Kryptowährungen: Was Ether Anlegern bieten kann

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Seit sich Kryptowährungen zu einem Trend-Investment entwickelt haben, ist Bitcoin permanent in den Medien präsent. Andere Digitalwährungen finden dagegen kaum Beachtung. Dabei bietet nach Meinung von Jason Guthrie, Head of Digital Assets bei Wisdom Tree, auch Ether akttraktive Anlagechancen.

Die Erwartungen an Kryptowährungen haben sich zu einem spannenden Thema entwickelt, sowohl für Marktteilnehmer als auch Beobachter und Presse. Obwohl der Markt für Kryptowährungen vor Kurzem nach einer Reihe negativer Nachrichten Rückschläge erlebte, gibt es auch positive Signale. Über Bitcoin (BTC) wurde bereits viel berichtet – eine interessante Möglichkeit für Investoren könnte aber zunehmend Ether (ETH) sein.

Neues Allzeithoch von Ether

Am 12. Mai 2021 verzeichnete Ether ein neues Allzeithoch. Damit einher gingen Fragen von Investoren, ob die Dynamik von Dauer sein würde und ob sie das digitale Asset in ihr Portfolio aufnehmen sollten. Trotz des ausgebremsten Momentums durch die jüngsten Abverkäufe gibt es viele positive Punkte. Zwar ist bei Kryptowährungen jede Kursentwicklung kompliziert, ich möchte jedoch versuchen, dies in einen Kontext zu stellen und die wichtigsten Treiber von Ether zu umreißen.

Ether, die native Kryptowährung des Ethereum-Netzwerks, ist eine Kryptowährung wie Bitcoin, weist auf der Ebene des Netzwerks aber grundlegende Unterschiede auf. Dadurch ergeben sich äußerst unterschiedliche Anwendungsfälle. Bei Bitcoin handelt es sich primär um ein Wertaufbewahrungsmittel, was auf seine fest begrenzte Menge zurückzuführen ist. Außerdem wird es als Layer-1-Lösung für die globale Zahlungsinfrastruktur betrachtet. Daher kommt auch die Analogie zum digitalen Gold.

Hintergründe zu Ether

Ether wird verwendet, um das Ethereum-Netzwerk „anzutreiben“. Bei diesem handelt es sich um eine dezentralisierte Softwareplattform, die auf die Ausführung von kompiliertem Computercode – bekannt als Smart Contracts – ausgelegt ist. Diese Smart Contracts können zur Automatisierung einer Vielzahl von Funktionen genutzt werden – vom sehr einfachen Wertaustausch über Versicherungsverträge bis hin zu dezentralisierten Börsen, die alle über das dezentralisierte Ethereum-Netzwerk laufen. Die Komplexität der Smart Contracts bestimmt die Transaktionsgebühren (die sogenannten „gas fees“), die in Ether berechnet werden.

Auf diese Weise ist der Ether-Preis ein Faktor der erwarteten Menge und Komplexität von Transaktionen auf dem Netzwerk sowie des potenziellen Werts verschiedener Anwendungen, die auf den Ethereum-Smart-Contracts aufbauen – wenn die Transaktionen über einen hohen wirtschaftlichen Wert verfügen, besteht die Bereitschaft, mehr für Transaktionen zu bezahlen. Daneben hat sich Ether unter den Kryptowährungen zu einem gewissen Grad den Status als „sichere Anlage“ erworben. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es sich dabei um die zweitgrößte Kryptowährung handelt, die Nachfrage sehr beständig ist und die Mengenexpansion, obwohl nicht fix, sehr vorhersehbar und im Vergleich zu Fiat-Währungsstandards nach 2008 relativ moderat ist.

Was hat in den letzten Monaten also zu einem so großen Interesse an Ether geführt?

  1. Aufregung um ETH 2.0

Es herrscht in diesem Bereich aktuell sehr viel Aufregung um die vorgeschlagenen künftigen Weiterentwicklungen des Ethereum-Netzwerks, die weithin als nächster großer Schritt des Ökosystems betrachtet werden. Es sind weitreichende Veränderungen geplant. Bei den beiden wichtigsten Entwicklungen handelt es sich einerseits um die Umstellung des Konsensmechanismus von Proof of Work (POW) auf Proof of Stake (POS) und andererseits um die Entwicklung von „Layer-2“-Lösungen zur Unterstützung der Netzwerkskalierung. Es wird spekuliert, dass diese Veränderungen dazu beitragen werden, die Nutzung des Ethereum-Netzwerks zu erhöhen und mehr Nutzer und Projekte auf die Plattform zu bringen. 

Außerdem wird mit dem möglichen Umstieg auf POS auf eine heftige Debatte im Krypto-Bereich eingegangen: den Energieverbrauch. POS ist sehr viel weniger energieintensiv als POW. Deshalb wird teilweise spekuliert, dass dies der zunehmenden Nutzung der Plattform Rückenwind verleihen wird.

  1. Entwicklungen im Bereich Decentralized Finance (DeFi)

Eine der innovativsten Bereitstellungen der Smart Contracts ist das schnelle Wachstum von DeFi, zu dem es hauptsächlich auf dem Ethereum-Netzwerk gekommen ist. Dabei wird dezentralisierte Technologie zur Automatisierung der Wertübertragung genutzt, eine Rolle, die bis dato von großen Institutionen übernommen wird und äußerst profitabel ist. Es gibt DeFi-Produkte, die auf die Verdrängung von Börsen, eine Revolutionierung der Kreditvergabe, eine Innovation der Anleiheemission usw. abzielen. Die Projekte LINK und Uniswap DeFi auf Ethereum verzeichnen beispielsweise hohe Kapitalzuflüsse und weisen riesiges Potenzial auf. Wenn Ethereum seine Dominanz in diesem Bereich aufrechterhalten kann, dürfte dies die Nachfrage nach Ether weiter fördern. 

  1. Zyklische Abwanderung aus Bitcoin, wenn die Kurse seitwärts tendieren

Bitcoin ist immer noch die am weitesten verbreitete Kryptowährung. Seine Bull Runs erreichen große Aufmerksamkeit in den Medien und es ist mit Abstand der stärkste Markteintrittspunkt für neues Geld. Es ist jedoch allgemein bekannt, dass Marktschwankungen zyklisch verlaufen. Wenn Bitcoin also die Luft ausgeht, realisieren die Investoren häufig ihre Gewinne und investieren anderweitig. Ether ist häufig die nächste Wahl.

Dabei handelt es sich um kein neues Phänomen. Krypto-Experten, die die Entwicklung beobachten, sprechen davon, dass der Markt einem Trend von BTC zu ETH, dann zu Altcoins mit hoher Marktkapitalisierung und DeFi und schließlich zu Projekten mit sehr geringer Marktkapitalisierung folgt. Dieses Muster ließ sich 2017 auf dem Markt beobachten und es kommt heute möglicherweise zu einer ähnlichen Entwicklung.

Gleichwohl verlaufen solche Trends nie linear. Die jüngsten Abverkäufe dienen als Erinnerung, dass jede Anlage auf risikoadjustierte Weise zu tätigen ist. Die Zukunft sieht für Kryptowährungen gut aus, den genauen Weg zu enträtseln, den sie im Rahmen ihrer Einführung einschlagen werden, ist jedoch fast unmöglich. Aus diesem Grund stellen digitale Assets derzeit einen Nischen-, aber wachsenden Teil innerhalb von Portfolios dar, deren Allokationen sich auf hochwertige Krypto-Assets verteilen.

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