13. August 2020, 11:56
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Vor- und Nachteile einer Zusatzrente

Wer kurz vor dem Ruhestand plötzlich eine größere Menge Geld zur Verfügung hat – beispielsweise durch Auszahlung einer Lebensversicherung –, dem stehen viele Wege offen: Alternative zur Weltreise ist eine Wiederanlage etwa in eine Zusatzrente. Die Vor- und Nachteile des Modells erklärt Carolin Meiner, Vorsorge-Expertin der Ideal.

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Sicherheit und Komfort: die Sofortrente
Die Sofortrente – auch Leibrente genannt – ist eine komfortable Lösung, um im Ruhestand eine Zusatzrente zu erhalten. Das Kapital wird dabei in eine private Rentenversicherung eingezahlt, die bis zum Tod des Versicherten einen monatlichen Betrag auszahlt. Dessen Höhe richtet sich nach Alter, Versicherungsbeginn und eingezahltem Einmalbetrag.

„Wer beispielsweise mit 65 Jahren einen Betrag von 100.000 Euro überweist, erhält nach Berechnungen von Stiftung Warentest bis zum Lebensende eine monatliche Zusatzrente von circa 320 Euro zuzüglich Überschüsse“, erläutert Carolin Meiner von der Ideal Versicherung.

Je nach Anbieter könne diese garantierte Rente auch ein paar Euro mehr oder weniger betragen. Generell stelle die Sofortrente eine sehr sichere Anlageform dar. „Allerdings ist zu beachten, dass sie sich nur lohnt, wenn der Anleger sehr alt wird – vor allem bei den aktuell sehr niedrigen Zinsen. Nur wer lange lebt, bekommt mehr zurück, als er eingezahlt hat“, so die Vorsorgeexpertin. Weiterer Nachteil: Im Todesfall ist das Geld grundsätzlich verloren. Wer möchte, dass Erben den Restbetrag erhalten, muss dies vorab durch eine zusätzliche, kostenpflichtige Vereinbarung festlegen.
 
Auszahlplan von Banken und Bausparkassen
Eine weitere Möglichkeit für eine Zusatzrente ist die Anlage des Kapitals bei einer Bausparkasse oder Bank. In einem Auszahlplan werden dann die monatliche Rente und die Laufzeit festgelegt. „Allerdings kann die Laufzeit nicht angepasst oder frühzeitig gekündigt werden“, sagt Meiner. Lebt der Rentner zum Beispiel noch 25 Jahre, hat aber nur 20 Jahre vereinbart, muss er die letzten fünf Jahre auf eine Zusatzrente verzichten. Und auch hier sind die Konditionen aufgrund der Niedrigzinsen nicht besonders attraktiv. „Doch es gibt einen wichtigen Unterschied zur Sofortrente: Hier haben Erben Zugriff auf das verbliebene Kapital und können es sich auszahlen lassen“, so Meiner.
 
Auf Ziele abgestimmt: individueller Auszahlplan
Bei einem individuellen Auszahlplan wird ein persönliches Wertpapier-Depot für den angehenden Rentner eingerichtet. Ein Vermögensverwalter stellt dazu ein Portfolio nach den Anlagezielen und der Risikobereitschaft zusammen.

Meist handelt es sich dabei um sogenannte Mischmodelle, die aus Tagesgeld, Anleihen und Aktien bestehen. „Die Auszahlung wird in der Regel gesplittet: Ein Teil wird zum Renteneintritt ausgezahlt, andere Teile erst später.“ Der Vorteil: Anleger sind nicht an einen festen Verkaufszeitpunkt gebunden und können so von guten Renditen profitieren. „Hier haben Rentner eine hohe Flexibilität, allerdings kommen auch hohe Verwaltungs- beziehungsweise Bearbeitungsgebühren auf sie zu“, erklärt Meiner.
 
Vorzeitig in den Ruhestand
Wer vor seinem gesetzlichen Rentenalter in den Ruhestand gehen möchte, für den kann sich eine Investition in die gesetzliche Rentenversicherung lohnen. Durch eine Einmalzahlung können die sonst üblichen Abschläge von normalerweise 0,3 Prozent pro Monat bei einem vorzeitigen Renteneintritt ganz oder zumindest teilweise ausgeglichen werden. Wer beispielsweise als Einmalzahlung 40.000 Euro einzahlt, kann ohne Abzüge drei Jahre früher seinen Ruhestand genießen.

Wichtig: “Die Deutsche Rentenversicherung nimmt Beiträge nicht in unbegrenzter Höhe an. Die Einmalzahlung ist beschränkt“, erklärt die Ideal-Expertin. Entscheiden sich angehende Rentner später doch, länger zu arbeiten, wird durch die Zuzahlung die monatliche Rente aufgestockt. (dr)

Foto: Shutterstock

2 Kommentare

  1. Offenbar sehen die Ideal Tarife keine Restkapitalzahlung bei Tod des Versicherten vor. Das haben Andere besser gelöst.

    Kommentar von Nils Fischer — 19. August 2020 @ 12:26

  2. Da hat mal wieder einer keine Ahnung und tut diese auch noch verbreiten. Pauschalieserte Aussagen führen bei den Verbrauchern zur Unsicherheit. Vergessen wurde auch der steuerliche Aspekt. Im Todesfall gibt es, je nach Tarif, restlichen Betrag zurück.
    Bitte besser recherchieren und nich einfach drauflos brügeln.

    Kommentar von Michael Jung — 18. August 2020 @ 11:45

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