Rezession ante portas?

Da an Aktienmärkten bekanntlich die Zukunft gehandelt wird, scheint der Kursknick den zu erwartenden Gewinnknick der Unternehmen, der dem Umsatzeinbruch folgt, bereits vorwegzunehmen.

Grafik 2: Gewinnwachstum und Kursentwicklung Aktien weltweit

Wenn sich diese Risiken auch noch geballt materialisieren, steht mindestens ein Weltwirtschaftseinbruch wie 2009 bevor. Und dann macht es keinen Sinn, in den Aktienmarkt zu investieren, bevor der Crash vorbei ist.

Bis zur nächsten Präsidentschaftswahl bietet sich ein Zeitfenster

Nachdem Trumps Wahlkampfgeschrei verhallt ist, kann er sich der Kraft des Faktischen widmen und neue Handelsabkommen mit China und später mit Europa schließen. Auch er weiß, dass höhere Importzölle die Gewinnmargen amerikanischer Unternehmen wegfressen wie Motten den Mantel im Schrank und dass der amerikanischen Industriewüste der fruchtbare Nährboden fehlt, um Importe aus Übersee auszugleichen. Und wenn China und Europa das Taschengeld aus dem Außenhandel mit den USA fehlt, wird der Traum eines wiedergeborenen Exportlandes Amerika zum Alptraum. Ein Handelskrieg mit Schmackes würde schließlich dem Arbeits- und Aktienmarkt Schmerzen verursachen. Mit Blick auf seine Chancen auf Wiederwahl ist auch Trump letztlich ein stinknormaler Opportunist.

Umgekehrt sind Exportregionen wie China und Europa zu Kompromissen gezwungen, selbst wenn die neuen Handelsabkommen Amerika deutlich besserstellen als im Status Quo. Doch werden sie dieses Opfer für die Bewahrung des Freihandels gerne bringen.

Seite drei: Wenn in Europa alle in einem Boot sitzen, darf niemand den Bohrer benutzen

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