31. Juli 2020, 10:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

2.015 Euro im Monat: Eigenanteile für Pflegeheimbewohner steigen weiter

Pflegebedürftige kommt die Betreuung im Heim immer teurer zu stehen. Im bundesweiten Schnitt stiegen die selbst zu zahlenden Anteile jetzt über die Marke von 2.000 Euro im Monat, wie aus Daten des Verbands der Ersatzkassen mit Stand 1. Juli hervorgeht. Demnach sind nun durchschnittlich 2.015 Euro fällig und damit 124 Euro mehr als Mitte 2019.

Pflege in 2.015 Euro im Monat: Eigenanteile für Pflegeheimbewohner steigen weiter

Der Eigenanteil für die Pflege im Heim steigt immer weiter.

Es gibt aber weiterhin regionale Unterschiede. Im Vergleich der Bundesländer am teuersten bleiben Heimplätze in Nordrhein-Westfalen mit nun durchschnittlich 2.405 Euro. Dagegen ist die Belastung in Sachsen-Anhalt mit 1436 Euro am niedrigsten. Krankenkassen und Patientenschützer dringen auf eine Finanzreform.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt – anders als die Krankenversicherung – nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen daneben aber noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen dazu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg nun im bundesweiten Schnitt auf 786 Euro im Monat, nachdem es zum 1. Juli 2019 noch 693 Euro gewesen waren.

Bundesweit am höchsten ist er weiterhin in Baden-Württemberg mit jetzt durchschnittlich 1062 Euro. Es folgen Berlin mit 992 Euro und Bayern mit 938 Euro. Deutlich weniger sind es dagegen in Thüringen mit 490 Euro, in Sachsen-Anhalt mit 560 Euro und in Sachsen mit 595 Euro. Auch bei den Kosten für Unterkunft und Verpflegung gibt es bundesweit eine große Spanne: von 588 Euro in Sachsen-Anhalt bis 1036 Euro in Nordrhein-Westfalen. Der Bundesschnitt beträgt 774 Euro.

Die Chefin des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), Ulrike Elsner, forderte, das Problem in einer Pflegereform anzugehen. Eine kurzfristig umsetzbare Lösungsmöglichkeit wäre, die Leistungsbeträge der Pflegeversicherung einmalig anzuheben, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Das könnte etwa Mehrkosten durch höhere Tariflöhne in Heimen ausgleichen. Die Länder müssten endlich die Investitionskosten übernehmen. Elsner betonte zudem: “Da sich auch die Finanzsituation der Pflegeversicherung zunehmend verschärft, brauchen wir einen dauerhaften Steuerzuschuss.” Zugesagte einmalige 1,8 Milliarden Euro wegen der Corona-Krise könnten die Lage nur vorübergehend entspannen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Debatte über eine grundlegende Pflegereform im Herbst neu starten – nachdem dies in der Corona-Krise weitgehend in den Hintergrund gerückt ist. Dann soll auch klar sein, wie sich die Pandemie auf die Sozialkassen auswirkt.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz mahnte Tempo an. “Pflege macht arm. Das ist seit Jahren bekannt”, sagte Vorstand Eugen Brysch der dpa. “Viele der 818 000 Heimbewohner gehen finanziell schon lange auf dem Zahnfleisch.” Spahns Zögern sei unerklärlich. “Schließlich kann er nicht alle Beamten der Pflegeabteilung wegen Corona in die Kurzarbeit geschickt haben.” Berechtigte Lohnsteigerungen in der Altenpflege könnten von Pflegebedürftigen nicht mehr getragen werden. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Telefonica und Allianz starten Glasfaserprojekt in Deutschland

Der spanische Telekomkonzern Telefonica hat sich beim Glasfasernetz-Ausbau die Allianz als Partner an Bord geholt. Beide Konzerne sollen jeweils zur Hälfte am Gemeinschaftsprojekt beteiligt sein, teilten sie am Donnerstag in Madrid und München mit.

mehr ...

Immobilien

Seehofer will erschwerte Umwandlung von Mietwohnungen

Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU) plant nun doch höhere Hürden für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Das sieht ein neuer Entwurf für das Baulandmobilisierungsgesetz vor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Er soll voraussichtlich am kommenden Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden.

mehr ...

Investmentfonds

Ex-Wirecard-Manager wohl V-Mann von Geheimdienst in Österreich

Der frühere Wirecard-Manager Jan Marsalek war möglicherweise V-Mann des österreichischen Nachrichtendienstes. Einen V-Mann in einem Dax-Unternehmen zu platzieren, wäre ein Affront und könnte die deutsch-österreichischen Beziehungen belasten.

mehr ...

Berater

DKM 2020: digital.persönlich.erfolgreich

Der Umzug der DKM 2020 von der Messe Dortmund in die digitale Welt war ein voller Erfolg. Mit über 19.700* Messeteilnehmern verteilt auf 4 Messetage, 157 Ausstellern und mehr als 200 Programmpunkten bei Kongressen, Workshops, Roundtables und Speaker’s Corner hat die 24. Auflage der Leitmesse auch in der digitalen Version die Finanz- und Versicherungsbranche überzeugt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance mit 650-Millionen-Dollar-Closing in San Francisco

Der Asset Manager Deutsche Finance und SHVO Capital haben gemeinsam für ein institutionelles Joint Venture um die Bayerische Versorgungskammer den Gebäudekomplex „Transamerica Pyramid“ in San Francisco erworben.

mehr ...

Recht

Kauf bricht nicht Miete: Tipps für den Verkauf einer vermieteten Wohnung

Erst Vermieten, dann Verkaufen: Eine vermietete Wohnung zu verkaufen stellt Eigentümer vor besondere Herausforderungen. Denn das bestehende Mietverhältnis wirkt sich nicht nur auf den Verkaufspreis aus, auch die Käuferzielgruppe ist eine andere als bei einem unvermieteten Objekt. Welche Besonderheiten Eigentümer beim Verkauf einer vermieteten Wohnung beachten müssen, fassen die Experten des Full-Service Immobiliendienstleisters McMakler zusammen.

mehr ...