Digitales Gold: Studie sieht Potenzial von bis zu 700 Milliarden US-Dollar

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Eine Studie beziffert das Potenzial von digitalem Gold und zeigt, welche Hürden Anbieter für weiteres Wachstum abbauen müssen.

Der Markt für digitales Gold könnte deutlich wachsen. Eine Studie von World Gold Council und Boston Consulting Group beziffert die bislang unerschlossene Nachfrage auf bis zu 700 Milliarden US-Dollar. Entscheidend ist, ob Anbieter die bestehenden Hürden überwinden.

Der Markt für digitales Gold ist derzeit 45 bis 55 Milliarden US-Dollar groß. Eine neue Studie des World Gold Council und der Boston Consulting Group (BCG) schätzt die latente Nachfrage auf bis zu 700 Milliarden US-Dollar. Fast neun von zehn befragten Privatanlegerinnen und Privatanlegern würden demnach unter passenden Voraussetzungen eine Investition in Betracht ziehen.

Die 700 Milliarden US-Dollar sind keine kurzfristige Marktprognose, sondern das geschätzte Potenzial, das sich durch den Abbau bestehender Markteintrittsbarrieren erschließen ließe. Im Basisszenario wächst der Markt in den kommenden fünf Jahren jährlich um rund 27 Prozent. Bis 2031 könnte sein Volumen auf 160 bis 170 Milliarden US-Dollar steigen. Werden Hürden schneller beseitigt, hält die Studie im selben Zeitraum 270 bis 280 Milliarden US-Dollar für möglich.


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Die Nachfrage nach tokenisierten Anlageprodukten nimmt bereits zu. Tokenisiertes Gold ist neben digital verwahrtem Gold („Vaulted Digital Gold“) ein Segment des digitalen Goldmarktes. Sein Marktwert hat sich seit Ende 2024 verfünffacht und liegt inzwischen bei rund sechs Milliarden US-Dollar. Das kumulierte Spot-Handelsvolumen überstieg im ersten Quartal 2026 die Marke von 90 Milliarden US-Dollar und damit bereits das Volumen des gesamten Jahres 2025.

Vertrauen und Zugang als zentrale Voraussetzungen

Die Studie identifiziert vier Hürden: Vertrauen, Zugang, Nutzungsmöglichkeiten und Kosten. Für das Vertrauen der Befragten sind vor allem ein stärkerer Anlegerschutz, transparente Nachweise über die physische Deckung, einfache Rückgabemöglichkeiten und klarere regulatorische Rahmenbedingungen wichtig.

Auch die Vertriebskanäle spielen eine Rolle. In China, Indien und Indonesien wird digitales Gold etwa über vertraute Angebote wie Super-Apps, Zahlungsplattformen und Banking-Apps vertrieben. Dort ist der Anteil der Anlegerinnen und Anleger, die digitales Gold besitzen, derzeit bis zu siebenmal höher als in Märkten mit weniger entwickelten Angeboten.

Das Wachstum könnte dem gesamten Goldmarkt zusätzliche Nachfrage bringen, statt lediglich Anlagen innerhalb des Marktes zu verschieben. Rund 65 Prozent der latenten Nachfrage entfallen laut Studie auf Menschen, die bislang kein Gold besitzen. 52 Prozent der heutigen Anlegerinnen und Anleger in digitales Gold hatten vor ihrem ersten Kauf noch nie Gold besessen. Von ihnen erwarben anschließend 92 Prozent auch andere Goldformen.

Digitales Gold als Einstieg in den Goldmarkt

Selbst wenn mögliche Verschiebungen zwischen bestehenden Goldanlagen berücksichtigt werden, erwartet das Basisszenario bis 2031 eine zusätzliche Goldnachfrage von rund 95 Milliarden US-Dollar. Besonders jüngere Anlegerinnen und Anleger treiben die Entwicklung voran: Bei den 25- bis 34-Jährigen kennen 50 Prozent digitales Gold, bei den über 55-Jährigen sind es 23 Prozent.

David Tait, Chief Executive Officer des World Gold Council, kommentiert: „Das große Interesse der Anlegerinnen und Anleger an digitalem Gold ist offensichtlich. Damit sich dieses Interesse jedoch in eine breite Nachfrage übersetzen lässt, braucht es die entsprechende Infrastruktur. Genau hier setzt unsere Initiative ‹Gold as a Service› an. Die derzeit im Aufbau befindliche gemeinsame Infrastruktur soll Emittenten dabei unterstützen, wettbewerbsfähige und regulatorisch konforme digitale Goldprodukte effizienter auf den Markt zu bringen. Sie stellt dafür Leistungen in den Bereichen Beschaffung, Verwahrung und Compliance bereit, die Anbieter andernfalls selbst aufbauen müssten. Doch Infrastruktur allein reicht nicht aus. Um einen liquiden und vertrauenswürdigen Markt zu schaffen, muss die gesamte Branche gemeinsame Standards etablieren. Nur so können Anlegerinnen und Anleger darauf vertrauen, was sie kaufen.“

Urs Rahne, Managing Director und Partner bei der Boston Consulting Group, kommentiert: „Wir sind dieses Projekt mit der Überzeugung angegangen, dass Gold das Potenzial hat, zum glaubwürdigsten digitalen Vermögenswert der Welt zu werden - nicht trotz seiner physischen Beschaffenheit, sondern gerade wegen ihr. Unsere Forschung hat uns sowohl in unserer Einschätzung des enormen Marktpotenzials bestärkt als auch ein klareres Verständnis dafür vermittelt, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um dieses Potenzial vollständig auszuschöpfen.“

Die Studie „Digital Gold: Unlocking a US$700bn Opportunity“ wurde im Rahmen der Money20/20 USA vorgestellt. Sie ist auf der Website des World Gold Council abrufbar.

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