4. März 2020, 14:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Neue Maßahmen gegen Coronavirus beschlossen

Die Ausbreitung des Corona-Virus’ hat nach Angaben des Auswärtigen Amtes vielerorts zu verstärkten Einreisekontrollen, Gesundheitsprüfungen mit Temperaturmessungen und in Einzelfällen zu Einreisesperren geführt. Gleichzeitig schätzt das Robert Koch Institut (RKI) die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland mittlerweile schon als mäßig ein. Das RKI erwartet eine weltweite Ausbreitung und dass sich der Virus langfristig etabliert. Hierzulande sind laut RKI aktuell 240 Infektionsfälle in 15 Bundesländern laborbestätigt, am schwersten betroffen ist zurzeit Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Die Arag Experten geben einen aktuellen Überblick über die Maßnahmen der Bundesregierung.

130448734 in Neue Maßahmen gegen Coronavirus beschlossen

Auch in Deutschland infizieren sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus.

Grenzüberschreitende Verkehrskontrollen
Um die Ausbreitung einer Krankheit einzudämmen, darf die Bundesregierung laut Infektionsschutzgesetz zahlreiche Maßnahmen erlassen. So hat der Krisenstab des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) und Bundesinnenministeriums (BMI) letzte Woche in seiner zweiten Sitzung beschlossen, die Kontrollen im grenzüberschreitenden Verkehr nach Deutschland auf sämtlichen Verkehrswegen – also Bus, Bahn, Flugzeug und Schiff – zu intensivieren. Um Bahnreisende später schneller zu kontaktieren, müssen Passagiere im Regional- und Fernverkehr ab sofort Aussteigekarten ausfüllen, wenn Corona-Verdachtsfälle festgestellt wurden. Zudem sind Bahnunternehmen verpflichtet, Passagiere mit Symptomen einer Coronavirus-Erkrankung zu melden.

Laut einer Pressemitteilung des Krisenstabes gilt außerdem bei allen in Deutschland ankommenden Flügen und im Schiffsverkehr, dass die verantwortlichen Piloten und Kapitäne erkannte Krankheitsfälle vor Ankunft melden müssen. Zusätzlich zu China muss auch bei Reisenden aus Südkorea, Japan, Italien und dem Iran vor Einreise in Deutschland der Gesundheitsstatus der Passagiere überprüft und gemeldet werden.

Großveranstaltungen
Darüber hinaus können per Verordnung Veranstaltungen oder andere Ansammlungen von Menschen verboten werden. Im Zweifelsfall kann Menschen sogar untersagt werden, Veranstaltungen zu verlassen. Hier folgt der Krisenstab bislang den Richtlinien des RKI und überlässt es noch den Verantwortlichen und den zuständigen Behörden, Großveranstaltungen abzusagen, zuzulassen oder zu verschieben. So hat beispielsweise Google seine jährliche Entwicklerkonferenz I/O in Mountain View, Kalifornien, aufgrund der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO abgesagt. Auch Facebook wird seine Konferenz F8 dieses Jahr nur per Online-Videopräsentation streamen.

Auch hierzulande werden immer mehr Großveranstaltungen auf Anraten des Krisenstabes von BMG und BMI abgesagt. So beispielsweise die internationale Tourismusbörse ITB, die Leipziger Buchmesse, die Handwerksmesse in München oder die Kölner Eisenwarenmesse. Ob die Kosten für Messetickets erstattet werden und wer die Kosten für den Ausfall von Veranstaltungen trägt, bleibt mit den Veranstaltern zu klären. Die Leipziger Buchmesse etwa hat aber bereits angekündigt, den Preis für gekaufte Tickets zu erstatten. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass Veranstalter auch gegen Epidemien und Seuchen abgesichert sind. In der Regel schließen Ausfallversicherungen eher gängige Risiken wie z. B. Unwetter mit ein.

