3. September 2020, 15:14
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Linke fordert Rentenreform nach Vorbild Österreichs

Dass immer mehr Rentern im Alter zu wenig Geld zum Leben bleibt, macht nach Ansicht der Linken eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung überfällig. Als Vorbild könnte dabei der direkte Nachbar Österreich dienen. 

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Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke, fordert eine Rentenreform nach dem Vorbild Österreichs

Die Linke fordert eine Rentenreform nach dem Vorbild Österreichs, wodurch Rentner in Deutschland mehr Geld bekommen würden. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat dazu ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages in Auftrag gegeben.

Er sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (Donnerstag): “In Österreich erhält ein Durchschnittsverdiener, wenn er in Rente geht, rund 800 Euro mehr als ein Durchschnittsverdiener hierzulande.” Österreich zeige, dass es anders gehe – unter anderem mit einer Rentenkasse, in die alle einzahlen, auch Abgeordnete, Selbstständige und Beamte.

“Wer die gesetzliche Rente in Deutschland armutsfest und lebensstandardsichernd umbauen will, kommt an Österreich als rentnerfreundlichem Vorbild nicht vorbei”, sagte der Rentenexperte der Linksfraktion, Matthias W. Birkwald, der Zeitung. Der Studie zufolge erhielten Männer im Nachbarland 2018 durchschnittliche Rentenzahlbeträge von 1.678 Euro im Monat, Frauen 1.028 Euro. Dem standen deutsche Altersrenten von 1.148 und 711 Euro gegenüber.

Die Differenz erhöht sich noch, weil österreichische Ruheständler 14 Auszahlungen im Jahr bekommen. Dann kommen Männer im Nachbarland auf durchschnittlich 1.958 Euro Rente monatlich, also 810 Euro mehr als Männer in Deutschland. Bei den Frauen beträgt der Unterschied unterm Strich 488 Euro, erläuterte Birkwald.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) betonte, gute Renten seien möglich, wenn Politik und Gesellschaft es wirklich wollten. “Statt die gescheiterten privaten Rentenversicherungen noch mehr zu subventionieren, ist es bei uns jetzt Zeit für einen echten Kurswechsel”, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel.

Nötig seien ein stabiles und wieder höheres gesetzliches Rentenniveau, mehr Solidarausgleich im System und die Weiterentwicklung der gesetzlichen Rente zu einer Erwerbstätigenversicherung. Arbeitgeber müssten für ihre Beschäftigten eine Betriebsrente bezahlen. “Gäbe es darüber hinaus in Deutschland politische Mehrheiten für ein Rentensystem à la Österreich, würde der DGB sich dem nicht verweigern.” (dpa-AFX)

Foto: dpa

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