Stimmen zur Wahl von Boris Johnson: Harter Brexit erwartet

Tristan Hanson, Manager des M&G (Lux) Global Target Return Fund.

„Der neue Premierminister wird versuchen, Änderungen an Theresa Mays Deal zu verhandeln. Gelingt ihm das, wird sein Ziel sein, bis zu diesem Zeitpunkt einen überarbeiteten Deal durch das Parlament zu bringen. Gelingt es ihm nicht, werden er und das Parlament damit konfrontiert sein, die gleichen Entscheidungen treffen zu müssen, wie unter der Führung von Theresa May“, so Tristan Hanson, Manager des M&G (Lux) Global Target Return Fund.

Das Risiko eines No Deal-Brexit könnte gestiegen sein, aber es gilt als sicher, dass das Parlament versuchen wird, ein solches Ergebnis zu vereiteln.

Auch die Wahrscheinlichkeit von Neuwahlen sei gestiegen., so Hanson weiter Der weitere Weg bleibe in seinen Augen also genauso unsicher und unvorhersehbar wie bisher. Letztendlich seien die Optionen die gleichen – unabhängig von den Zwischenschritten und davon, wer auch immer Premierminister ist oder welche Partei in der Regierung ist: Brexit mit oder ohne Abkommen oder in der EU bleiben.

„Interessanter könnte Johnsons Einstellung zu finanzwirtschaftlichen Impulsen und Steuern sein. Auf Basis der nur sehr eingeschränkten Informationen während seiner Kampagne, ist es wahrscheinlich, dass Johnson einen Wirtschaftsimpuls schafft – finanziert durch höhere Staatsverschuldung und niedrigere Steuern“, so Hanson weiter.

Brexit oder nicht

Der mittelfristige Ausblick für britische Staatsanleihen bei den heutigen extrem niedrigen Renditen sei bedenklich, selbst wenn die Bank of England die Zinsen senken und die geldpolitische Lockerung wieder aufnehmen sollte, zeigt sich Hanson besorgt.

Steuersenkungen und höhere Staatsausgaben seien ein Rezept für weitere Gewinne an den Aktienmärkten, aber die Kursentwicklung des Pfund Sterling und die Entwicklungen der Brexit-Verhandlungen werden eine ebenso wichtige Rolle spielen.

Es sei zu früh, um über längerfristige Folgen nachzudenken und darüber, wie sich die vielen Unsicherheiten entwickeln werden, mahnt Hanson. „Wie wir seit dem Referendum 2016 gesehen haben, können globale Entwicklungen für die zukünftige Renditeentwicklung britischer Vermögenswerte noch wichtiger sein als der Brexit“, schließt er den Kommentar.

 

Foto: M&G / Investec

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