Was Frauen gegen Altersarmut tun können

Nadine Kostka von der Finanzberatung Sommese gibt zehn Tipps für Frauen, um gezielt gegen Altersarmut vorzubeugen.

Nadine Kostka

„Viele Frauen, die heute noch im Berufsleben stehen, sind geradezu entsetzt, wenn sie erfahren, dass die gesetzliche Rente für Frauen in Deutschland im Durchschnitt knapp 713 Euro ausmacht“, so Kostka. Dieser Betrag liege deutlich unter der Armutsgrenze für Rentner bei 995 Euro netto pro Monat. Im Schnitt bekämen Frauen damit rund 26 Prozent weniger gesetzliche Rente als Männer.

Für Kostka liegen die Gründe auf der Hand: „Frauen nehmen sich weitaus häufiger Auszeiten für die Familie und Pflege von nahen Angehörigen. Erwerbsunterbrechungen wirken sich aber negativ auf die Rentenansprüche aus“. Zudem arbeiteten Frauen häufig in schlechter bezahlten Berufen – nach der Geburt der Kinder in vielen Fällen in Teilzeit. Und oft würden auch die Folgen einer eventuellen Scheidung auf die eigene Altersversorgung nicht bedacht.

So sieht Kostkas Zehn-Punkte-Plan gegen Altersarmut von Frauen aus:

Tipp Nr. 1: Wichtige Finanzfragen sollte man vor der Hochzeit in einem Ehevertrag regeln.

Tipp Nr. 2: Idealerweise einigen sich die Ehepartner von Anfang an darauf, sich nach der Geburt der Kinder die Elternzeit zu teilen. In diesem Fall muss keiner längere Zeit aus seinem Job aussteigen.

Tipp Nr. 3: Frauen sollten möglichst früh anfangen, eigene Rentenansprüche zu erwerben und nach Möglichkeit versuchen, längere Erwerbsunterbrechungen zu vermeiden.

Tipp Nr. 4: Keine falsche Bescheidenheit bei Gehaltsverhandlungen. Höhere Einkommen machen sich später bei der Rente bemerkbar.

Tipp Nr. 5: Vorsicht bei der Wahl der Steuerklasse. Vom sogenannten Ehegattensplitting profitiert das Ehepaar zwar in Form von Steuervorteilen (sofern ein deutliches Gefälle zwischen den Einkommen der Ehepartner besteht), im Fall einer Scheidung ist die Frau aber oft benachteiligt.

Tipp Nr. 6: Wird ein Riester-Vertrag abgeschlossen, sollten die Kinder im Vertrag der Mutter stehen.

Tipp Nr. 7: Wertpapierdepots und Immobilien sowie mögliche andere Vermögenswerte sollten auf beide Ehepartner lauten.

Tipp Nr. 8: Frauen sollten ihre Rentenansprüche ab und zu prüfen lassen, um abschätzen zu können, mit welchen Leistungen sie im Ruhestand rechnen dürfen, bzw. wo eventuell noch eine zusätzliche private Altersversorgung notwendig erscheint.

Tipp Nr. 9: Frauen sollten gedanklich den „Worst Case“ durchplanen. Wie würde sich ihre finanzielle Situation im Fall einer Scheidung darstellen?

Tipp Nr. 10: Frauen sollten frühzeitig beginnen, eine private Altersversorgung aufzubauen. Ein Aktiensparplan kann schon mit einem vergleichsweise geringen monatlichen Betrag eingerichtet werden. Zu empfehlen sind entweder Fonds- oder ETF-Sparpläne. (kb)

Foto: Sommese

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