Zwangsuntersuchung und Quarantäne
Auch Blutabnahmen und Abstriche von Schleimhäuten können zu Auflagen der Behörden gehören. Ergeben sich dabei Verdachtsfälle, kann ein zeitweiliges Tätigkeitsverbot für Betroffene verhängt werden und sie können vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt werden. So wurden nach einer Karnevalsveranstaltung im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg auf behördliche Anordnung rund 300 Besucher unter eine 14-tägige Quarantäne gestellt. Wer die häusliche oder stationäre Isolation verlässt, darf nach Angaben der ARAG Experten sogar im Krankenhaus eingesperrt werden, wenn es dafür eine richterliche Anordnung gibt. Außerdem droht ein Strafverfahren, das eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren nach sich ziehen kann!

Auch im Ausland kann man in Quarantäne gestellt werden und muss sich dann den Anweisungen der lokalen Behörden fügen. So dürfen die zurzeit in einem Hotel auf Teneriffa in Quarantäne gestellten Deutschen nicht vor dem 10. März nach Deutschland zurückkehren.

Medizinische Schutzausrüstung darf nicht mehr exportiert werden
Durch eine außerordentliche Dringlichkeit für die Beschaffung medizinischer Schutzausrüstung wie z. B. Atemmasken, Handschuhe oder Schutzanzüge hat der Krisenstab ein Exportverbot ins Ausland erlassen. Eine Ausnahme bilden internationale Hilfsaktionen.

Welche weiteren Beschlüsse der gemeinsame Krisenstab von BMI und BMG, der nach Pandemieplan zur Bekämpfung des Coronavirus gegründet wurde, gestern beim dritten Treffen gefasst hat, können auf der Homepage des BMG nachgelesen werden.

Hotlines zum Coronavirus
Wer Sorge hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, kann sich telefonisch an seinen Hausarzt oder an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) wenden.

Darüber hinaus gibt es laut Bundesgesundheitsministerium folgende Hotlines, die bundesweit zum Thema Coronavirus informieren:
• Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22
• Einheitliche Behördenrufnummer: 115 (www.115.de )
• Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon): 030 346 465 100

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Grüne wollen Marktmacht der großen Wirtschaftsprüfer aufbrechen

Die Grünen wollen die Marktmacht der vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aufbrechen. Die finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Lisa Paus, sagte, öffentliche Aufträge müssten auch an mittelständische Wirtschaftsprüfer gehen. Außerdem forderte sie eine strikte Trennung von Beratung und Wirtschaftsprüfung.

mehr ...

Immobilien

Prognose: Immobilienmarkt trotzt der Coronakrise

Der Immobilienboom in Deutschland wird nach Einschätzung von Fachleuten der Coronakrise weiter trotzen. Ein großer Teil der Treiber bleibe trotz der Pandemie intakt, heißt es in einer Prognose des Hamburger Gewos Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung.

mehr ...

Investmentfonds

Ninty One sieht bei Aktien die Schwellenländer ganz vorne

Im Aktienbereich bieten der Fondsgesellschaft Ninety One zufolge aktuell vor allem Schwellenländerwerte interessante Anlagemöglichkeiten. Daher bevorzugt die Gesellschaft entsprechende Aktien momentan gegenüber europäischen und US-Werten. Zur Begründung verweisen die Experten unter anderem auf die bislang effektivere Bekämpfung der Corona-Krise in den Emerging Markets, verglichen mit anderen Regionen.

mehr ...

Berater

Allianz Private Krankenversicherung überarbeitet Optionstarif Option Flexi Med

Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) hat ihren Optionstarif Option Flexi Med überarbeitet. Ab sofort werden allen Kunden volle Kalenderjahre, die sie in diesem Tarif versichert sind, als so genannte „leistungsfreie Zeit“ gutgeschrieben.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corestate: Mega-Deal mit ehemaligem Quelle-Areal in Nürnberg

Der Immobilien- und Investment-Manager Corestate Capital Group hat den Hauptabschnitt der Trophy-Quartiersentwicklung “The Q” in Nürnberg für einen Fonds der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) erworben. Das Investitionsvolumen der Transaktion beläuft sich auf über 300 Millionen Euro. 

mehr ...

Recht

Freiwilligendienste zählen auch für die Rente

Freiwilligendienste und freiwilliger Wehrdienst gelten als Beschäftigung. Wer sich hier engagiert, tut zugleich etwas für sein Rentenkonto. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung hin.

mehr ...