Kolumne „Bettgeflüster“: Wer jede Veränderung ablehnt, sabotiert sich selbst

Foto: Mareike Fell/Max Thinius
In Ihrer Kolumne Bettgeflüster wollen Mareike Fell und Max Thinius den Zukunftsthemen auf den Grund gehen.

Die Kolumne "Bettgeflüster" beschäftigt sich mit den Fragen der Zukunft, über die keiner sich traut, offiziell und im üblichen Kontext von Zukunftsgestaltung zu reden. Aber wir: Max und Mareike – der Futurologe und die Mindarchitektin.

In der heutigen Kolumne geht es darum, wie uns unser „Upper Limit“ davon abhält, die schönste Version unserer eigenen Zukunft zu erreichen klingelt da was bei Ihnen? Dann lesen Sie unbedingt weiter! Denn die Seele führt – immer.

Was wir denken was die Zukunft ist – und was sie wirklich ist.  

Wenn wir so in die Welt schauen, sehen wir überall um uns herum Veränderungen. Die meisten Menschen fühlen sich davon überfordert. Viele wünschen sich sogar alte Zeiten zurück, alte Strukturen und gesellschaftliche Systeme. Übrigens ein Grund, warum rechte Parteien so einen hohen Zuspruch haben derzeit: Früher war alles gut. Die Vergangenheit scheint uns sicher. Klar, ist ja auch schon passiert, vorbei. Die Zukunft dagegen erscheint uns unsicher, denn wir wissen nicht was kommt. Wir sind angespannt: Passt unser Wissen, unser Job, unser Alltag? Lernen die Kinder das Richtige? Wie verändert sich meine Existenz? Dabei ist die Zukunft viel sicherer als die Vergangenheit, denn Innovationen schaffen zu über 80 Prozent Verbesserungen – wenn wir sie annehmen und damit umgehen. Sonst nicht.

Wir schauen in die Welt und sehen „schwarz“! Das sind die Krisen die uns umgeben. Das ist all das, was heute anders funktioniert als wir es gewohnt sind. Wir sind industriell sozialisiert und wir haben die letzten rund 200 Jahre ein Wissen aufgebaut das uns sagt wie das Leben funktioniert. Und jede Innovation scheint uns etwas von diesem Wissen zu nehmen. 

Innovationen sind wichtig, machen aber auch Angst

Dabei sind diese Innovationen wichtig, damit wir uns in der Gesellschaft auch zukünftig sicher und mit hoher Lebensqualität bewegen können. So haben wir mit Beginn der Industrialisierung zwar die Dampfmaschine gehabt, mussten aber erst für Gewerkschaften kämpfen, damit wir Sozialgesetze und Versicherungen bekommen. Wir brauchten damals auch eine neue Währung, das Bankgeld und neue Einkaufsmöglichkeiten, da immer weniger Menschen einen Hof zur Selbstversorgung hatten: Tante Emma und später die Supermärkte entstanden. Und klar: auch heute wird sich das alles ändern: neue Gesetze, Regeln, Strukturen, Einkaufsmöglichkeiten, Städte ändern sich, neue Währung, der digitale Euro, neues Arbeiten und Leben.

Wie schnell wir mit diesen Veränderungen klar kommen und sie positiv für unser Leben nutzen können, hängt von unserem „Upper Limit“ ab. Je höher wir das setzen desto besser. Stellen Sie sich ganz einfach vor, da kommt etwas Neues auf Sie zu. Sie sagen „Nein, das will ich nicht!“ Dann kommt etwas anderes Neues, Sie sagen wieder „Nein, das will ich nicht!“ Je öfter im Leben Sie das tun, desto weniger können Sie Neues ausprobieren. Sie stoßen regelmäßig an Ihr „Upper Limit“. Wenn Sie statt dessen zunächst „Ja, das probiere ich mal aus!“ sagen, erweitern Sie ihre Möglichkeiten ungemein. Sie können hinterher immer noch sagen „Das passt nicht zu mir!“, aber dann haben Sie es ausprobiert und wissen vielleicht für später, wie Sie es nutzen können. Sie erweitern auf diese Weise ihr „Upper Limit“, denn sie schaffen sich eine wertvolle Plattform an Möglichkeiten, mit der Sie auf Unvorhergesehenes in Ihrem Leben, Ihrer Karriere, Ihrer Beziehung schnell reagieren können. Und das schafft Sicherheit.

Raus aus der Selbstsabotage

Bei den Nein-Sagern spricht die Wissenschaft  hier von Selbstbehinderung oder Selbstsabotage, wenn Menschen aktiv – wenn auch ungewollt und unbewusst, wider besseren Wissens und Könnens durch ihr eigenes Verhalten das Erreichen ihrer Ziele oder die Erfüllung ihrer Wünsche verhindern. 

Dieses auf den ersten Blick widersprüchliche Verhalten macht jedoch Sinn, wenn wir es betrachten als Kampf zwischen Seele und Kopf. Manchmal bekommt die Seele „kalte Füße“. Angst – und zwar dann, wenn wir über unser verinnerlichtes „Upper limit“ hinaus geschossen sind. Dieses so genannte „Upper limit“ meint unsere ganz individuelle Grenze des Erlaubten und Bekannten. Wie ein inneres Barometer, das bestimmt, wieviel Erfolg, Reichtum, Geld oder Liebe wir uns erlauben oder welcher Erzählung von einem sinnvollen und glücklichen Leben wir folgen. Alles darüber hinaus macht Angst – und wird sabotiert. 

