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24. Oktober 2012, 09:27
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Ein Parfüm von Oktober 1987 auf dem Börsenparkett

Gastkolumnist Roland Leuschel zählt seit den 1980er-Jahren mit seinen korrekten Voraussagen des Oktober-Börsencrashs 1987 und des Salami-Crashs 1990 in Japan zu den großen Börsenberühmtheiten Europas.

Börsencrash: Roland LeuschelEnde Juli wurde ich von einem Börsenmagazin interviewt, und auf die Frage, wo sehen Sie den Dax Ende 2012, antwortete ich: bei 6.000 oder darunter. Damals stand der Dax bei 6.300, und heute sind wir (Montag 22.10.) bei 7.400 angelangt, also rund 17% höher. So ist das mit den Prognosen.

Und trotzdem ändere ich meine Meinung nicht. Das wirtschaftliche Umfeld bleibt schlecht und wird von Tag zu Tag schlechter. Selbst der IWF hat seine Wirtschaftsprognosen für nächstes Jahr stark zurück genommen und warnt, “Die Gefahren einer globalen Rezession sind alarmierend hoch”.

Aber die Weltgemeinschaft der Anleger scheint das wenig zu interessieren, wenn man von dem Shanghai Composite Index absieht, der mittlerweile von seinem Hoch von 6.600 auf 2.000 abgesunken ist.

Besonders die deutschen Anleger scheinen in einer gewissen Euphorie zu sein und schlagen Empfehlungen von seriösen Börsenexperten wie Claus Vogt in den Wind.

Dieser schreibt in seinem letzten Börsenbrief vom 22. Oktober: “ Modelle, die auf historische und theoretische Zusammenhänge setzen, um das Risiko an den Aktienmärkten zu messen, haben inzwischen die höchst mögliche Gefahrenstufe erreicht.

Damit muss das Jahr 2012 in einem Atemzug mit den Jahren 1972, 1987, und 1999/2000 und 2007 genannt werden.”

Die finanzielle Repression

Ein Grund für die Euphorie der Anleger und ihr abhanden gekommenes Realitätsvermögen ist die von den Notenbanken entfachte Liquiditätsfülle. Die Deutsche Bundesbank hat zu ihrer Zeit stets darauf geachtet, einen positiven Realzins zu haben, das heisst der Sparer hatte stets eine höhere Zinsvergütung als die jeweilige Inflationsrate.

Seit 1955 lag der Realzins in Deutschland bei rund 3,7%. Unter dem Gelddrucker Draghi und seiner EZB liegt der Realzins derzeit unter 0%, das heisst er ist negativ. Bei grob gerechnet 3 Billionen Euro Sparaufkommen in Deutschland werden so rund 100 Milliarden Euro der Sparer von der EZB und dem Staat vernichtet, es herrscht also eine finanzielle Depression.

So bleibt nur das Fazit des bereits erwähnten IWF-Berichts: “The stock market has overly discounted an optimistic outlook and is now vulnerable to a severe decline.” Man kann den kommenden Crash am Aktienmarkt geradezu riechen.

Ich bleibe bei meiner Strategie seit 2002, dargelegt in dem mit Claus Vogt geschriebenen Buch “Das Greenspan Dossier” und halte in erster Linie physisches Gold, wobei ich betone, dieses Gold auch “geografisch” zu streuen.

Seit 2002 hat sich der Goldpreis um 800% erhöht, und trotzdem glaube ich, er befindet sich noch nicht in einer Blase. Er könnte also ohne Probleme auf 2.000 bis 3.000 Dollar pro Feinunze ansteigen. Sollte er in den nächsten 12 Monaten über diese Grenze steigen, dann wird es für uns alle ungemütlich, auch für die Besitzer von Goldmünzen und Goldbarren.

Und vergessen Sie nicht die Worte von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker, der schon im April 2011 wörtlich sagte: “Wenn es ernst wird, muss man lügen.”, und vor 83 Jahren am 23. Oktober begann der grosse Crash von 1929.

Roland Leuschel studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Karlsruhe und Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin. Gemeinsam mit Claus Vogt ist er Autor der Bücher “Die Inflationsfalle . Retten Sie Ihr Vermögen!” (Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2009) und “Das Greenspan Dossier” (München 2004 ISBN 3-89879-184-X).

Foto: Aequitas Capital Partners GmbH und Shutterstock

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