Nachdem Gold und Silber neue Rekordpreise erreicht haben, halten Investoren auch im Jahr 2026 an Edelmetallen fest. Das zeigt eine aktuelle Kundenumfrage von BullionVault, einem Marktplatz für den Handel und die Verwahrung von Edelmetallen für Privatanleger. Trotz der stärksten jährlichen Preisgewinne seit 1979 wollen mehr als neun von zehn Befragten ihre Bestände halten oder weiter ausbauen.
Im Durchschnitt geben die Nutzer an, rund ein Drittel ihres gesamten Spar- und Anlagevermögens in Edelmetallen zu halten. Der Anteil liegt bei 33,3 Prozent und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 24,6 Prozent. Zum Jahreswechsel 2024 lag die Quote noch bei 16,4 Prozent. BullionVault verwahrt für seine internationale Kundschaft inzwischen Edelmetalle im Wert von 8,4 Milliarden Euro in Gold, Silber, Platin und Palladium.
Auch im Branchenvergleich fällt die hohe Quote auf. Die US-Investmentbank Morgan Stanley empfiehlt mittlerweile eine Goldgewichtung von 20 Prozent, während die Bank of America eine Quote von bis zu 30 Prozent für angemessen hält.
Steigende Quoten trotz hoher Preise
„Ein Drittel des eigenen Vermögens in Edelmetalle zu investieren, mag verrückt klingen“, sagt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault. „Doch das liegt nur geringfügig über dem, was die Wall Street inzwischen empfiehlt, und für langfristige Anleger ist es eine natürliche Folge des anhaltenden Vertrauens in Gold und Silber, während ihr mehrjähriger Bullenmarkt weiterläuft. Diversifikation und Geldentwertung sind heute die Hauptgründe, warum Menschen in Edelmetalle investieren.“
Konkret planen 47,4 Prozent der Befragten, im laufenden Jahr weiteres Edelmetall zu kaufen. Weitere 44,4 Prozent wollen ihre Positionen unverändert lassen. Verkäufe spielen damit nur eine untergeordnete Rolle, obwohl die Preise auf historischen Höchstständen notieren.
Innerhalb der Gruppe der Anleger, die ihre Bestände halten wollen, gibt eine klare Mehrheit an, auch bei weiter steigenden Preisen nicht umzuschichten. 84,0 Prozent dieser Investoren wollen das absolute Volumen beibehalten und damit den Anteil von Edelmetallen am Gesamtportfolio weiter wachsen lassen.
Krisenabsicherung als zentrales Motiv
Bei den Beweggründen für den Kauf und Besitz von Edelmetallen steht die Absicherung gegen Krisen an erster Stelle. 22,4 Prozent der Teilnehmer nennen dieses Motiv als ausschlaggebend. Knapp dahinter folgen die Sorge vor Inflation und vor einer Entwertung von Währungen mit 21,8 Prozent.
Weitere Anleger sehen Gold und Silber als „hartes Geld“, das eines Tages wieder eine stärkere Rolle im Währungssystem spielen könnte. Dieses Argument nennen 17,1 Prozent der Befragten. Für 12,9 Prozent fungieren Edelmetalle als Basisinvestment, das das übrige Portfolio in unterschiedlichen Marktphasen stabilisiert.
„Dieser Bullenmarkt lebt nicht nur davon, dass Käufer die Preise nach oben treiben, sondern ebenso davon, dass bestehende Anleger selbst auf diesen Rekordniveaus nicht verkaufen“, sagt Ash. „Während der aktuelle Preissprung bei Gold und Silber das Risiko einer heftigen Korrektur erhöht, dominieren geopolitische Turbulenzen und die Gefahr langfristiger Inflation die Sorgen der Investoren. Die Zahl der neuen Käufer steigt stark, während bestehende Anleger weiterhin eisern festhalten.“
Einen Überblick über den aktuellen Goldpreis finden Sie hier, eine Übersicht zur Entwicklung des Silberpreises finden Sie hier.














