Makler brauchen Meinungen

Menschentrauben vor dem Apple-Store. Verkaufsstart des neuen iPhones. Die Leute stehen sich stundenlang die Füße platt. Niemand steht gern Schlange – aber Apple-Kunden tun es trotzdem. Warum, und was hat das mit Ihnen als Makler zu tun? Die Rankel-Kolumne

Bei Guiseppe, da ist heute wieder mal kein Tisch mehr frei. Erst in 14 Tagen wieder. Besser man reserviert schon ein paar Wochen vorher. Keine Chance, wenn man am Samstagabend spontan Lust auf Italienisch hat.

„In ist, wer drin ist“

Nein, da sind die Tische hart umkämpft. Eine Dame kümmert sich um die Reservierungen. Sie ist die Schwester von Guiseppe und wird umgarnt, um doch noch einen Platz freimachen zu können. Denn in der ganzen Stadt und weit über die Grenzen hinaus, erzählt man sich wie exzellent das Essen dort ist.

Ähnliches kennt man von vielen Clubs. Bewacht von superstrengen und sehr wählerischen Türstehern, stehen Partywütende stundenlang an – Das Motto: „In ist, wer drin ist.“

Auch der clevere Gitarrist, der samstags immer in der Fußgängerzone spielt, hat meist schon einiges an Kleingeld in seinem Koffer. Und als wir eine Weile zugehört haben, spenden wir lieber ein bisschen mehr, wir wollen ja nicht als knausrig oder noch schlimmer als Kulturbanausen gelten.

Aber warum? Ganz einfach, weil er ja ein gewisses Maß an Können haben MUSS, wenn da schon so viele Münzen, ja sogar Scheine im Koffer liegen. Genau wie bei Guiseppe, da MUSS es auch fantastisch schmecken, wenn er dauernd keine Tische frei hat.

Der „Das-ist-gut-Effekt“

Wir könnten auch einfach in ein nicht so gut besuchtes Restaurant gehen oder in einen Durchschnitts-Club. Genauso könnten Kunden auch auf das neue iPhone 2-3 Wochen warten, bis der erste Hype vorüber ist. Tun sie aber nicht. Wir machen stattdessen viel lieber das was alle machen.

Psychologen nennen es Konformität, Herdenverhalten oder Mitläufereffekt. Klingt alles irgendwie nicht besonders sexy. Wir sind doch schließlich alles Individualisten.

Ich nenne das deshalb den „Das-ist-gut-Effekt“: wenn es alle so machen MUSS es gut sein! Wir schätzen ab was richtig ist, indem wir schauen, was andere Menschen für richtig empfinden. Das Bedürfnis nach Sicherheit spielt hier eine große Rolle. Instinktiv wissen wir:
Wenn viele Menschen etwas tun, ist es normalerweise richtig. 

 

Seite 2: Warum Makler Meinungen brauchen

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