Abgeltungssteuer hat schlechten Ruf

Wertpapierinhaber in Deutschland sind gegenüber der für Anfang 2009 geplanten Abgeltungsteuer negativ eingestellt.
Lediglich 20 Prozent beurteilen die kommende Steuer positiv, so die Ergebnisse einer repräsentativen Studie, die TNS Infratest Finanzforschung, München, im Auftrag der Commerzbank, Frankfurt, durchgeführt hat. Lediglich bei Wertpapierbesitzern mit höherem Haushaltsnettoeinkommen und dementsprechend höherem persönlichen Steuersatz liegt die Zustimmung zur Abgeltungsteuer um fast zehn Prozent höher.

„Die Haltung der Anleger ist verständlich, denn die Chancen und Risiken der neuen Gesetzeslage sind noch zu wenig bekannt. Die Einführung der Abgeltungsteuer grundsätzlich als Nachteil zu sehen, wäre aber falsch“, erläutert Michael Mandel, Konzernleiter Privat- und Geschäftskunden bei der Commerzbank.

Eine Umschichtung ihrer bestehenden Geldanlagen planen etwa 40 Prozent der Befragten. Gemäß der Commerzbank-Studie ist zu erwarten, dass bereits investierte Gelder vor allem in Fonds sowie in die staatlich geförderte Riester-Rentenverträge umgeschichtet werden. Zu den Verlierern der Abgeltungsteuer gehören vor allem Aktien: Mehr als die Hälfte (51 Prozent) aller Depotbesitzer wollen diese reduzieren. Nahezu jeder zweite Befragte befürchtet, dass durch die neue Steuer außerdem der Aufbau einer ausreichenden Altersversorgung erschwert wird. Über 50 Prozent der befragten Depotbesitzer wollen in Folge dessen mehr in staatlich geförderte und betriebliche Altersvorsorge investieren.

Die Regelungen der Abgeltungsteuer sind auch nach Meinung der meisten Wertpapierinhaber (70 Prozent) so komplex, dass sie ein Beratungsgespräch mit einem Fachmann für wichtig bis äußerst wichtig halten. Bisher hat sich allerdings erst knapp ein Viertel der befragten Wertpapierbesitzer tatsächlich schon beraten lassen. (aks)

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