28. Juni 2010, 15:29
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Marktanalyse: Osteuropa vor dem Wachstums-Comeback?

Die Unternehmensberatung Arthur D. Little sieht die mittel- und osteuropäischen Staaten back on track in Sachen Konjunkturaufschwung. Zweistellige Wachstumsraten wird es so schnell allerdings nicht mehr wieder geben, so die Einschätzung der Experten.

Kreml-moskau in Marktanalyse: Osteuropa vor dem Wachstums-Comeback?

Kreml, Moskau

Die Untersuchung beruht neben der Analyse umfassender Wirtschaftsdaten vor allem auf ausführlichen Interviews mit den Osteuropa-Verantwortlichen führender Konsumgüter-Hersteller wie Beiersdorf, Danone, Heineken, Henkel, Kraft Foods und Mars.

Das zentrale Ergebnis der Studie: Die Wirtschaftskrise hat den Osten Europas anfangs hart getroffen, volkswirtschaftliche Indikatoren und Prognosen lassen allerdings erwarten, dass das Wachstum bereits 2010/2011 in Osteuropa wieder anziehen wird. Dazu tragen unter anderem die über 150 Milliarden Euro bei, die bis 2013 aus dem europäischen Struktur- und Kohäsionsfonds in die Region fließen und indirekt auch den Konsum ankurbeln werden.

Allerdings: „Ein Selbstläufer wird der leichte Konsum-Aufschwung für Unternehmen, die auf die Märkte Osteuropas fokussieren, nicht“, so Wilhelm Lerner, Leiter des Geschäftsbereichs Strategy & Organization bei Arthur D. Little. „Es bedarf differenzierter Marktstrategien, die die starken Unterschiede der einzelnen Märkte berücksichtigen, um in den Konsumgütermärkten Osteuropas langfristig erfolgreich zu sein.“

Insgesamt bewerten die befragten Osteuropa-Verantwortlichen das Wachstumspotenzial der osteuropäischen Konsumgütermärkte positiv. „Was das Einkommen pro Kopf oder auch die Produktivität betrifft, sind Länder wie Polen, Tschechien und die Slowakei fast weiter als Portugal“, sagt etwa Nico Nusmeier, Chef von Heineken Osteuropa.

Auch Günter Thumser, President Henkel Osteuropa, schätzt die Entwicklung positiv ein: „In ein, zwei Jahren werden wir mit Sicherheit wieder sehr schöne Wachstumsraten sehen. Allerdings nicht mehr zehn Prozent Wachstum, was ja auch überzogen und nicht real war.“

Foto: Shutterstock

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