26. August 2020, 10:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Keine Überraschung: Mittelstand auf Cyberangriffe schlecht vorbereitet

Obwohl die deutsche Wirtschaft in der Corona-Pandemie auf Home Office und mobiles Arbeiten angewiesen ist, sind viele Unternehmen auf eine Cyberattacke nicht vorbereitet. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage unter 300 Entscheidern kleiner und mittlerer Unternehmen im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gab rund die Hälfte der Befragten (48 Prozent) zu, weder einen Notfallplan noch eine entsprechende Vereinbarung mit einem IT-Dienstleister zu haben. Eine Überraschung ist das Ergebnis indes nicht.

Shutterstock 578176660 in Keine Überraschung: Mittelstand auf Cyberangriffe schlecht vorbereitet

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen werden zunehmend Opfer von Cyber-Attacken und sind nicht darauf vorbereitet.

„Viele Unternehmen reagieren auf einen Cyberangriff plan- und kopflos. Das kostet im Ernstfall viel Geld, weil es länger dauert, bis die IT-Systeme gesäubert und die Daten wiederhergestellt sind“, sagt GDV-Cyberexperte Peter Graß.

Laut Umfrage gelang es nur einem Drittel der bisher angegriffenen Unternehmen, die IT-Systeme innerhalb eines Tages wieder zum Laufen zu bringen, jedes fünfte Unternehmen benötigte dafür sogar mehr als drei Tage. Das  kann gravierende Folgen haben, denn die Abhängigkeit von einer funktionierenden Technik ist hoch: Sechs von zehn befragten Unternehmen (58 Prozent) können bei einem Ausfall ihrer IT-Systeme kaum noch arbeiten.

Menschliche und technische Schwächen machen es Kriminellen leicht
Die mangelnde Vorbereitung auf den Ernstfall ist nur eine von vielen Schwächen des Mittelstandes bei der Cybersicherheit. In 44 Prozent der befragten Unternehmen ist niemand explizit für die Sicherheit der IT-Systeme verantwortlich, nicht mal ein Drittel (31 Prozent) sensibilisiert seine Mitarbeiter mit Schulungen für die Gefahren aus dem Internet.

Das nutzen die Angreifer aus: Gezielte Hacks der IT-Systeme oder DDoS-Attacken sind eher Ausnahmen, die Mehrheit der erfolgreichen Angriffe (58 Prozent) kommt per Mail ans Ziel, weil Mitarbeiter verseuchte Anhänge öffnen oder schädliche Links anklicken.

Weitere Sicherheitslücken ergeben sich aus den IT-Systemen selbst: Bei einer Untersuchung von 1.019 Mittelständlern stellte das Analyse-Tool Cysmo bei vier Prozent der Firmen veraltete Software fest, für die es keine Sicherheitsupdates mehr gibt.

Auch die Selbstauskünfte der befragten Unternehmen in der Forsa-Umfrage zeigen Handlungsbedarf auf: Zwölf Prozent spielen Sicherheitsupdates nicht automatisch ein, 24 Prozent verzichten auf mindestens wöchentliche Sicherheitskopien ihrer Daten und 25 Prozent lassen auch einfachste Passwörter zu.

Insgesamt erfüllt nur jedes fünfte befragte Unternehmen die zehn wichtigsten Basis-Anforderungen an die IT-Sicherheit. „Der Mittelstand müsste viel mehr für den Schutz seiner IT-Systeme tun. Aktuell zeigen sich große Sicherheitslücken, die Cyberkriminelle ausnutzen können“, sagt Graß. (dr)

Foto: Shutterstock

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

83,4 zu 78,6: Lebenserwartung in Deutschland steigt weiter

Die aktuellen Sterbetafeln zeigen, dass die Lebenserwartung in Deutschland weiter gestiegen ist. Das zeigen die neuesten Statistiken des Statistischen Bundesamtes. Die Entwicklung hat auch Folgen für die gesetzliche Rente und die private Altersvorsorge. Besonders hoch ist die Lebenserwartung in Baden-Württemberg.

mehr ...

Immobilien

Kaufpreise für Immobilien seit 2012 nahezu verdoppelt

Seit dem Jahr 2012 verdoppelten sich die Kaufpreise pro Quadratmeter in deutschen Großstädten nahezu. Auch die Corona-Pandemie versetzte dem Immobilien-Markt keinen Dämpfer, im Gegenteil. Während Assets wie Aktien teilweise stark an Wert einbüßten, stiegen die Preise für Wohneigentum weiter an – sowohl in der Stadt, als auch auf dem Land. Wie aus einer neuen Infografik von Kryptoszene.de hervorgeht, ist der Aufwärtstrend nicht nur in Deutschland intakt.

mehr ...

Investmentfonds

Brexit: Der No-Deal-Ausstieg gewinnt an Fahrt

Die Brexit-Saga geht weiter: Das Risiko eines No-Deal-Ausstiegs ist gestiegen, was nachhaltige negative Folgen für das Vereinigte Königreich haben könnte, schreibt William Verhagen, Senior Economist bei NN Investment Partners, in seinem Kommentar zur aktuellen Situation des Brexit.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin bestellt Abwickler für Acada-Geschäfte

Die Finanzaufsicht BaFin hat bereits mit Bescheid vom 1. September 2020 zur Abwicklung des durch die mittlerweile insolvente Adcada GmbH, Bentwisch, unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts einen Abwickler bestellt. Das machte die Behörde nun auf ihrer Website bekannt.

mehr ...

Recht

Rente im Ausland: Das müssen sie beachten

Der 1. Oktober ist Tag der Senioren oder einfach Weltseniorentag. Er wurde 1990 durch die UNO initiiert, um die Leistungen der Älteren zu würdigen. Immer mehr deutsche Rentner zieht es zur Rückschau auf die Lebensleistung dauerhaft in andere Länder. Sich zur Ruhe setzen, wo andere Urlaub machen? Was dabei zu beachten ist.

mehr ...