Risikogewichteter Anleihefonds von Aquila Capital

Der Hamburger Vermögensverwalter Aquila Capital will der Nachfrage institutioneller Investoren nach festverzinslichen Anlagen mit einem entsprechend konstruierten Produkt begegnen.

Michael Montag, Aquila

Im zweiten Quartal 2013 will Aquila Capital erstmals eine risikoparitätisch gemanagte Anleihestrategie lancieren. Analog zu den klassischen Risk-Parity-Fonds, die Aquila Capital seit Jahren umsetzt, soll in vier miteinander unkorrelierte Anleihesegmente investiert werden: Staats- und Unternehmensanleihen, Emerging Markets und Inflation-linked Bonds. Diese werden unter Risikogesichtspunkten gleichgewichtet, um ein optimal diversifiziertes Anleiheportfolio zu erreichen.

Aquila: Instis wollen Corporate Bonds

Der Produktlaunch ist eng mit den Ergebnissen einer Studie von TNS Infratest im Auftrag von Aquila Capital verknüpft, wonach institutionelle Investoren in Europa den Anteil von Unternehmensanleihen im Portfolio deutlich erhöhen wollen. Knapp 40 Prozent der in Staatsanleihen investierten institutionellen Anleger geben an, zukünftig mehr Unternehmensanleihen erwerben zu wollen. Von den Investoren, die bereits in Unternehmensanleihen investiert sind, planen 42 Prozent, den Anteil an diesem Anleihesegment weiter auszubauen. Jeder fünfte institutionelle Investor in Europa plant, den Anteil von Staatsanleihen am Portfolio in den nächsten Monaten abzubauen. „Die Studienergebnisse belegen deutlich die Unzufriedenheit institutioneller Investoren mit dem Ertragsprofil von Staatsanleihen. Staatspapiere werden zunehmend in Unternehmensanleihen umgeschichtet. Den höheren Renditechancen von Corporate Bonds stehen aber deutlich größere Risiken gegenüber. Um erfolgreich an den Bondmärkten zu agieren, wird es zukünftig umso mehr auf Diversifikation und die stärkere Fokussierung auf die Risikokomponente ankommen“, sagt Michael Montag, Managing Director bei Aquila Capital.Die Befragung wurde in Deutschland, der Schweiz, Spanien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Großbritannien und Skandinavien durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 255 Investoren aus den Sektoren Banken/Kreditinstitute, Versicherungen, Stiftungen sowie der öffentlichen Hand daran.

In engem Zusammenhang zur geplanten Allokationsveränderung steht die Einschätzung der zukünftigen Renditeaussichten bei Staatspapieren und Unternehmensanleihen. Die Hälfte der in Staatsanleihen investierten Anleger in Europa geht von einer zukünftig positiven Entwicklung von Unternehmensanleihen aus. Ebenfalls 50 Prozent glauben, dass sich Staatspapiere negativ entwickeln werden. Spiegelbildlich sind mehr als die Hälfte der Investoren in Unternehmensanleihen von positiven Renditeaussichten bei Corporate Bonds überzeugt.

Im europäischen Vergleich zeigt die Studie deutliche Unterschiede, was die Reduzierung des Staatsanleihen-Anteils am Portfolio betrifft. Während in Spanien und Großbritannien nur 4 Prozent der Befragten planen, sich von Papieren staatlicher Emittenten zu trennen, geben dies in Skandinavien 36 Prozent und in der Schweiz sogar 48 Prozent an.

Mit Blick auf die europäische Staatsschuldenkrise verdeutlicht die Studie die Heimatbezogenheit (Home Bias) institutioneller Investoren bei Staatsanleihen. Insbesondere Investoren aus den südeuropäischen Krisenländern schätzen die eigenen Staatstitel deutlich vertrauensvoller ein als Investoren der anderen Länder. So würden derzeit 84 Prozent der italienischen Investoren Papiere des eigenen Landes kaufen. In Spanien vertrauen 68 Prozent der heimischen Investoren spanischen Staatsanleihen. (fm)

Foto: Aquila

 

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