22. Dezember 2011, 12:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Börse: Chancen bei japanischen Aktien

Erdbeben, Tsunami, Kernschmelze: Das Jahr 2011 hätte für Japans Wirtschaft kaum katastrophaler verlaufen können. Die Aussichten am japanischen Aktienmarkt für das Jahr 2012 halten Börsenkenner für umso besser.

Japan-Aktien attraktivSo sagt etwa Shogo Maeda, Leiter japanische Aktien beim britischen Vermögensverwalter Schroders: „Nach einem ausgesprochen turbulenten Jahr für Japan sind wir zum Jahresauftakt 2012 bestrebt, die attraktiven Bewertungen auszunutzen. Wir sind zuversichtlich, dass einige der international wettbewerbsfähigen Branchen des Landes im Jahr 2012 ins Rampenlicht treten und positive Erträge für die Aktionäre erwirtschaften werden.“

Günstig wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr

2011 sei ein ausgesprochen schwieriges Jahr für den Inselstaat gewesen, besonders gravierend die Folgen des verheerenden Erdbebens im März: “Vor der Katastrophe bot der japanische Aktienmarkt noch attraktive Erträge. Niemand konnte ahnen, dass sich der Markt nach einem Erdbeben einem Niveau annähern würde, das zuletzt vor 30 Jahren verzeichnet wurde.”

Damit fallen die Bewertungen so niedrig aus wie seit Jahrzehnten nicht mehr, die kurzfristige Wirtschaftsdynamik nimmt nach Einschätzung von Marktexperten zu und die öffentlichen Ausgaben sind noch auf Jahre hoch.

Einbahstraße zum Erfolg?

Maeda ist sich sicher, dass “viele Faktoren derzeit nahelegen, dass es nur noch aufwärts gehen kann”. Der Markt befinde sich auf dem tiefsten Stand seit mehreren Jahrzehnten, die Bewertungen seien daher äußerst günstig, die kurzfristige Wirtschaftsdynamik zeigten nach oben und die Staatsausgaben würden in den nächsten Jahren steigen. „Zudem werden die Versorgungsprobleme allmählich behoben, während die Produktionssteigerungen und Staatsausgaben 2012 für Auftrieb sorgen sollten”, so Maeda.

Weitere Wachstumschancen: Die Folgen des Erdbebens, darunter der Anstieg der Energiepreise und der Steuern, werden die Verlagerung japanischer Unternehmen ins Ausland beschleunigen. In den vergangenen zehn Jahren haben sie ihre Investitionen innerhalb des Landes reduziert und stattdessen immer stärker in ihre Auslandsaktivitäten investiert. Mit Erfolg, wie Maeda weiß: Über ein Viertel der Gewinne der großen Industriekonzerne stammte 2010 aus dem Asiengeschäft. Eine große Anzahl an Unternehmen expandiert mittlerweile in die rasch wachsenden Schwellenmärkte, insbesondere China und Südostasien.

Den Chancen stehen jedoch ebenfalls einige Unsicherheitsfaktoren auf makroökonomischer Ebene gegenüber: die politische Entwicklung des Landes, die Kernkraft, der Yen und die Weltwirtschaft. (mr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Über ein Drittel kann die Garantieverpflichtungen nicht erfüllen

Bei 30 von 84 Lebensversicherern reichen die 2018 (2017: 39) erwirtschafteten Erträge aus der Kapitalanlage nicht aus, um die Garantieverpflichtungen zu erfüllen und die gesetzlich vorgeschriebene Reserve zu bedienen. Diese Unternehmen müssen dafür Erträge aus Risiko und Verwaltung in die Rechnung einbeziehen. Das zeigt die Policen Direkt-Analyse der aktuell veröffentlichten Zahlen zur Mindestzuführungsverordnung.

mehr ...

Immobilien

Betriebskostenabrechnung: 5 Tipps für Vermieter

Heizung, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung, Versicherungen, Gebäudereinigung, Verwaltungskosten, Leerstand und mehr: Was ist umlagefähig, was nicht? Vor dieser Frage stehen Eigentümer von Mietimmobilien spätestens dann, wenn sie die jährliche Betriebskostenabrechnung erstellen und bestimmte Mindestanforderungen beachten müssen. Gerade Vermieter von kleineren Immobilien, die diese selbst verwalten, werden dabei vor einige Herausforderungen gestellt. Der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler fasst daher zusammen, was zu einer rechtssicheren und ordnungsgemäßen Betriebskostenabrechnung gehört.

mehr ...

Investmentfonds

Deutschland auf einem guten Weg zum “Krypto-Heaven”

Die Beschlussempfehlung des Finanzausschusses nach der gestrigen Sitzung schafft Klarheit zu einigen Fragen, die seit Veröffentlichung der Referenten- und Regierungsentwürfe diskutiert worden waren. Der Finanzausschuss spricht sich für eine Streichung des viel diskutierten „Trennungsgebots“ aus, wonach das Kryptoverwahrgeschäft und andere regulierte Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen nicht aus der gleichen rechtlichen Einheit heraus angeboten werden könnten.

mehr ...

Berater

Was Frauen gegen Altersarmut tun können

Nadine Kostka von der Finanzberatung Sommese gibt zehn Tipps für Frauen, um gezielt gegen Altersarmut vorzubeugen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marvest startet drittes Crowdinvesting-Projekt

Die auf den maritimen Sektor spezialisierte Online-Plattform Marvest hat ihr drittes Projekt für Investoren veröffentlicht. Die Anleger können über eine “Schwarmfinanzierung” in ein Darlehen für einen Mehrzweckfrachter investieren. 

mehr ...

Recht

Blitzer-Urteil: Messungen von privaten Dienstleistern sind rechtswidrig

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat in einer Grundsatzentscheidung bestätigt, dass Verkehrsüberwachungen durch private Dienstleister gesetzeswidrig sind und auf einer solchen Grundlage keine Bußgeldbescheide erlassen werden dürfen (Beschluss vom 6.11.2019, Az. 2 Ss-OWi 942/19).

mehr ...