Tokenisierte Aktien: Anleger sehen Chancen, aber auch hohe Hürden

Google Cash. bei Google als bevorzugte Quelle markieren
Tokenisierte Aktien
Bild: KI-generiert
Eine Studie zeigt Chancen und Hürden tokenisierter Aktien für professionelle Anleger - von Liquidität und Regulierung bis zur Verwahrung.

Sofortige Abwicklung und Handel rund um die Uhr machen tokenisierte Aktien für professionelle Anleger interessant. Doch fragmentierte Liquidität, unklare Regeln und offene Fragen zu Verwahrung und Anlegerrechten bremsen den Zugang. Eine globale Studie zeigt, wo die größten Hürden liegen.

Aktien einzelner börsennotierter Unternehmen sind für professionelle Anleger die attraktivste tokenisierte Anlageklasse. Sie liegen in einer globalen Studie von ST0x vor Immobilien, ETFs, Private Equity, festverzinslichen Anlagen und Rohstoffen. ST0x ist eine On-Chain-Handelsinfrastruktur für tokenisierte Wertpapiere, die von der S01 Issuer GmbH auf Grundlage eines von der FMA Liechtenstein gebilligten EWR-Basisprospekts ausgegeben werden.

Risiken bei Verwahrung und Handel

Für 14 Prozent sind fehlende rechtliche Möglichkeiten zur Durchsetzung von Ansprüchen sowie unzureichender Rechtsschutz ein Hindernis - etwa, wenn eine Plattform ausfällt oder gehackt wird. Neun Prozent verweisen auf die Komplexität von KYC-Prüfungen oder Maßnahmen zur Geldwäscheprävention.

Als größte operative Herausforderung nennen die Befragten fragmentierte Liquidität: 46 Prozent finden es schwierig, Käufer oder Verkäufer zu finden, weil sich das Handelsvolumen auf verschiedene Blockchains verteilt. Schwachstellen in Smart Contracts bereiten 26 Prozent Sorgen. Sie befürchten, dass Softwarefehler, Code-Exploits oder Hackerangriffe Liquiditätspools gefährden könnten.

[mehr-dazulesen]

Weitere Hürden sind überladene Benutzeroberflächen oder eine verwirrende Wallet-Verwaltung, die 15 Prozent nennen. 14 Prozent sehen hohe Netzwerkgebühren als Investitionshindernis. Beim Portfoliomanagement gelten schwache Sekundärmärkte für 45 Prozent als wesentliches Problem. 42 Prozent zweifeln an der Genauigkeit der Bewertungsdaten; 34 Prozent vermissen geeignete institutionelle Werkzeuge.

Offene Fragen zu Rechten und Verwahrung

Nick Magliocchetti, Director der S01 Issuer GmbH und der ST0x Group, erklärt: „Die Attraktivität tokenisierter börsennotierter Aktien liegt auf der Hand. Anleger können in bekannte, hochliquide Unternehmen investieren und zugleich von den Effizienzgewinnen der Tokenisierung profitieren. Eine breite Nutzung durch institutionelle Anleger wird jedoch davon abhängen, ob die Infrastruktur und die regulatorische Sicherheit mit der Nachfrage Schritt halten. Gegenparteien- und Verwahrrisiken, fragmentierte Liquidität und schwache Sekundärmärkte sind berechtigte Bedenken. Sie auszuräumen, wird entscheidend sein, damit tokenisierte Aktien sich von einer neuen Anlagemöglichkeit zu einem festen Bestandteil institutioneller Portfolios entwickeln können. Erfolgreich wird der Markt sein, der die Vorteile der Blockchain-Technologie mit den Schutzmechanismen, der Transparenz und der Infrastruktur auf institutionellem Niveau verbindet, die Anleger bereits erwarten.“

Bei der Prüfung tokenisierter Aktienprodukte ist für 38 Prozent der Befragten am schwierigsten festzustellen, welches Institut die zugrunde liegenden Wertpapiere verwahrt. Knapp ein Viertel (24 Prozent) hat Schwierigkeiten einzuschätzen, welche Rechte das Finanzinstrument rechtlich einräumt. 22 Prozent fragen sich, was bei einer Dividende, einem Aktiensplit oder einer Fusion geschieht. Zehn Prozent wollen wissen, welche Folgen ein Ausfall des Emittenten oder des Handelsplatzes hätte.

Weitere Artikel

Das könnte Sie auch interessieren:

Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments