14. Juli 2019, 10:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Bank: Endlich ein Zeichen für zaghaften Optimismus?

In den letzten Jahren gab es eine Reihe von Umstrukturierungen in der Deutschen Bank, doch die jüngste, die diese Woche angekündigt wurde, macht endlich Sinn. Für ein Finanzinstitut ohne einheitliches Geschäftsmodell oder eine disziplinierte Kapitalallokation ist es ein Schritt in die richtige Richtung, unrentable Investment Banking-Aktivitäten aufzugeben und die Bank in Richtung Corporate Banking zu verlagern. Ein Kommentar von Bjorn Norrman, Investment Manager Fixed Income bei Kames Capital.

Bjorn-Norrman in Deutsche Bank: Endlich ein Zeichen für zaghaften Optimismus?

Bjorn Norrman, Investment Manager Fixed Income bei Kames Capital.

In der Tat, die finanziellen Ziele sind ehrgeizig, um es vorsichtig auszudrücken, mit viel Raum für Fehlerpotential. Die Herausforderung, die Kernerträge bis 2020 um 10% zu steigern, sollte nicht überbewertet werden, wenn man bedenkt, wie die europäischen Banken mit dem Ertragsdruck, insbesondere im „overbankten“ Deutschland, zu kämpfen haben.

Außerdem werden Wettbewerber die Schwäche der Deutschen Bank, keine Full-Service-Investmentbank mehr zu sein, zu nutzen wissen. Eine weitere große Aufgabe wird es sein, bei steigenden IT- und Compliance-Ausgaben der Banken eine Kostensenkung von 25% zu erreichen.

Trotz Problemen eine starke Position

Es spielt jedoch keine Rolle, ob die Ziele nicht vollständig erreicht werden, solange die Richtung stimmt, d.h. Kosten sinken, Altlasten abgebaut werden und die Kernumsätze zumindest halten.

Trotz aller Probleme hat die Deutsche Bank eine starke Position in den Bereichen, in denen sie sich konsolidiert – und mit neuem Fokus sollte sie positive Impulse sehen können. Zweifellos gibt es in der traurigen Geschichte dieses Finanzhauses noch weitere Kapitel zu schreiben, aber insgesamt sollte diese Umstrukturierung positiv für ältere und Tier-2-Anleihen sein, der Rest bleibt gleich.

Dennoch erhöhtes Risiko für AT1-Investoren

AT1 (Additional Tier-1 Anleihen) sind die Ausnahme und hier sind wir vorsichtiger. Die Bank hat ihr Kapitalziel von 13% CET1 (Common Equity Tier 1) auf 12,5% gegenüber einem aktuellen Bedarf von 11,8% gesenkt. Sie erwartet, dass CET1 bis 2020 auf 12,7% (derzeit 13,7%) sinkt.

Angesichts der Ausführungsrisiken, des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und regulatorischer Unsicherheiten mit Blick auf die zukünftige Entwicklung der Risikogewichtung, hat der neue Zug des Managements wenig positive Auswirkungen auf AT1-Investoren, die damit sogar eher dem erhöhten Risiko einer Schmälerung der Kupons ausgesetzt sind.

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GDV-Studie: Parkende Autos enormes Risiko für Radler und Fußgänger

Hunderte Fußgänger und Radfahrer verunglücken täglich in Deutschland – und fast jeder fünfte Fall hängt einer Studie zufolge mit parkenden Autos zusammen.

mehr ...

Immobilien

Erbbauzinsen werden trotz Corona überwiegend zuverlässig gezahlt

Rund ein Fünftel der Erbbaurechtsgeber hat aufgrund der Corona-Pandemie Zahlungsausfälle bei den gewerblichen Erbbaurechten zu verzeichnen. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Erbbaurechtsverbands hervor. Im Wohnbereich hingegen werden die Erbbauzinsen bisher zuverlässig gezahlt.

mehr ...

Investmentfonds

Hält die Fed eine weitere Überraschung bereit?

Die US-Notenbank (Fed) hat während der aktuellen Covid-19-Krise beispiellose Maßnahmen ergriffen, aber viele Marktteilnehmer fragen sich derzeit, ob sie noch einen Schritt weiter gehen und sich auf ein Zinskurvenmanagement – neben kurzfristigen sollen auch die längerfristigen Zinsen gesteuert werden – einlassen könnte. Ein Kommentar von Lidia Treiber, Director, Research, WisdomTree

mehr ...

Berater

Frauen in Führung kommunaler Firmen unterrepräsentiert

Frauen kommen in den Topetagen kommunaler Unternehmen einer Studie zufolge vor allem in den Bereichen voran, die in der Corona-Pandemie von Bedeutung sind.

mehr ...

Sachwertanlagen

Engel & Völkers Capital erweitert Vorstand

Tomasz Kalemba (37) wurde zum 1. Mai 2020 in den Vorstand der Engel & Völkers Capital AG berufen. Neben Robin Frenzel und Jörg Scheidler ist er damit das dritte Mitglied des Vorstands.

mehr ...

Recht

Erbrecht: Wann ist eine Testamentsunterschrift gültig?

Für die Unterzeichnung eines notariell errichteten Testaments genügt es, wenn der Erblasser versucht, seinen Familiennamen zu schreiben und die Unterschrift krankheitsbedingt nur aus einem Buchstaben und einer anschließenden geschlängelten Linie besteht, entschied das OLG Köln in seinem Beschluss vom 18. Mai 2020.

mehr ...