Aber: Sie können dieses „Upper Limit“ ganz einfach erweitern – und damit die Möglichkeiten Ihre eigene Zukunft aktiv zu gestalten. Indem Sie einfach öfter mal „Ja, das probiere ich mal aus!“ zu Neuerungen und Unbekanntem sagen. Es gibt übrigens sogar Studien die aufzeigen, dass uns Entscheidungen zu Neuem in rund zwei Dritteln deutliche Verbesserungen unserer eigenen Situation bescheren. Auch das lässt sich erklären: das „Alte“ ist oft ausgelaugt, wir kennen die Potenziale und habe alles durchgespielt. Damit können wir weder uns, noch andere überraschen. Um uns herum entwickelt sich die Welt aber  weiter. Je aktueller wir also unser eigenes Betriebssystem halten, desto besser passt es mit der Welt zusammen.

Angst überwinden

Wenn  Sie Ihr Upper Limit, Ihre innere Grenze, überflügeln möchten, schauen Sie vorher auf Ihre Seele: Wo wittert sie Gefahr? Wo sitzt die Angst? Denn die Angst wird es sein, die Sie boykottieren, behindern und sabotieren wird mit unbewussten (Fehl-) Entscheidungen und mit einem im Rückblick dann oft seltsamen Verhalten, dem wir scheinbar ohnmächtig ausgeliefert waren. 

Das heißt aber nicht, dass Sie wahllos alles Neue ausprobieren sollten. Sie haben mit dem Upper Limit einen inneren Kompass der das eine Drittel, das das Neue nicht besser macht, ganz aussortieren kann. Das Upper Limit hat nämlich durchaus eine empfehlende Kraft – auf die hören sollten. Dazu müssen Sie sie trainieren. Planen Sie ruhig Ihre nächsten Schritte und großen Ziele für die Zukunft, haben Sie grenzlose Wünsche – schauen Sie gerne auch auf den Preis, den ein Erfolg mit sich brächte. Schauen Sie hin, bis Sie auch hier eine tiefe innere Erlaubnis verspüren, dann steht einem Erfolg nichts mehr im Weg.

Im Gegenteil: Ist Ihre Seele mit an Bord, eröffnen sich plötzlich Möglichkeiten, die Sie nicht für möglich gehalten hätten! Viele Menschen sagen hier auch: „Das ist mein Bauchgefühl!“ Kann sein! Wichtig ist vielmehr, dass Sie sich immer wieder bewusst fragen und in sich hinein hören. Denn wenn Sie dann später die Ergebnisse mit ihrem Gefühl bei der Entscheidung abgleichen, bekommen Sie zunehmend ein Gespür dafür was richtig ist und was nicht. So erweitern Sie die Fähigkeit ihr Upper Limit immer besser für Sie einzusetzen und damit Ihre Möglichkeiten Zukunft zu gestalten.

Herzlich fröhlich in Ihre zunehmend selbst gestaltete Zukunft!

Max und Mareike

Hier unsere Tipps für Sie um ihr Upper Limit zu erweitern:

  • Fragen Sie sich ernsthaft: „Was erlaube ich mir eigentlich? Was glaube ich, wer ich bin? Für wen halte ich mich?“
  • Nehmen Sie wahr, woher Ihr Ziel oder Ihr Wunsch kommt: Herz oder Kopf? Kommt es von Herzen, wird der Kopf die Lösung finden. Er steht nicht im Weg.
  • Kommen Wunsch oder Ziel vom Kopf, schauen Sie auf den Preis, den ein Erreichen Ihres Ziels oder Wunsches mit sich bringen würde. Kommen Sie damit klar? 
  • Wenn Sie einen inneren Widerstand spüren, spüren Sie dem nach: Unter welcher Bedingung ist das Ziel nicht mehr beängstigend? Was brauche ich dazu? Wo fehlt mir noch die innere Erlaubnis?
  • Treffen Sie Ihre Entscheidungen für Neues bewußt und trainieren Sie so die Wahrnehmung Ihres Upper Limits. Es wird zunehmend zu einem Kompass und Sie werden immer mehr Möglichkeiten zur Gestaltung ihrer Zukunft bekommen.

Vortrag bei der diesjährigen Cash. Digital Week vom 19. bis 23. Juni

Max Thinius (www.maxthinius.de) ist Europas führender Futurologe und Zukunftsgestalter. Er unterstützt Menschen, Regionen und Unternehmen die Möglichkeiten Ihrer Zukunft zu erkennen und umzusetzen. Mareike Fell hält als Mindarchitektin zahlreiche Vorträge zu Themen rund um die eigene Potenzialerweiterung (www.diesinnstiftung.de). Sie zeigt persönliche Potenziale auf und wie man sie erreichen kann.  Gemeinsam bringen Max und Mareike Menschen in Bewegung, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Mit ihrem erfolgreichen Format „Bettgeflüster“ begeistern sie Menschen auf der Bühne. So auch auf der Digital Week der Cash. am 23. Juni 2023. Weitere Informationen unter (www.maxundmareike.de

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments