischen Bestwert von 374,7 Millionen Euro.

Im Hauptgeschäftsfeld Gesundheit und Pflege stieg die Beitragseinnahme um sechs Prozent auf 1.632,3 Millionen Euro. Bei den Vollversicherten konnte der Versicherer als eines der wenigen Unternehmen einen Zuwachs vermelden. Über 7.700 Vollversicherte sind der zweithöchste Nettozugang in der privaten Krankenversicherung (PKV).

Dazu kamen über 14.300 Neukunden in den Ergänzungsversicherungen. Insgesamt sind erstmals über 1,5 Millionen Personen im Unternehmen krankenversichert. Seit Jahren ist die Beschwerdequote rückläufig und verzeichnet im Berichtsjahr trotz steigender Versichertenzahl nur noch 19 BaFin-Eingaben.

Im Geschäftsfeld Risiko und Altersvorsorge stiegen die Beitragseinnahmen wegen der signifikanten Erhöhung der Einmalbeiträge (plus 140,2 Millionen Euro) deutlich um 66,2 Prozent (Branche: plus 11,5 Prozent) und notierten bei 355 Millionen Euro.

Im Geschäftsfeld Reise und Freizeit bewegten sich die Beiträge mit 223,5 Millionen Euro (minus 0,4 Prozent) nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsfeld Schaden und Unfall wurden ein Prämienwachstum von 3,7 Prozent und eine Beitragseinnahme von 78,7 Millionen Euro erreicht.

Im Geschäftsfeld Asset Management verwaltete die HM Trust AG (HMT) ein Vermögen von 9,8 Milliarden Euro. Die Immobilientochter HanseMerkur Grundvermögen AG hat seit ihrer Gründung im Jahre 2014 mehr als 2,7 Mrd. Euro in Wohn- und Büroimmobilien investiert.

Der Kundenbestand der HanseMerkur stieg um rund 400.000 auf 10,8 Millionen Versicherte und konnte damit in den letzten zehn Jahren verdoppelt werden. Ende 2019 beschäftigte die Hanse Merkur Gruppe 2.177 Angestellte im Innen- und Außendienst sowie hauptberufliche Vermittler.

Die Corona-Pandemie drückte den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres ihren Stempel auf. Deshalb war es wichtig, stärker in Szenarien zu denken, um die richtigen Entscheidungen in einer Zeit der extremen Ungewissheit zu treffen.

Ein schnelles Umstellen aller Prozesse führte Dank eines hohen Digitalisierungsgrads im Service und in der Vertriebsarbeit zu keinen Produktivitätsabbrüchen. Ein erneut überdurchschnittliches Neugeschäftswachstum in der Kranken- (plus 21,7 Prozent) und der Lebensversicherung (plus 88,9 Prozent) sorgt für steigende Beiträge.

Ein starkes Wachstum verzeichnete das Hauptgeschäftsfeld Gesundheit und Pflege. Die Bruttobeiträge stiegen bei über 6.000 neuen Vollversicherten um 5,5 Prozent. In der Leistungsregulierung schlugen die Aufwendungen zur Behandlung an Covid-19 erkrankten Kunden bisher mit zusätzlich 1,1 Millionen Euro zu Buche.

Ein Beitragsplus von 155,1 Prozent verzeichnete das Geschäftsfeld Risiko- und Altersvorsorge, vornehmlich durch eine Ausweitung des Geschäfts mit Einmalbeiträgen.

Der Vertrieb von Sterbegeldpolicen legte um 25,7 Prozent zu. Die Ergebnisse des Geschäftsfelds Schaden und Unfall bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres (+0,6%). Hier wurden auch personell die Weichen für eine stärkere Positionierung im Maklermarkt gestellt.

Das Geschäftsfeld Reise und Freizeit erlebte coronabedingt einen Umsatzeinbruch von 26,6 Mio. Euro (minus 24,4 Prozent). Die Kapitalanlagen der HanseMerkur Gruppe stiegen erstmals über zehn Milliarden Euro.

Die Hanse Merkur hat schon im Januar 2020 mit der Gründung eines Krisenstabes auf die Corona-Pandemie reagiert, Hygienevorschriften erlassen und bis Mitte März 2020 die Heimarbeitsplätze von rund 200 auf über 1.000 hochgefahren. Zwischenzeitlich arbeiteten bis zu 90 Prozent der Mitarbeiter aus dem Homeoffice heraus.

Der Arbeitszeitrahmen wurde für Eltern mit Kindern auf das Wochenende ausgedehnt. Bis Ende August 2020 sollen nicht mehr als 350 Mitarbeiter in der HanseMerkur Zentrale arbeiten, um den kontaktlosen Vor-Ort-Betrieb garantieren zu können.

Eine anonyme und freiwillige Mitarbeiterbefragung vom Mai/Juni 2020, an der sich knapp 1.100 Beschäftigte beteiligten, ergab unter anderem den breiten Wunsch nach einer Fortsetzung der Flexibilisierung von Arbeitsort und -zeit.

Schon Mitte Februar 2020 wurden zusätzliche Maßnahmen zur Absicherung der Kapitalanlagen getroffen. Mit Kunden, die vor materiellen Herausforderungen standen, wurden jeweils individuelle Regelungen vereinbart, die von Beitragsstundung über Beitragspausen bis zum reduzierten Versicherungsschutz oder zur Verlegung des Versicherungsbeginns reichten.

737 Vollversicherte an Covid-19 erkrankt, elf verstorben

Die Hanse Merkur Krankenversicherung (HMK) hat bislang Kenntnis von 737 ihrer Vollversicherten, die an Covid-19 erkrankt sind. Davon mussten 234 stationär aufgenommen und 17 intensivmedizinisch beatmet werden. Elf Kunden in der Altersspanne von 46 bis 90 sind verstorben.

Die bis Ende Mai 2020 im Zuge der Pandemie regulierten Leistungen belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro. Die HMK war das erste PKV-Unternehmen, das seinen Kunden – aber auch Nicht-Versicherten – auf der Internetseite in Kooperation mit dem Leipziger Startup DOCYET im März 2020 einen intelligenten Corona-Bot anbieten konnte.

Das System mit KI-Software ermöglicht eine medizinische Ersteinschätzung, enthält individualisierte Handlungshinweise und beantwortet häufige Fragen zu COVID-19. Die Empfehlungen werden regelmäßig an die Leitlinien des Robert Koch-Instituts angepasst.

Ziele und Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020

Für das laufende und von der Corona-Pandemie dominierte Jahr befindet sich das Geschäftsfeld Reise und Freizeit gemeinsam mit den Partnern aus der Touristik im Krisenmodus. Die Erschließung neuer Märkte im Rahmen der Internationalisierungsstrategie ist derzeit stark erschwert.

Bis Jahresende dürften sich die Beitragsrückgänge in der Reiseversicherung im Verhältnis zum Vorjahr auf 50 Millionen Euro bis 60 Millionen Euro addiert haben. Es bleibt das geschäftspolitische Ziel, diesen Beitragsabrieb durch ein Prämienplus in den Geschäftsfeldern Kranken, Leben und Schaden/Unfall zu kompensieren und bei einem leichten Wachstum von rund einem Prozent erstmals eine Beitragseinnahme von über 2,3 Milliarden Euro zu erreichen.

Am Mittelfristziel eines nachhaltigen Beitragsaufkommens von über drei Milliarden Euro sowie eines Jahresüberschusses nach Steuern von mehr als 100 Millionen Euro zum 150-jährigen Jubiläum im Jahr 2025 will die Hanse Merkur dennoch festhalten.

Dies schließe eine Platzierung unter den Top-10-Unternehmen der PKV ebenso ein wie die Überschreitung eines Prämienvolumens von 250 Millionen Euro im Geschäftsfeld Reise und Freizeit beziehungsweise von 100 Millionen Euro im Geschäftsfeld Schaden und Unfall, betont der Versicherer zum Abschluss. (dr)

Foto: Hanse Merkur

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