Experte: „Die nächste Pandemie wird wahrscheinlich von einem Computervirus ausgelöst“

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Experte wertet den jüngsten Angriff auf die Impfstoffdaten von Biontech/Pfizer als „Vorbote einer neuen Cybercrime-Welle“

„Während die ganze Welt noch im Fieber eines biologischen Virus taumelt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die nächste Pandemie von einem Computervirus ausgelöst wird“, sagt der Datensicherheitsexperte Detlef Schmuck, Geschäftsführer des Hamburger Datendienstleisters TeamDrive GmbH.

Der jüngste Cyberangriff auf die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA, bei dem offenbar Zulassungsdokumente für den Impfstoff von Biontech/Pfizer entwendet wurden, sei „nur der Vorbote einer neuen Cybercrime-Welle“, befürchtet der TeamDrive-Chef. Als Vorbeugung empfiehlt er der Wirtschaft sensible Daten durchgängig Ende-zu-Ende zu verschlüsseln, mit doppelter verschlüsselter Datenspeicherung sowohl in der Cloud als auch auf Rechnern im Betrieb. Zusätzlich sollte sich jedes Unternehmen gegen Cyberrisiken versichern.

Daten sind wichtigstes Betriebsvermögen

„Die Daten stellen für die meisten Unternehmen in unserer digitalen Welt das wichtigste Betriebsvermögen dar“, sagt Detlef Schmuck: „Die Firmen sind daher gut beraten, alle Anstrengungen zu unternehmen, ihre Daten maximal zu schützen.“ Ausgefallene Rechner ließen sich wieder in Gang bringen, Speicher wiederherstellen und getrennte Netzwerke erneut verbinden, „aber wenn wichtige Betriebsinformationen einmal in fremde Hände geraten sind, ist der Schaden nicht wieder gut zu machen“, gibt Schmuck zu bedenken.

Ebenso folgenschwer sei ein Datenverlust: „Ohne Datenbestand ist die gesamte IT sinnlos und das Unternehmen konkursreif“, warnt der Datensicherheitsexperte nicht ganz uneigennützig. Seine Firma TeamDrive bietet unter www.teamdrive.de einen Hochsicherheitsdatendienst an, der Duplikate aller Daten auf den Rechnern im Netzwerk in der Cloud speichert und zudem automatisch regelmäßige Backups durchführt.

Dabei werden die Daten durchweg Ende-zu-Ende verschlüsselt, so dass selbst bei einem Datendiebstahl die gestohlenen Informationen nicht entschlüsselt werden können und dadurch für den Dieb wertlos sind. Detlef Schmuck erklärt: „Eine Cyberversicherung ist dringend angeraten, um die Kosten im Fall der Fälle abzusichern. Aber sie kann das Geschehene nicht rückgängig machen.

Zudem ist beim Abschluss einer Cyberversicherung ohnehin zu klären, wie gut der Datenschutz im Betrieb aufgestellt ist. Daher ergänzen sich Cyberversicherung und Datenschutz ideal. Übrigens auch ohne IT-Pandemie, weil schon ein bloßer Hackerangriff für das einzelne Unternehmen zur Katastrophe führen kann, wenn man darauf unvorbereitet ist.“

IT-Pandemie ist das zweitgrößte Sicherheitsrisiko für die Weltwirtschaft

Der TeamDrive-Chef verweist auf ein schon 2015 vom Bundesnachrichtendienst als geheime Verschlusssache „VS-Geheim“ klassifiziertes Planungsdokument, das nur durch die Snowden-Enthüllungen bekannt wurde.

Dort heißt es: Cyber-Angriffe stellen durch mögliche Informationsabflüsse aus Staat und Wirtschaft, Beeinflussung, Störung oder Schädigung von Informations-‚ Kommunikations- oder Steuerungssystemen im öffentlichen wie im privaten Bereich hohes Bedrohungspotenzial dar und gefährden Deutschland als führendes Hochtechnologieland und wichtigen Wirtschaftsstandort. Mit den Cyber-Aufrüstungen zahlreicher Länder, darunter China und Russland, sowie krimineller und terroristischer Akteure haben die Bedrohungen deutlich an Professionalität und Quantität zugenommen. Das unaufhaltsam wachsende „Internet der Dinge“ wirkt verstärkend. Unscheinbare Dinge des täglichen Gebrauchs, wie zum Beispiel fernsteuerbare Glühlampen oder Internet-Fernseher, können plötzlich von einem Cyber-Angreifer „übernommen“ und zu digitalen Waffen umfunktioniert werden, und dies von jedem beliebigen Winkel des Erdballs aus.

Detlef Schmuck kommentiert: „Weitsichtiger könnte man die Gefahren einer künftigen digitalen Pandemie auch heute kaum beschreiben.“ Er gibt zu bedenken, dass das World Economic Forum in seinem „Global Risk Report 2020“ Cybercrime als das zweitgrößte Sicherheitsrisiko für die Weltwirtschaft bis zum Jahr 2030 bezeichnet hat.

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