Kampf gegen Inflation: Wie globale Aktien schützen können

Geldstrudel aus 50 Euroscheinen
Foto: PantherMedia/pantusc11
Wertverlust durch Inflation

Globale Aktien spielen aus guten Gründen eine Schlüsselrolle in vielen Anlageportfolios. Sie bieten Diversifizierungsvorteile und die Partizipation an Unternehmen aus verschiedenen Sektoren mit sehr unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Mit Blick auf die Industrieländer sieht Bertrand Cliquet, Portfolio Manager der Lazard Global Equity Franchise-Strategie, jedoch noch einen weiteren Grund für eine Position in globalen Aktien: den Schutz vor Inflation.

„Globale Aktien können Portfolios auf eine Weise vor den kapitalfressenden Auswirkungen der Inflation schützen, wie es die meisten Anleihen derzeit nicht können“, erklärt Cliquet. Anleihen würden Anlegern nach jahrelangen Tiefständen mittlerweile zwar deutlich höhere nominale Renditen bieten, aber die realen Renditen seien auf Grund der weiterhin hohen Inflation recht niedrig geblieben. „Aus unserer Sicht ist der Kampf gegen die Inflation noch lange nicht gewonnen und Anleger müssen sich entsprechend positionieren. Globale Aktien sind eine gute und einfache Möglichkeit, sich vor Inflation zu schützen“, so der Experte.

Aktienauswahl ist entscheidend

Damit globale Aktien im Portfolio tatsächlich einen Schutzwall gegen den Wertverlust durch die Inflation darstellen können, sei die Aktienauswahl entscheidend. Cliquet und sein Team setzen auf so genannte Economic-Franchise-Unternehmen: „Wir definieren Economic-Franchise-Unternehmen als Unternehmen, deren Erträge besser vorhersehbar sind, während ihre großen Wettbewerbsvorteile wie z. B. ein natürliches Monopol, Kostenführerschaft oder Netzwerkeffekte es ihnen ermöglichen, hohe Renditen bis weit in die Zukunft hinein aufrechtzuerhalten.“ Aus Sicht Cliquets weisen nur etwa 250 Unternehmen aus dem globalen Aktienanlageuniversum diese Merkmale auf. 

„Die Vorteile der so identifizierten Unternehmen lassen sich jedoch nur realisieren, wenn auch eine strenge Bewertungsdisziplin eingehalten wird“, so Cliquet. Denn Economic-Franchise-Unternehmen würden in der Regel zu relativ hohen Marktbewertungen gehandelt, da ihre Cashflows ein geringes Risiko aufweisen würden, die Kapitalrenditen hoch seien und sie solide Wachstumsmöglichkeiten böten. „Um die Rendite zu maximieren, dürfen Anleger für diese Eigenschaften nicht zu viel bezahlen“, erklärt Cliquet. „Wir listen daher alle in Frage kommenden Aktien in der Reihenfolge ihrer erwarteten Rendite auf und investieren nur in diejenigen, von denen wir glauben, dass sie uns eine angemessene jährliche Rendite bieten können.“

Über verschiedene Marktumgebungen und Anlagezyklen hinweg

Ein solch strenger Ansatz ist aus Sicht Cliquets für verschiedene Marktumgebungen über einen vollständigen Anlagezyklus hinweg geeignet. „Unsere Strategie konnte in der Vergangenheit mit steigenden Märkten Schritt halten, was bei Value-orientierten Strategien eher selten der Fall ist“, sagt Cliquet. „In fallenden Märkten hat sie sich jedoch besonders gut behauptet. Die knapp dreißig Aktien, die wir derzeit halten, sind günstig bewertet, weisen erhebliche Abschläge auf ihren inneren Wert auf und verfügen über weiteres Aufwärtspotenzial.“

Das inflationäre Umfeld wird nach Ansicht Cliquets auch weiterhin eine große Herausforderung darstellen, insbesondere angesichts der aktuellen Höhe der Kerninflation. Gleichzeitig dürften die Zentralbanken in ihrem Kampf um die Eindämmung des Preisdrucks keine Kompromisse eingehen. „Ein solches Umfeld ist für Unternehmen wie Anleger nicht einfach. Wir setzen deshalb auf Unternehmen, die eine hohe Ertragsvisibilität bieten. Denn was die Erträge anbelangt, so sind die Erwartungen vieler Marktteilnehmer an weiter steigende Margen aus unserer Sicht zu optimistisch“, sagt der Portfoliomanager. 

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments