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12. Januar 2012, 13:18
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„World‘s End“

Wir verdanken dem Schriftsteller T. C. Boyle nicht nur einen Bestseller mit obigem Titel, sondern auch die vorbildhafte Lässigkeit, das Ende der Welt von der entspannten Seite zu nehmen. Lässigkeit, die uns schmerzlich fehlt.

Naumer

Gastkommentar: Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors

So orakelte die IWF-Chefin Christine Lagarde über eine mögliche „Eskalation der Krise“, gemeint war die EU-Schuldenkrise, gegen die niemand immun sei. Der frisch gekürte EZB-Chef Mario Draghi warnte gar vor einer Bankenkrise. Interessant dabei ist, dass die Fundamente dieser Welt besser zu sein scheinen, als die Stimmung an den Kapitalmärkten dies vermuten lässt.

Beispiel USA: Neben dem Immobilienmarkt entwickelte sich der private Konsum zuletzt sehr solide. Begünstigt nicht nur durch eine wieder gesunkene Sparquote, die aber für US-amerikanische Verhältnisse mit über drei Prozent immer noch deutlich höher ist als vor dem Ausbruch der Finanzmarktkrise, sondern auch durch temporäre Steuererleichterungen. Hinzu kommt: Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gehen seit ihrem Höchstwert im Sommer 2009 im Trend zurück, so dass sich die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt verbesserte. Ein erneutes Eintauchen in die Rezession („Double Dip“) dürfte den Vereinigten Staaten daher erspart bleiben.

Beispiel Deutschland: Der Ifo-Konjunkturklimaindex ist zweimal in Folge gestiegen und in Deutschland erweist sich die Industrieproduktion als sehr robust. In China hat sich der Einkaufsmanager wieder nach oben gekämpft. Ein Konjunkturboom lässt sich daraus nicht ableiten, aber das Risiko eines harten Aufschlags der Konjunktur kann ausgeschlossen werden. Weltende sieht anders aus.

Sicher: Die bekannten Probleme wie die EU-Schuldenkrise bleiben. Dabei zeigen die Risikoprämien auf den Anleihemärkten und die Bewertungen im Bankensektor, die deutlich unter den Buchwerten auf historisch niedrigen Niveaus liegen, dass schon viele Risiken in den Kursen eingepreist sind.

Auch im kommenden Jahr dürfte also gelten: Weltuntergänge kamen bisher noch immer später als prognostiziert – Mayakalender hin oder her. Für diesen endet ja 2012 auch nur ein weiterer 400-Jahreszyklus. Weltuntergänge kamen bisher noch immer später als prognostiziert, meint Ihr Hans-Jörg Naumer.

Hans-Jörg Naumer schreibt als Kolumnist im Cash.-Magazin über aktuelle Themen der Kapitalmärkte. Naumer ist seit 2000 Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Allianz Global Investors KAG (AGI), Frankfurt.

Foto: Allianz GI

2 Kommentare

  1. PS: Jetzt weiß ich nicht, ob ich den Link vergessen habe oder das Posten von Links hier nicht möglich ist.

    Hier nochmal der Link ohne www:
    zeit.de/2007/17/Natur-T_C_Boyle

    Kommentar von Holger Reichard — 12. Januar 2012 @ 15:04

  2. Lieber Herr Naumer, ich glaube, da interpretieren Sie die Lässigkeit von T.C. Boyle falsch. Lässig ist er, aber nicht was die Zukunftsaussichten betrifft. Ich empfehle folgendes Essay von Boyle, das 2007 in der ZEIT veröffentlicht worden ist.

    Kommentar von Holger Reichard — 12. Januar 2012 @ 15:01

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