1. Juli 2020, 08:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Deutschlandweit schlugen Naturgefahren im vergangenen Jahr mit 2,1 Milliaren Euro zu Buche. Dies sind allerdings nur die versicherten Schäden. Der tatsächliche Schaden liegt noch höher, denn nicht alle Häuser sind rundum geschützt. Während bundesweit fast alle Wohngebäude gegen Sturm und Hagel abgesichert sind, fehlt knapp zehn Millionen Hausbesitzern der Schutz vor Elementargefahren wie Starkregen oder Hochwasser.  

FSonntag Cash Portrait Milewski 005 0A3A6804-Bearbeitet in Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Frank Milewski ist Chefredakteur des Cash.-Magazins in Hamburg

Wann immer eine Unwetterwarnung wegen Sturm oder Intensivregen über den Äther geht, denke ich unwillkürlich an die Oderflut von 1997, als Tief „Zolska“ in Tschechien und Polen für sintflutartige Niederschläge mit bis zu 586 Litern pro Quadratmeter sorgte, die sich dann die Oder entlang wälzten und in Brandenburg eine Jahrhundertflut verursachten.

An mehreren Stellen brachen die Deiche. Die dann folgenden Überschwemmungen führten zu insgesamt 575 Schadensfälle an privaten Gebäuden und Nebengebäuden, die auf 13,9 Millionen Euro beziffert wurden. Der Schaden an öffentlichen Gebäuden betrug 1,9 Millionen Euro.

Dass es nicht teurer wurde, war vermutlich nur dem unermüdlichen Einsatz vieler Helfer zu verdanken. Zeitungsartikel aus dieser Zeit lassen die Dramatik nur erahnen: „Nicht weniger als 10.000 Soldaten aus mehr als 70 Verbänden Deutschlands waren in der akuten Phase gleichzeitig im Einsatz.

Sie füllten zusammen mit dem Technischen Hilfswerk, der Polizei, der Feuerwehr, dem Bundesgrenzschutz, den zivilen Hilfsorganisationen und freiwilligen Helfern aus der Bevölkerung mehr als acht Millionen Sandsäcke mit rund 177.000 Tonnen Kies und Sand.“

Extremwetter wie jenes im Sommer 1997 dürften in Zukunft auch im Rahmen des Klimawandels eher mehr denn weniger auftreten. Und auch wer nicht in Flussnähe wohnt, kann als Hauseigentümer davon betroffen sein.

Das zeigt auch eine Statistik des GDV. Bei der Flut in Sachsen in 2013 entstanden 85 Prozent der versicherten Schäden abseits der großen Flüsse – also eben genau nicht an den Häusern mit Flusspanorama.

Aufgrund falscher Annahmen, 90 Prozent der Deutschen meinen, Hochwasser betreffe sie nicht, kümmern sich die meisten Eigentümer nicht oder viel zu spät um eine finanzielle Absicherung ihres Besitzstandes. Wie so oft wird erst gehandelt, wenn der Schaden da ist. Vor der Flut in Sachsen waren 42 Prozent der Häuser gegen Elementarschäden versichert, zwei Jahre später waren es bereits 46 Prozent.

Seitdem ist in Segment der Wohngebäude- und Elementarschadenversicherung eine Menge passiert. Auf den folgenden Seiten beleuchten wir den Status-quo sowie die Herausforderungen und diskutieren mit Experten die Chancen für den Vertrieb. In jedem Fall ist das Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. (fm)

Foto: Cash./Florian Sonntag

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Branchenstudie: Versicherer sehen durch Corona mehr Chancen als Herausforderungen

Die Corona-Krise hat weltweit zu einem hohen Maß an Unsicherheit geführt. Rund ein halbes Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie stellt sich zumindest für die deutsche Versicherungswirtschaft die Situation deutlich positiver dar als noch zu Beginn. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY und der V.E.R.S. Leipzig GmbH hervor. Die Gründe.

mehr ...

Immobilien

Software für Baufi-Vermittler erhöht Effizienz

Der Arbeitsalltag für Finanzierungsvermittler hat sich nicht zuletzt dank der Digitalisierung stark verändert: Tätigkeiten, die früher pro Kunde mehrere Stunden Zeit kosteten, lassen sich heute dank weniger Klicks sofort erledigen. Doch unterschiedliche Lead Schnittstellen und Accounts auf verschiedenen Plattformen erschweren den Prozess. Für dieses Problem hat die FinLink GmbH ihre gleichnamige Software entwickelt.

mehr ...

Investmentfonds

Clartan Associés und Ethos bündeln Expertise in einem ESG-Fonds

Der unabhängige Vermögensverwalter Clartan Associés und die im Bereich der sozial-verantwortlichen Investitionen langjährig erfahrene Schweizer Ethos lancieren gemeinsam einen europäischen Nachhaltigkeitsfonds: den Clartan Ethos ESG Europe Small & Mid Cap.

mehr ...

Berater

Neue Partner: Netfonds und Germanbroker.net

Die Netfonds Gruppe stellt ihren Partnern ab sofort eine Kooperation mit dem Maklerverbund Germanbroker.net im Bereich Sach- und Personenversicherung zur Verfügung.

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium lanciert Zertikat für Schweizer Profi-Investoren

Der Hamburger Logistik-Assetmanager Solvium Capital bringt die Assets „Schiffscontainer“ und „Wechselkoffer“ über ein Zertifikat auf den Schweizer Markt. Dazu ist das Unternehmen eine neu geschlossene Partnerschaft mit dem Züricher Verbriefungsspezialisten Gentwo eingegangen.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...