6. Mai 2020, 12:12
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Beschwerden beim Ombudsmann: Rechtsschutz läuft Leben den Rang ab

Die Verbraucherschlichtungsstelle Versicherungsombudsmann hat ihren Jahresbericht veröffentlicht. Insgesamt sank die Zahl der Beschwerden gegenüber 2018 um 8,1 Prozent auf 13.006 Eingaben. Mit 3.202 zulässigen Eingaben hat die Rechtsschutzversicherung zum dritten Mal in Folge der Lebensversicherung als der bis dahin zahlenstärksten Sparte (3.089 zulässige Beschwerden) den Rang abgelaufen.

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Versicherungsombudsmann Dr. h.c. Wilhelm Schluckebier

 

Nach Angabe der Schlichtungsstelle konnte die durchschnittliche Verfahrensdauer der zulässigen Beschwerden auf dem niedrigen Wert von nur 2,6 Monaten gehalten werden. Der Bericht 2019 enthält erstmals Angaben dazu, wie sich die Beschwerdewerte innerhalb der Sparten verteilen. 

So lagen in der Rechtsschutzversicherung 97,8 Prozent der Beschwerden in dem Bereich von bis zu 10.000 Euro, in dem der Ombudsmann gegen Versicherer verbindlich entscheiden kann. In der Berufsunfähigkeitsversicherung war dies dagegen nur bei jeder vierten Beschwerde der Fall (25,5 Prozent).

Auch Informationen über die Erfolgsquoten in den einzelnen Sparten finden sich nun im Bericht. Verbraucher waren bei Beschwerden gegen Versicherungsunternehmen in der Kfz-Kaskoversicherung zu 54,9 Prozent ganz oder zum Teil erfolgreich, während dies in der Unfallversicherung nur zu 29,4 Prozent der Fall war.

Unter den Versicherungssparten ist es weiterhin die Rechtsschutzversicherung, deren Beschwerden viele schwierige Rechtsfragen aufwerfen. In das Berichtsjahr fielen laut Schlichtungsstelle zwei Urteile, die den Vertragsrechtsschutz betreffen. Darin wird klargestellt, dass auch bei der Anspruchsabwehr durch den in Anspruch genommenen rechtsschutzversichertenVersicherungsnehmer für die zeitliche Festlegung des Rechtsschutzfalls auf diejenige Rechtspflichtverletzung abzustellen ist, die der Versicherungsnehmer seinem Gegner anlastet.

Zu den offenen Folgefragen gehört, ob diese Auffassung auch auf die Auslegung von Risikoausschlussklauseln, Vorsatzausschlussklauseln und die Zuordnung des Versicherungsfalls zu bestimmten Leistungsarten übertragbar ist. Bis der BGH diese und andere Fragen klärt, wird die Spruchpraxis des Ombudsmanns den Versicherern eine wichtige Orientierung bieten.

Weitere Beschwerden betrafen unter anderem in der Rechtsschutzversicherung die Wahrnehmung rechtlicher Interessen im Diesel-Abgasskandal, Risikoausschlüsse zu Kapitalanlagen, Falschberatung in der Lebensversicherung, SF-Einstufung bei Versichererwechsel in der Kfz-Haftpflicht, Leistungspflicht bei Kfz-Diebstählen in der Kaskoversicherung sowie das Kündigungsrecht des Versicherers nach Mahnungen bei Beitragsrückstand. (dr)

Foto: Klaus Lorenz

 

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