„Teuer verkaufen, günstig nachkaufen“

Der Chef der Fondsgesellschaft Sparinvest, Volker Grüneke, erklärt seine Strategie, um die Depots von Anlegern optimal auszurichten.

Volker Grüneke, Sparinvest
Volker Grüneke, Sparinvest
Cash.: Was empfehlen Sie Fondsanlegern zum Start ins neue Jahr?

Grüneke: Grundsätzlich sollten Anleger regelmäßig, also mindestens einmal im Jahr ihre Asset Allocation überprüfen – vorzugsweise sollte das natürlich ihr Finanzberater machen. Die Zusammenstellung des eigenen Portfolios passt vielleicht nicht mehr zum Anlageziel und zum eigenen Risikoprofi l. In turbulenten Zeiten gilt dies umso mehr. Um die Balance der verschiedenen Anlageklassen wiederherzustellen, müssen Anleger und Berater korrigieren. Allerdings sind einige Regeln zu beachten, denn zu häufiges Ausbalancieren kann Transaktionskosten verursachen, die den erzielbaren Mehrwert übersteigen.

Cash.: Sie empfehlen als Strategie, auf unterbewertete Anlagen zu setzen?

Grüneke: Ja, beim sogenannten Rebalancing werden Anlageklassen wie Aktien oder Renten, deren Wert gestiegen ist, verkauft und andere, die im Preis gefallen sind, gekauft. Auf lange Sicht erweist sich dies als eine kluge Strategie für den Werterhalt und Renditesteigerung der Anlage.

Cash.: Was kommt unter dem Strich heraus?

Grüneke: Wir haben errechnet, dass Investoren in einem Portfolio mit 50 Prozent internationalen Aktien, 35 Prozent Staatsanleihen und 15 Prozent High-Yield-Rentenpapieren ein jährliches Renditeplus von 0,5 Prozent erreichen können. Anleger tun also gut daran, ihre Portfolios regelmäßig zu überprüfen. Bei einer langfristigen Anlage etwa für die Altersvorsorge führt bereits dieser vermeintlich überschaubare Vorteil zu deutlich besseren Ergebnissen. Außerdem vermeiden Anleger somit auch einen typischen Mechanismus der Börse: Zahlreiche Investoren kaufen, wenn die Kurse steigen, und verkaufen, wenn sie fallen.

Cash.: Wie schätzen Sie als Value-Investor den Börsenverlauf der vergangenen Monate ein?

Grüneke: Aktien sind derzeit so günstig bewertet wie selten zuvor. Dabei ist ihre Qualität oftmals hoch, da viele Unternehmen nach der Krise ihre Bilanzen gestärkt und Verbindlichkeiten reduziert haben. Nun stehen sie solider da als noch vor den Turbulenzen. Käme es zu einer erneuten Rezession, sollten diese Unternehmen eigentlich solide genug aufgestellt sein, um sie zu überstehen.

Das Gespräch führte Marc Radke.

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