15. Juni 2020, 08:55
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Insurtechs: “Einen stärkeren Schulterschluss suchen”

Erwarten Sie, dass Online-Giganten wie Google und Amazon in absehbarer Zeit ins digitale Versicherungsgeschäft einsteigen werden?

Wesemann: Google und Amazon haben sicherlich alle Ressourcen, um in das digitale Versicherungsgeschäft einsteigen zu können. Da Versicherungen angesichts der Vorschriften und der Komplexität der Produkte keine einfache Branche sind, wäre der Markteintritt allerdings mit enormen Herausforderungen verbunden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie eher mit bestehenden Unternehmen kooperieren, um einen leichteren Zugang zum Versicherungsmarkt zu bekommen.

Die schwedische Möbelhauskette Ikea und die Swiss-Re-Tochter “iptiQ” haben den Start der Hausratversicherung “Hemsäker” angekündigt. Das Produkt kann online über die Ikea-Website abgeschlossen werden und ist im Rahmen eines Pilotprojekts vorerst ausschließlich in der Schweiz und in Singapur erhältlich. Marktexperten erwarten aber, dass das Produkt früher oder später auch in Deutschland eingeführt wird. Erwächst da ein neuer Gigant als Konkurrent für Versicherer und Insurtechs gleichermaßen?

Wesemann: In der heutige Zeit integrieren viele Unternehmen ihre Dienstleistungen nicht nur horizontal, sondern auch vertikal. Das tun wir auch. Deshalb können neue Mitstreiter natürlich aus den verschiedensten Branchen kommen. Auch unser Ansatz besteht nicht nur darin, das gesamte Versicherungs-Ökosystem von Grund auf mit digitaler Technologie aufzubauen, sondern zeitgleich auch eine Infrastruktur zu schaffen, die sich von anderen Unternehmen beispielsweise in ihren Online-Shops implementieren lässt.

Wie die meisten Unternehmen weltweit stehen auch die Insurtechs angesichts der Coronavirus-Pandemie vor einer großen Unsicherheit. Wie stark sind sie davon betroffen?

Wesemann: Das Coronavirus trifft branchenübergreifend alle Unternehmen. Die einen gehen als Gewinner und die anderen als Verlierer aus der Krise. Grundsätzlich lässt sich aber eine Zunahme des Einsatzes digitaler Tools beobachten, die es Unternehmen und Privatpersonen ermöglichen, in Verbindung zu bleiben. Darin sehen wir eine große Chance, die gesamte Versicherungsbranche weiterzuentwickeln. Wir bieten Beratern und ihren Kunden die Möglichkeit, in schwierigen Zeiten wie diesen durch Technologie in Verbindung zu bleiben. Wir sind sozusagen das “Zoom” für Versicherungsmakler und setzen dabei auf Datenschutz.

Die Pandemie wird den digitalen Wandel also noch einmal deutlich beschleunigen?

Wesemann: Definitiv. Die Coronakrise hat den digitalen Wandel schon nach wenigen Monaten deutlich vorangetrieben. Als wir vor fünf Jahren die Wefox-Gruppe gegründet haben, wussten wir, dass sich die Versicherungsbranche radikal an das digitale Zeitalter anpassen muss und neue Technologien in der Brache erforderlich sind.

Die Fragen stellte Kim Brodtmann, Cash.

Foto: Wefox

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