18. Mai 2020, 08:23
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Ökonomen: Corona leert Rentenkasse

Die Rentenkasse steuert in der Coronakrise nach Einschätzung von Ökonomen auf ein großes Finanzloch zu. Ursachen sind der rasante Anstieg der Kurzarbeit und die wachsende Arbeitslosigkeit, die die Beitragseinnahmen sinken lassen werden.

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Axel Börsch-Supan

Da die Renten nicht gekürzt werden dürfen und die Bundesregierung die Höhe des Beitrags auf maximal 20 Prozent deckeln will, wird nach Einschätzung des Rentenexperten Axel Börsch-Supan der Bund die Lücke füllen müssen.

“Die Bundeszuschüsse müssen wahrscheinlich schon 2022/23 in zweistelliger Milliardenhöhe steigen”, sagte der Direktor des Munich Center for the Economics of Aging (MEA) in der bayerischen Landeshauptstadt.

Der Versicherungskonzern Allianz schätzt, dass die Rentenkasse in diesem Jahr acht Milliarden Euro weniger einnehmen könnte. Die Coronakrise werde die Rücklage schneller als erwartet leeren und Beitragserhöhungen notwendig machen, argumentieren die Volkswirte des Versicherers. “Die andere Option wäre eine weitere Erhöhung des Anteils staatlicher Zuschüsse, um die Illusion aufrechtzuerhalten, dass höhere Ausgaben nicht notwendigerweise höhere Beiträge bedeuten.”

Nachholfaktor reaktivieren

Börsch-Supan und andere Fachleute fordern daher eine Wiedereinführung des “Nachholfaktors”. Dieser sieht vor, dass die Renten auch nach einer Rezession mit sinkenden Einkommen nicht gekürzt werden, aber anschließend langsamer steigen.

Das sieht das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) ebenso: “Wenn der Nachholfaktor bis 2025 nicht zur Anwendung kommt, obwohl sich rechnerisch negative Rentenanpassungen ergeben, dann drohen die Ausgaben dauerhaft auf ein höheres Niveau zu steigen”, schreibt Jochen Pimpertz, der Rentenfachmann des Instituts. Der Nachholfaktor solle “reaktiviert” werden. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance 

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