15. Mai 2020, 00:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Nahezu jeder vierte Arbeitgeber hat sich für die Allianz entschieden”

In der betriebliche Krankenversicherung (bKV) verzeichnen die privaten Krankenversicherer deutliche Zuwächse. Doch wie gehen die Versicherer in der Coronakrise mit dem beratungsintensiven Thema bKV und und wie aufgeschlossen sind die Firmen derzeit?  Cash. sprach mit Nina Klingspor, Vorstandsvorsitzende der Allianz Privaten Krankenversicherung, über die Erfolge in der bkV und die vertrieblichen Herausforderungen in Zeiten der Coronapandemie.

Bildschirmfoto-2020-05-14-um-14 54 31 in Nahezu jeder vierte Arbeitgeber hat sich für die Allianz entschieden

Nina Klingspor, Vorstandsvorsitzende der Allianz Private Krankenversicherung

 

Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) gehört im Segment bKV laut Service Value zu den fairsten bKV-Anbietern. Wie hat sich der bKV-Absatz im vergangenen Jahr entwickelt?

Klingspor: Bei der Allianz machen wir die Erfahrung, dass sich Arbeitgeber seit einigen Jahren verstärkt für die bKV interessieren und auch abschließen. Sie ist ganz klar ein Wachstumsmarkt. Einen starken Auftrieb hat unsere bKV bekommen, als wir Mitte 2018 unser Portfolio komplett überarbeitet haben: Seitdem bieten wir in allen Tarifen altersunabhängige Einheitsbeiträge an und die Bausteine können frei miteinander kombiniert werden.

Außerdem haben wir unser Angebot um zwei Zahnersatztarife ergänzt, bei denen wir auf eine Zahnstaffel und Wartezeiten verzichten und sogar die Kosten laufender Behandlungen übernehmen. Damit landen wir nicht nur bei Ratern wie Service Value regelmäßig auf den ersten Plätzen, sondern haben auch bei unseren Kunden einen Nerv getroffen: Nahezu jeder vierte Arbeitgeber, der im vergangenen Jahr für seine Mitarbeiter eine bKV abgeschlossen hat, hat sich für die Allianz entschieden.

Die bKV ist hierzulande nach wie vor ein zartes, pflegeintensives Pflänzchen. Wie haben Sie vor dem Hintergrund des durch Corona verursachten Lockdowns das beratungsintensive Thema bKV vertrieblich in den letzten Wochen umgesetzt? Gab es dort eine Zurückhaltung bei den Kunden?

Klingspor: Wir merken bei der bKV im Moment insgesamt keine große Zurückhaltung. Die Vertriebe und unsere Berater sind aktiv, wir erhalten weiterhin Anfragen. Die Gespräche finden nun nicht im direkten Treffen, sondern telefonisch oder per Video-Call statt.

Aktuell interessieren sich bei uns vor allem größere Firmen – auch solche, deren Mitarbeiter  in der Coronakrise sehr gefordert sind – für eine bKV-Absicherung und haben teilweise auch schon abgeschlossen.

Die Arbeitgeber zeigen damit deutlich, dass die Gesundheit ihrer Mitarbeiter oberste Priorität hat und die Firma sie bestmöglich durch diese Zeit begleiten will. Kleinere Unternehmen warten vielleicht im Moment eher ab, wie sich ihre eigene wirtschaftliche Situation entwickelt, bevor sie diesen Schritt gehen.

Welche bKV-Bausteine bzw. welche bKV-Leistungen sind besonders beliebt? Und hat es hier vor dem Hintergrund der Coronapandemie Veränderungen gegeben? Falls ja, habe Sie eine Erklärung hierfür?

Klingspor: Am meisten verkaufen wir auch jetzt unsere Zahntarife. Diese sind bei den Arbeitnehmern sehr gefragt, weil die Gesetzliche Krankenversicherung im Zahnbereich regelmäßig hohe Zuzahlungen vorsieht und eine bKV diese Kosten übernimmt. Beliebt sind ebenso unsere Vorsorgebausteine, mit denen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern verschiedene Vorsorgeuntersuchungen bieten können.

Außerdem sehen wir aktuell, dass einige Firmen gezielt unsere Stationärbausteine anfragen und auch abschließen. Damit können ihre Mitarbeiter bei einem Krankenhausaufenthalt ein Zweibettzimmer in Anspruch nehmen und sich vom Arzt ihrer Wahl behandeln lassen.

Mitarbeiter, die unter den aktuellen Umständen eine solche Zusatzleistung erhalten, werden das sicher nicht vergessen. Die Unternehmen machen hier vieles richtig: Sie bieten echte Hilfe an, binden ihre Mitarbeiter an sich und tun gleichzeitig sehr viel für ihr Image.

