7. Januar 2020, 08:37
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Private Equity erreicht Allzeithoch an der Börse

Aktien von Private Equity-Unternehmen haben im Jahr 2019 eine Rendite eingebracht wie kaum eine andere Anlageklasse. Das zeigt der LPX Composite TR des Researchhauses LPX Group.

Investitionsquote-private-equity in Private Equity erreicht Allzeithoch an der Börse

Nach einem Plus von 45 Prozent im Jahresverlauf markierte der LPX Composite TR, der börsengelistete Private Equity-Firmen abbildet, kurz vor Weihnachten ein neues Allzeithoch. Auf Sicht von 10 Jahren ist der Index sogar um 324 Prozent gestiegen. Und auch im Jahr 2020 dürfte die Anlageklasse Listed Private Equity (LPE) weiter zulegen, prognostiziert Michel Degosciu, Gründer und CEO des Researchhauses LPX Group.

„Die Private Equity-Häuser haben zahlreiche Exits zu guten Preisen realisieren können – etwa über Börsengänge und Verkäufe. Davon haben auch ihre Anteilseigner profitiert. Ich rechne damit, dass die Investoren auch im Jahr 2020 bei Unternehmensverkäufen gute Preise erzielen und ihre Aktionäre daran teilhaben lassen.“

Wichtige IPOs der letzten Jahre

Zu den wichtigsten Börsengängen in den letzten Jahren zählte etwa derjenige von RHI Magnesita, dem Weltmarktführer im Feuerfestbereich. Aufsehenerregende Exits legten Private Equity-Häuser auch beim Verkauf von Jack’s Family Restaurants in den USA oder dem Nuklearmedizin-Unternehmen Advanced Accelerator hin. Aber auch der Börsengang des Private Equity-Hauses EQT hat sich gelohnt: seit dem Bösen Debüt am 24. September 2019 hat der Kurs um über 60 Prozent zugelegt.

Wertteiber Börsengänge

Börsengänge und Unternehmensverkäufe sind ein wesentlicher Werttreiber für LPE-Firmen – besonders, wenn sie ihre Beteiligungen zu Preisen oberhalb des Buchwerts veräußern. Das ist im vergangenen Jahr vielen Investmenthäusern gelungen. Hinzu kommt, dass die LPE-Unternehmen an der Börse derzeit zu Abschlägen auf den Buchwert ihrer Beteiligungen von im Schnitt rund 8 Prozent gehandelt werden. Notiert ein LPE-Unternehmen unterhalb des Buchwerts, verkauft aber eine Beteiligung oberhalb des Buchwerts, kann der positive Effekt auf den Börsenwert umso größer ausfallen.

Zudem haben die Investmentfirmen ihre Aktionäre an den erfolgreichen Verkäufen teilhaben lassen. „Private Equity-Häuser haben 2019 in großem Umfang eigene Aktien zurückgekauft. Zudem haben sie die Exits für großzügige Dividendenzahlungen genutzt“, erklärt Degosciu.

Perspektiven für 2020

Der Experte rechnet damit, dass die Hochkonjunktur von Börsengängen und Unternehmensverkäufen im Jahr 2020 anhält. Zudem werde das Niedrigzinsumfeld für ein weiteres Wachstum der Anlagegelder im aussichtsreichen Private Equity-Markt sorgen. Anleger sollten jedoch darauf achten, in Sektoren zu investieren, deren Bewertungen noch moderat seien, rät Degosciu:

„Die Aktien der Managementfirmen von Private Equity-Fonds sind schon sehr sportlich bewertet. Für sie wird es schwierig, die Preise mit entsprechendem Gewinnwachstum zu rechtfertigen. Unterbewertet sind hingegen Value-Investments im Buyout-Bereich.“ 

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