10. Juli 2019, 09:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Sprachassistenten: Die Stimmen der Kritiker mehren sich

“Ich teile die Befürchtungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags”, sagte Caspar zu Tagesspiegel Background Digitalisierung & KI. Probleme würden sich “aus der hohen Zahl von Fehlaktivierungen bei automatischen Sprachassistenten” ergeben. Diese führten dazu, dass Gespräche immer wieder übertragen werden, weil das System das Aktivierungswort fälschlicherweise verstehe.

Shutterstock 544461601 Alexa in Sprachassistenten: Die Stimmen der Kritiker mehren sich

“Von diesen Datenerhebungen sind ausnahmslos alle Personen im Haushalt betroffen, ohne dass die relevanten rechtlichen Vorgaben vorliegen dürften”, kritisiert Caspar. “Insbesondere dürften im Haushalt lebende Kinder kaum einwilligungsfähig sein”, betont der Datenschutzexperte.

Zugriffskontrolle und Personalisierung stehen gegen Datenschutz und Privatsphäre

Ein weiteres Problem ist aus seiner Sicht “die fehlende Zugriffskontrolle durch eine personalisierte Steuerung, mit der eine Nutzung des Sprachsystems durch dritte unbefugte Personen verhindert werden könnte”.

Hier seien technische Lösungen gefordert, die sich nach Maßgabe der Datenschutzgrundversordnung (DSGVO) “nicht zuletzt im Rahmen der Grundsätze von Privacy by Design und Privacy by Default ergeben”. Caspar fordert, nach Maßgabe des Grundsatzes der Datenminimierung “Systeme zu entwickeln, bei denen künftig eine Eingabe auf dem Gerät und nicht mehr durch Übermittlung in die Cloud erfolgt”.

Rechtsgrundlage ist zweifelhaft

In der Vergangenheit war bekannt geworden, dass eine Auswertung der gespeicherten Sprachsequenzen durch Mitarbeiter bei Amazon erfolgt. Die verschriftlichten Informationen sollen dem Unternehmen nach dazu dienen, die zugrunde liegende Künstliche Intelligenz (K)) zu trainieren:

“Erheblich zweifelhaft” sei dafür jedoch “die Rechtsgrundlage für die Auswertung und Speicherung der Daten”. Insgesamt zeige sich: “Die Lösung der Datenschutzfragen bei automatischen Sprachsystemen liegt zunächst einmal auf der Ebene des geltenden Datenschutzrechts. Insoweit ergibt sich eher ein Vollzugsproblem als ein Regelungsdefizit.”

 

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Lebensversicherungen: GDV meldet Zuwachs bei Auszahlungen

Die deutschen Lebensversicherer haben 2019 deutlich mehr an ihre Kunden ausgezahlt als ein Jahr zuvor. Auch das bei Lebensversicherern angesparte Geldvermögen legte zu, meldet der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

mehr ...

Investmentfonds

Coronakrise: HWWI-Chef plädiert für Grundeinkommen

Am 2. April war der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, Professor Dr. Henning Vöpel zu Gast auf dem Roten Sofa in der NDR-Sendung “DAS!”. Dabei sagte er dramatische wirtschaftliche Auswirkungen durch die Corona-Pandemie voraus und erläuterte seine unkonventionelle alternative Lösung zum Hilfspaket der Bundesregierung. 

mehr ...

Berater

Sucht: Aus der Bodenlosigkeit die Kontrolle zurückgewinnen

Suchtproblematik am Arbeitsplatz – klingelt da was bei Ihnen? Dann lesen Sie unbedingt weiter! Die Fürstenberg-Kolumne mit Mareike Fell

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT schließt institutionellen US-Fonds und investiert erneut in Boston

Die BVT Unternehmensgruppe, München, hat über ihre Kapitalverwaltungsgesellschaft Derigo für den von ihr verwalteten geschlossenen Spezialfonds BVT Residential USA 12 die dritte Investition vorgenommen. Ein Nachfolge-Spezialfonds ist geplant.

mehr ...

Recht

Neuer Mieterschutz in Kraft: Wie Sie durch die Krise kommen

Ab heute gilt für Mieterinnen und Mieter, die durch finanzielle Einschnitte in besonderem Maße von der Corona-Krise betroffen sind, ein erweiterter Kündigungsschutz. Es ist aber für Betroffene laut GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen weitere Unterstützung nötig.

mehr ...