Wie gehen Sie vor dem Hintergrund, dass das Virus in den kommenden zwölf Monaten nicht verschwinden wird, das Thema bKV an?  Forcieren Sie die digitale Beratung und den digitalen Vertrieb?

Klingspor: Unsere bKV-Spezialisten sind weiter als persönliche Ansprechpartner erreichbar und für ihre Kunden da – nun eben digital. Wir machen positive Erfahrungen in der Beratung per Video, das läuft wirklich gut.

Darüber hinaus ist es möglich, die bKV in einer Firma komplett auf digitalem Weg einzuführen, bis hin zu den Mitarbeiterinformationen. In der aktuellen Lage zahlt sich aus, dass wir in den letzten Jahren massiv in die Digitalisierung investiert haben. Unsere Erfahrungen werden wir auch zukünftig dazu nutzen, digitale Lösungen auszubauen, die bKV-Spezialisten sind mit viel Engagement und neuen Ideen unterwegs.

Derzeit werden die Kontaktbeschränkungen in Deutschland gelockert. Gibt es einen Fahrplan, wie Sie Beratung und Vertrieb wieder hochfahren wollen? Wo liegen dabei für Sie die größten Herausforderungen?

Klingspor: An erster Stelle steht bei der Allianz die Sicherheit unserer Kunden, Vermittler und Mitarbeiter. Deshalb bleiben wir vorsichtig und beobachten die Lage genau. Durch die Lockerungen dürfen auch Allianz Agenturen nun wieder öffnen und die gewohnte Beratung vor Ort anbieten – natürlich unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln.

Wir empfehlen unseren Vertretern trotzdem, vorsichtig zu sein, in kleinen Schritten „zurück in die Normalität“ zu gehen und flexibel zu bleiben. Viele Kunden werden auch weiterhin den Online-Kontakt suchen.

Denn im Moment fühlen sich viele dabei sicherer – und es ist bequem. Was aber bleiben wird:  die persönliche, fachkundige Beratung durch ein menschliches Gegenüber. Das geht dank  Online-Beratung per Video auch „persönlich digital“.

Das Interview führte Cash.-Redakteur Jörg Droste (dr)

Foto: Allianz

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Telefonica und Allianz starten Glasfaserprojekt in Deutschland

Der spanische Telekomkonzern Telefonica hat sich beim Glasfasernetz-Ausbau die Allianz als Partner an Bord geholt. Beide Konzerne sollen jeweils zur Hälfte am Gemeinschaftsprojekt beteiligt sein, teilten sie am Donnerstag in Madrid und München mit.

mehr ...

Immobilien

Seehofer will erschwerte Umwandlung von Mietwohnungen

Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU) plant nun doch höhere Hürden für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Das sieht ein neuer Entwurf für das Baulandmobilisierungsgesetz vor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Er soll voraussichtlich am kommenden Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden.

mehr ...

Investmentfonds

Ex-Wirecard-Manager wohl V-Mann von Geheimdienst in Österreich

Der frühere Wirecard-Manager Jan Marsalek war möglicherweise V-Mann des österreichischen Nachrichtendienstes. Einen V-Mann in einem Dax-Unternehmen zu platzieren, wäre ein Affront und könnte die deutsch-österreichischen Beziehungen belasten.

mehr ...

Berater

DKM 2020: digital.persönlich.erfolgreich

Der Umzug der DKM 2020 von der Messe Dortmund in die digitale Welt war ein voller Erfolg. Mit über 19.700* Messeteilnehmern verteilt auf 4 Messetage, 157 Ausstellern und mehr als 200 Programmpunkten bei Kongressen, Workshops, Roundtables und Speaker’s Corner hat die 24. Auflage der Leitmesse auch in der digitalen Version die Finanz- und Versicherungsbranche überzeugt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance mit 650-Millionen-Dollar-Closing in San Francisco

Der Asset Manager Deutsche Finance und SHVO Capital haben gemeinsam für ein institutionelles Joint Venture um die Bayerische Versorgungskammer den Gebäudekomplex „Transamerica Pyramid“ in San Francisco erworben.

mehr ...

Recht

Kauf bricht nicht Miete: Tipps für den Verkauf einer vermieteten Wohnung

Erst Vermieten, dann Verkaufen: Eine vermietete Wohnung zu verkaufen stellt Eigentümer vor besondere Herausforderungen. Denn das bestehende Mietverhältnis wirkt sich nicht nur auf den Verkaufspreis aus, auch die Käuferzielgruppe ist eine andere als bei einem unvermieteten Objekt. Welche Besonderheiten Eigentümer beim Verkauf einer vermieteten Wohnung beachten müssen, fassen die Experten des Full-Service Immobiliendienstleisters McMakler zusammen.

mehr ...