Commerzbank übernimmt Comdirect im zweiten Anlauf

Nachdem die Commerzbank mit der geplanten Komplettübernahme ihrer Online-Tochter Comdirect im ersten Anlauf gescheitert war, erreicht sie nun auf anderem Wege ihr Ziel. Das Finanzinstitut erwirbt ein Aktienpaket des institutionellen Anlegers Petrus Advisers und kommt damit auf mehr als 90 Prozent. Das hat die Commerzbank am Freitag in Frankfurt mitgeteilt.

Die Online-Tochter soll nun zügig in die Commerzbank integriert werden. 

Über den Kaufpreis wurde demnach Stillschweigen vereinbart. Die erforderliche Mehrheit für einen verschmelzungsrechtlichen Squeeze-out (Herausdrängen der Minderheitsaktionäre) sei erreicht, heißt es. Die Comdirect-Aktionäre sollen eine Barabfindung für ihre Aktien erhalten.

Der Aktienkurs des MDax-Konzerns konnte seine anfänglichen Verluste nach Bekanntgabe der Komplettübernahme am Freitag in einem insgesamt schwächeren Markt nicht ausgleichen. Der Comdirect-Kurs dagegen verließ die Verlustzone mit einem kleinen Plus von zuletzt rund einem halben Prozent.

Beim ersten Übernahmeversuch Mitte Dezember hatten nicht genügend Comdirect-Aktionäre ihre Papiere angedient. Commerzbank-Chef Martin Zielke hatte daraufhin bereits angekündigt, einen anderen Weg zu gehen.

Erhebliche Synergien

Die Commerzbank hatte bei ihrer ersten Offerte für jede Comdirect-Aktie 11,44 Euro geboten und damit 25 Prozent auf den vorherigen Kurs draufgelegt. Allerdings war der Comdirect-Kurs daraufhin zeitweise auf mehr als 13,50 Euro gestiegen. Investor Petrus Advisers hatte die Offerte damals schon als zu niedrig bezeichnet und allen Minderheitsaktionären empfohlen, das Angebot nicht anzunehmen. Der Finanzinvestor hielt eigenen Angaben zufolge zuletzt 7,5 Prozent an Comdirect.

Die Online-Tochter soll nun zügig in die Commerzbank integriert werden, um erhebliche Synergien zu erzielen. Dabei bringe die Comdirect ihre Digitalkompetenz mit ein, Comdirect-Kunden profitierten künftig vom Filialnetz der Mutter. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance 

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