Deutsche Bank: Endlich ein Zeichen für zaghaften Optimismus?

In den letzten Jahren gab es eine Reihe von Umstrukturierungen in der Deutschen Bank, doch die jüngste, die diese Woche angekündigt wurde, macht endlich Sinn. Für ein Finanzinstitut ohne einheitliches Geschäftsmodell oder eine disziplinierte Kapitalallokation ist es ein Schritt in die richtige Richtung, unrentable Investment Banking-Aktivitäten aufzugeben und die Bank in Richtung Corporate Banking zu verlagern. Ein Kommentar von Bjorn Norrman, Investment Manager Fixed Income bei Kames Capital.

Bjorn Norrman, Investment Manager Fixed Income bei Kames Capital.

In der Tat, die finanziellen Ziele sind ehrgeizig, um es vorsichtig auszudrücken, mit viel Raum für Fehlerpotential. Die Herausforderung, die Kernerträge bis 2020 um 10% zu steigern, sollte nicht überbewertet werden, wenn man bedenkt, wie die europäischen Banken mit dem Ertragsdruck, insbesondere im „overbankten“ Deutschland, zu kämpfen haben.

Außerdem werden Wettbewerber die Schwäche der Deutschen Bank, keine Full-Service-Investmentbank mehr zu sein, zu nutzen wissen. Eine weitere große Aufgabe wird es sein, bei steigenden IT- und Compliance-Ausgaben der Banken eine Kostensenkung von 25% zu erreichen.

Trotz Problemen eine starke Position

Es spielt jedoch keine Rolle, ob die Ziele nicht vollständig erreicht werden, solange die Richtung stimmt, d.h. Kosten sinken, Altlasten abgebaut werden und die Kernumsätze zumindest halten.

Trotz aller Probleme hat die Deutsche Bank eine starke Position in den Bereichen, in denen sie sich konsolidiert – und mit neuem Fokus sollte sie positive Impulse sehen können. Zweifellos gibt es in der traurigen Geschichte dieses Finanzhauses noch weitere Kapitel zu schreiben, aber insgesamt sollte diese Umstrukturierung positiv für ältere und Tier-2-Anleihen sein, der Rest bleibt gleich.

Dennoch erhöhtes Risiko für AT1-Investoren

AT1 (Additional Tier-1 Anleihen) sind die Ausnahme und hier sind wir vorsichtiger. Die Bank hat ihr Kapitalziel von 13% CET1 (Common Equity Tier 1) auf 12,5% gegenüber einem aktuellen Bedarf von 11,8% gesenkt. Sie erwartet, dass CET1 bis 2020 auf 12,7% (derzeit 13,7%) sinkt.

Angesichts der Ausführungsrisiken, des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und regulatorischer Unsicherheiten mit Blick auf die zukünftige Entwicklung der Risikogewichtung, hat der neue Zug des Managements wenig positive Auswirkungen auf AT1-Investoren, die damit sogar eher dem erhöhten Risiko einer Schmälerung der Kupons ausgesetzt sind.

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