Anzeige
22. Januar 2010, 12:16
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Probleme in Griechenland? Es geht um ganz Euroland!

Die Halver-Kolumne

Ist etwas unverständlich, sagt man in Deutschland: „Das kommt mir Spanisch vor.“ Das britische Gegenstück lautet: „It’s all Greek to me“. Und genau das beschreibt die Situation in Griechenland. Dort ähnelt die Finanzpolitik den Irrfahrten des Odysseus.

Robert-Halver- -B Rse-204 240-127x150 in Probleme in Griechenland? Es geht um ganz Euroland!

Cash.-Kolumnist Robert Halver

Zu lange hat man mit statistischer Kosmetik die wahren Probleme verdeckt und damit auch die Adoption von Onkel Aristoteles aus Athen durch die Euro-Familie beschleunigt. Aktuell ohne Schminke fällt dieser Onkel aber weniger als Adonis auf, denn das Ausmaß des Budgetdefizits hat mit Schönheit nichts zu tun.

Die Finanzmärkte als feinfühlige Familienbeobachter reagieren darauf nicht nur mit hohen Ausfallprämien für griechische Staatsanleihen. Für sie steht schlicht und ergreifend der gesamte europäische Stabilitätspakt unter Beobachtung. Denn sie vertreten die klare Meinung, dass die Euro-Familie insgesamt nur so stabil sein kann wie ihr schwächstes Mitglied.

Die aktuelle Schwäche des Familienjuwels Euro ist ein eindeutiges Indiz. Dieser Druck der Finanzmärkte auf Euroland wird solange anhalten und sogar noch weiter zunehmen, bis eine Lösung für den griechischen Onkel gefunden ist. Diejenigen, die die Lösung in seiner Verbannung aus der Familie sehen, öffnen damit die Büchse der Pandora. Denn nach Onkel Aristoteles würden die Märkte – ähnlich wie Spechte, die das Holz im Wald permanent bearbeiten – wohl versuchen, auch Tante Esmeralda und Onkel Patrick, wenn nicht sogar das Familienurgestein Opa Francesco heraus zu ekeln.

Nicht zurück in die Steinzeit

Die Gefahr wäre real, dass zum Schluss Little Euroland gegenüber dem großen US-Bruder, der dem Euro-Stabilitätspakt nicht unbedingt mit viel Herzblut begegnet, keine Konkurrenzveranstaltung bieten kann. Die auf üppige Liquiditätsschwemme setzende US-Wirtschaftsdoktrin mit der Konsequenz unsolider Blasenbildungen sowie Inflationierung hätte freie Bahn. Es sei hier daran erinnert, dass in den letzten Jahren mehr Bundesbank-Sachlichkeit und weniger Fed-Euphorie für die Finanzwelt gesünder gewesen wären.

Übrigens sollte auch kein Familienmitglied dem vermeintlich süßen Reiz einer Exit-Strategie in der Hoffnung erliegen, sich dann über Währungsabwertung seiner Probleme nach alter Vätersitte zu entledigen. Dieser Rückfall in die finanzpolitische Steinzeit müsste mit einer explosionsartigen Aufwertung der nationalen Euro-Schulden und wegen Vertrauensverlusts mit massiven Zinserhöhungen bezahlt werden.

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Jeden vierten Tag ein neues Fintech

Die Fintech-Szene in Deutschland wächst weiter – und sammelt so viel Risikokapital ein wie noch nie. 793 Startups aus dem Finanzbereich gibt es aktuell. Mit 778 Millionen Euro haben sie in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 bereits mehr Venture Capital eingesammelt als im gesamten Jahr 2017 mit 713 Millionen Euro. Und das Tempo der Neugründungen hält weiter an, bestätigt eine Fintech-Studie von Comdirect.

mehr ...

Immobilien

Trendwende oder nur ein Ausreißer? Darlehenshöhe wieder rückläufig

Die Nachfrage nach Baufinanzierungen ist anhaltend hoch. Nach den Ergebnissen des Dr. Klein Trendindikators ist die durchschnittliche Kredithöhe im Monat September leicht gesunken. Die Standardrate für ein Darlehen erreichte den niedrigsten Wert seit März 2017. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, kommentiert die Ergebnisse.

mehr ...

Investmentfonds

Zweijährige US-Staatsanleihen erreichen Zehnjahres-Hoch

US-Anleihen haben diese Woche ein neues Rendite-Hoch erreicht. Das hat mindestens zwei Ursachen. Damit gibt es für US-Anleger wieder eine sichere Alternative zu den Aktienmärkten, die kein Verzicht auf Renditen bedeutet. Für deutsche Anleger sind US-Anleihen aber keine lohnende Anlage.

mehr ...
18.10.2018

Aufstieg der ETFs

Berater

JDC bietet Webinare zur neuen DIN-Norm in der Finanzberatung

Die neue DIN 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” ersetzt die bisherige DIN SPEC 77222. Die neue Norm nimmt sich, wie ihr SPEC-Vorläufer, die Basisanalyse der Finanzen von Privathaushalten vor. Jung, DMS & Cie. bietet deshalb Webinare für Vertriebspartner an, um auf die neue DIN-Norm zu schulen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...