Rote Augen, Niesanfälle, Atemnot: Für viele Allergiker beginnt mit den ersten Frühblühern eine belastende Phase. Zwar stehen heute verschiedene Therapien zur Verfügung, dennoch kämpfen zahlreiche Betroffene weiterhin mit spürbaren Einschränkungen im Alltag.
Von einer klar abgegrenzten Pollensaison kann nach Einschätzung der Arag Gesundheitsexperten kaum noch die Rede sein. In milden Wintern fliegen Erlen- und Haselpollen bereits im Januar und Februar, gefolgt von Birke und Buche im Frühjahr sowie Gräserpollen im Sommer. Pollenfreie Zeiten werden seltener.
Mehr als zwölf Millionen Menschen in Deutschland bezeichnen sich selbst als Allergiker. Über 30 Prozent der Bevölkerung entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Allergie. Heuschnupfen ist die häufigste Form: Rund 15 Prozent der Erwachsenen und etwa elf Prozent der Kinder sind betroffen. Als ein Treiber gilt unter anderem der Klimawandel, der längere Pollensaisons und kürzere Erholungsphasen begünstigt.
Wenn Allergien arbeitsunfähig machen
Schwere allergische Reaktionen können über tränende Augen und Niesreiz hinausgehen. Bei ausgeprägten Verläufen drohen Asthmaanfälle, starke Erschöpfung und Konzentrationsprobleme. In solchen Fällen kann auch eine Krankschreibung gerechtfertigt sein.
Rechtlich gilt: Arbeitnehmer sind arbeitsunfähig, wenn ihr Gesundheitszustand es nicht zulässt, die vertraglich geschuldete Tätigkeit auszuüben. Das bestätigt ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts (Az.: 5 AZR 37/91). Die Regelung ist nicht auf bestimmte Krankheitsbilder beschränkt und umfasst somit auch allergiebedingte Beschwerden.
Für Eltern allergischer Kinder ist insbesondere der Schulstart eine sensible Phase. Experten raten, das Thema sachlich und offen zu behandeln, ohne das Kind in eine Sonderrolle zu drängen. Wichtig ist, dass Kinder lernen, selbstbewusst mit ihrer Erkrankung umzugehen und notwendige Hilfsmittel wie ein Asthmaspray sicher anzuwenden. Lehrkräfte sollten informiert sein, damit sie im Ernstfall angemessen reagieren können.
Ursachen, Prävention und Therapie
Ob eine Allergie entsteht, hängt maßgeblich von genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren ab. Rauchen und Luftschadstoffe erhöhen das Risiko zusätzlich. Studien zeigen hingegen, dass Kinder mit frühem, regelmäßigem Kontakt zu Haustieren seltener Allergien entwickeln als Gleichaltrige ohne entsprechende Erfahrungen.
Im Alltag hilft es, den Pollenkalender im Blick zu behalten und Aktivitäten im Freien an stark belasteten Tagen zu reduzieren. Auch angepasste Lüftungszeiten können die Pollenbelastung in Innenräumen senken. In der Stadt empfiehlt sich das Lüften in den frühen Morgenstunden, auf dem Land eher am Abend.
Zur Linderung der Symptome stehen Antihistaminika, Augentropfen und Nasensprays zur Verfügung. Nasenduschen können Pollen aus den Schleimhäuten entfernen, Dampfbäder befeuchten die Atemwege, kühle Umschläge beruhigen gereizte Augen. Bei ausgeprägtem Heuschnupfen raten die ARAG Experten zu einer ärztlichen Abklärung. Neben der medikamentösen Behandlung kann eine Desensibilisierung sinnvoll sein. Dabei wird das Allergen über mehrere Jahre in steigender Dosierung verabreicht, um das Immunsystem langfristig an den Auslöser zu gewöhnen und die Beschwerden zu reduzieren.














