Die unter 40-Jährigen zählen zu den wichtigsten Abschlussgruppen im Versicherungsmarkt. Umso kritischer ist der Blick auf ihre Empfehlungsbereitschaft. Laut der Kubus-Privatkundenstudie 2026 zeigt der „Net Promoter Score“ dieser Altersgruppe kaum noch Dynamik. Im Unterschied zu älteren Kundensegmenten bleibt der Wert weitgehend auf der Stelle stehen und liegt inzwischen deutlich unter dem Marktdurchschnitt.
Dabei handelt es sich nicht um eine offen unzufriedene Kundengruppe. Im Gegenteil: Die zentralen Leistungsversprechen der Versicherer gelten aus Sicht der Jüngeren als erfüllt. Mit einem „Net Promoter Score“ von über 30 bewerten sie die grundlegende Leistung durchaus positiv. Doch aus Zufriedenheit entsteht in dieser Altersgruppe offenbar keine stärkere Bindung.
Parallel dazu steigt die Empfehlungsbereitschaft älterer Kundinnen und Kunden. Sie entdecken digitale Angebote der Versicherer zunehmend für sich und honorieren diese Entwicklung mit besseren Bewertungen. Für die unter 40-Jährigen hingegen sind digitale Services längst Standard. Sie setzen andere Maßstäbe.
Jüngere Kundinnen und Kunden vergleichen Versicherer nicht nur innerhalb der Branche. Sie orientieren sich an Anbietern wie Neobanken, die digitale Prozesse konsequent aus Kundensicht gestalten. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Einfachheit, Geschwindigkeit und digitale Souveränität.
Positive Erlebnisse im Kontakt mit Versicherern werden dabei häufig als selbstverständlich wahrgenommen. Ein funktionierendes Kundenportal oder eine reibungslose Schadenmeldung gelten als Basisanforderung. Begeisterung entsteht erst, wenn Unternehmen spürbar Aufwand reduzieren, Prozesse antizipieren und im richtigen Moment passende Lösungen anbieten.
Emotionale Bindung und Markenpräferenz sind in dieser Lebensphase weniger stark ausgeprägt. Sie müssen aktiv aufgebaut werden. Standardisierte Kommunikation und austauschbare Serviceerlebnisse reichen dafür nicht aus.
Relevanz entscheidet über Wachstum
„Die unter 40-Jährigen sind zufrieden, aber nicht leicht zu begeistern. Wer wachsen will, muss für diese Kundengruppe relevanter werden!“, bringt Projektleiter Michael Schulte die Ergebnisse auf den Punkt.
Für Versicherer bedeutet das eine konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse dieser Altersgruppe. Es geht weniger um zusätzliche Features als um erkennbaren Mehrwert im Alltag. Prozesse müssen einfacher, schneller und vorausschauender werden.
Die Studie verweist zudem auf einen strategischen Aspekt: Das Verhalten der jungen Generation prägt erfahrungsgemäß mittelfristig auch ältere Kundensegmente. Wer die Erwartungen der unter 40-Jährigen erfüllt, legt damit zugleich die Basis für zukünftige Marktstandards.












