Deutsche Hypo erwartet keine neue Immobilienblase

Die Erholung der internationalen Immobilien-Investmentmärkte im ersten Halbjahr 2010 deutet auf einen verhaltenen Aufschwung hin. Von einem erneuten Boom ist indes nicht auszugehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Deutsche Hypothekenbank (Deutsche Hypo), heute vorgestellt hat.

blase bubbleIn dem Bericht werden die Entwicklungen und Veränderungen der vergangenen Dekade auf dem Immobilien-Investmentmarkt aufgezeigt. Demnach hat sich der Einfluss der Kapitalmärkte auf die Immobilienwirtschaft in diesem Zeitraum bedeutend erhöht. Die Deutsche Hypo hat in ihrer Analyse die Trends analysiert, die zu dieser Entwicklung geführt haben. Dazu zählt die Immobilienbank globalisierte Märkte, erhöhte Transparenz, einen Anstieg der Marktteilnehmer sowie deren zunehmende Professionalisierung.

Weiterhin habe, so die Analysten, ein deutlich höheres Angebot an mittelbaren Immobilienanlagealternativen zu der gestiegenen Verzahnung von Immobilien- und Kapitalmärkten beigetragen. Dieses gäbe Anlegern die Möglichkeit, in Immobilien zu investieren, ohne dabei über viel Kapital verfügen zu müssen. Zu diesen Anlagealternativen zählt die Deutsche Hypo neben den offenen Immobilienfonds, Real Estate Investment Trusts (REITs) und Verbriefungen. Damit haben sich Immobilien neben Aktien, Renten und Rohstoffen zu einer weiteren Assetklasse entwickelt, die primär Cash Flow produzieren soll und jederzeit gegen andere Vermögenswerte ausgetauscht werden kann, so die Studie.

Als grundsätzliche Voraussetzung für die Entwicklung der Asset-Klasse Immobilien habe sich die enorme Ausdehnung der im Umlauf befindlichen Geldmenge als Folge einer expansiven Geldpolitik der Zentralbanken erwiesen. So entwickelte sich die globale Liquidität in den vergangenen 20 Jahren in Relation zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt weit überproportional, was zu einem Überschuss an globaler Liquidität geführt hat. Diese Überschussliquidität führte nicht zu einem Anstieg der Verbraucherpreise, sondern zu einer Vermögenspreisinflation mit entsprechenden Auswirkungen auf die Immobilienmärkte, heißt es in der Untersuchung.

Für die Immobilienmärkte bedeutete der vermehrte Markteintritt neuer Akteure mit teilweise anderen Geschäftsmodellen einen enormen Anstieg der Wettbewerbsintensität. International agierende, opportunistisch ausgerichtete Investoren mit einem eher kurzfristigen Anlagehorizont erkannten die Attraktivität insbesondere des deutschen Immobilienmarktes. So wurden „buy and hold“-Strategien der Deutschen Hypo zufolge zunehmend durch „buy and manage“- und „buy and sell“-Strategien ergänzt.

Seite 2: Rückkehr zum langfristigen Anlageverhalten

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