5. Mai 2020, 16:48
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„Wir wollen ein Viertel des Neugeschäfts dort realisieren“

Im Frühjahr hatte Prisma Life seine 2019 Bilanz vorgelegt. Cash. sprach mit Prisma Life CEO Holger Beitz und COO Volker Schulz über die Chancen des Cross-Border-Geschäfts mitten in der Corona-Pandemie sowie  den Start des Vertriebs in Österreich und der Schweiz.

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Holger Beitz, Prisma Life AG

Sie hatten im April ihre Bilanz für 2019 vorgelegt. Wie zufrieden waren Sie mit dem Geschäftsjahr 2019?

Schulz: Sehr erfolgreich. Wir haben 133 Millionen Euro Beitragseinnahmen und verwalten 1,3 Milliarde Euro Kundengelder. Als Prisma Life liegt unser Fokus auf Nettotarifen. Wir wollen maximal ein Drittel de Neugeschäfts im Bruttogeschäft erzielen. Da wir aber mit der betrieblichen Altersversorgung 2019 sehr erfolgreich waren, ist der Anteil des Bruttogeschäfts von 24 auf rund 30 Prozent gestiegen.

Insgesamt legte unser Neugeschäft um sechs Prozent auf 211 Millionen Euro Beitragsbewertungssumme zu, der Überschuss stieg auf sechs Millionen Euro. Damit sind wir sehr zufrieden und es gibt uns Spielräume für Wachstum und Neugeschäft. Durch das gute Jahresergebnis konnten wir zudem die Solvabilitätsquote von 130 auf 136,9 Prozent steigern. Und die weisen wir ohne Übergangsmaßnahmen aus.

Wo lagen für Sie denn die großen Herausforderungen des vergangenen Jahres?

Beitz: Die größte Herausforderung war, den ersten Schritt in Richtung Internationalisierung zu gehen. Das hat für uns eine große Bedeutung gehabt, weil die Prisma Life bis Anfang 2019 ja rein auf den deutschen oder deutschsprachigen Markt ausgerichtet. Parallel hatten wir einen Change im Außenauftritt und sind nun bilingual unterwegs, wie man auch am deutsch-englischsprachigen Internetauftritt sehen kann. Ein ganzes Unternehmen international auszurichten, ist schon ein bedeutender Schritt.

Stichwort Cross-Border: Welchen Anteil trägt Österreich an der Gesamtbilanz und wie sieht es in der Schweiz aus?

Beitz: Österreich macht etwa fünf Prozent des Gesamtbestandes aus. Das ist ein solider Bestand. Aufgrund der Pandemie sind unsere Vertriebsaktivitäten aktuell stark heruntergefahren. Und um es gleich vorwegzunehmen: Die Pandemie hat uns auch den Vertriebsstart in der Schweiz verhagelt.

Wir haben Kontakt mit unseren Vertriebspartnern und nutzen die Zeit intensiv, um die Produktpartner auf unsere Produkte einzuschulen. Trotzdem sind wir mit dem Blick auf das Geschäftsjahr 2020 optimistisch. Auch weil wir wissen, dass sich die Partner bereits jetzt einen Akquisition-Pool schaffen. Sollte es keinen Rückschlag geben, rechnen wir damit, dass sich die Situation Mitte des Jahres – Juni, Juli – normalisieren dürfte. Auf das zweite Halbjahr setzen wir große Hoffnung, auch weil in der Schweiz ausreichend Geld und Vermögen vorhanden sind, dass angelegt werden will.

Welche Marktanteile peilen Sie für beide Länder an?

Beitz: Hätten Sie mich zu Jahresbeginn gefragt, hätte ich Ihnen das ziemlich genau sagen können. Zur Zeit sind Prognosen aber nicht seriös. Mittelfristig würde ich prognostizieren wollen, dass wir rund ein Viertel unseres Geschäftes aus diesem Bereich auch realisieren werden. Dennoch wird unsere Bestand wird für längere Zeit durch Deutschland dominiert. Selbst jetzt machen wir ein relativ konstantes Neugeschäft in Deutschland.

Sie hatten auch angekündigt, dass Sie in diesem Jahr auch für Italien den Markteintritt planen. Ist der Zeitplan angesichts der Auswirkungen der Pandemie dort überhaupt noch realistisch?

Beitz: Für Italien hatten wir den Vertriebsstart nach den italienischen Sommerferien im September vorgesehen. Unsere Vermittlern vor Ort leben im Zentrum des Corona-Gebietes. Doch sie sind sehr optimistisch, dass Sie im Herbst wieder arbeiten können. Sie halten derzeit die Kundenkontakte beziehungsweise bahnen diese an. Sobald wir das Produkt Ende August oder Anfang September gelauncht haben können wir als Liechtensteiner Gesellschaft mit durchaus nicht geringem Geschäft rechnen. Weil die Italiener sehr viel Vertrauen in das Finanzsystem haben und das Geld gern dort anlegen wollen.

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