EU plant schöne neue Digital-Welt

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Die EU-Kommission hat Grundzüge für eine europäische digitale Identität (EUid) vorgeschlagen, die allen Bürgern, Einwohnern und Unternehmen zur Verfügung stehen wird.

Die neue Verordnung sieht vor, dass die Mitgliedstaaten dazu „digitale Brieftaschen“ zur Verfügung stellen, in denen die Identität mit den Nachweisen anderer persönlicher Attribute wie Führerschein oder Bankkonto verknüpft ist.

„Fälschungssichere digitale Identität ist Grundvoraussetzung“

„Eine fälschungssichere digitale Identität ist die Grundvoraussetzung, für die Teilnahme am modernen, digitalgeprägten Leben. Sie können nicht erst das Post-Ident-Verfahren bemühen, wenn Sie kurzfristig per Lieferdrohne vom Supermarkt eine vergessene Milch gebracht bekommen wollen“, urteilt Digitalexperte Guido Zimmermann vom LBBW Research in Stuttgart in einer ersten Einschätzung.

In Zukunft werde nicht nur jede natürliche Person, sondern auch jedes Objekt eine digitale Identität haben. „Und auch die Einführung des digitalen Impfpasses, an dem die EU gerade arbeitet, erfordert einen sicheren Identitätsnachweis. Allerdings wird der Impfausweis gerade zum Lackmus-Test, ob das Europa der 27 überhaupt und auch schnell genug Digitalisierungsprojekte vorantreiben kann.“

Digitaler Euro steht in den Startlöchern

Mit großer Spannung blickt Zimmermann deshalb auf das nächste digitale Mammutprojekt, dass die EU-Kommission bereits im kommenden Monat ankündigen dürfte: Die Einführung des digitalen Euro. Der Analyst begleitet die Diskussionen bereits seit vielen Jahren.

„Der Digi-Euro schafft nicht das Bargeld ab, sondern erweitert die Eurowährung. Für die Verbraucher, die bereits seit Jahren via Online-Banking elektronisch und damit digital bezahlen, wird sich gefühlt im Alltag erst einmal gar nichts ändern. Technisch gesehen ist der Unterschied zu bisherigen Zahlungsverkehrslösungen aber gewaltig, den Europa hier vollzieht. Vollziehen muss, denn die monetäre Souveränität muss auch in digitaler Art und Weise gegenüber außereuropäischen Anbietern – sei es Zentralbanken wie der von China, sei es von möglichen Angeboten großer Tech-Konzerne – gewahrt bleiben. Bei der Planung und Einführung darf deshalb nichts schiefgehen“, betont Guido Zimmermann.

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