Gold hinterlässt Schleifspur bei Rohstoff-Produkten

Das weltweit in ETPs auf Rohstoffe verwaltete Vermögen ist 2013 um 78 Milliarden auf 122 Milliarden US-Dollar gesunken. Für diese Entwicklung waren hauptsächlich der Einbruch des Goldpreises und die Mittelabflüsse aus Gold-ETPs verantwortlich. Das meldet ETF Securities, weltweiter Anbieter von Exchange Traded Products.

Schlechte Goldnotierungen ließen 2013 Exchange Traded Products leiden.

Der Rückgang des in Gold-ETPs verwalteten Vermögens machte 91 Prozent des gesamten Rückgangs bei allen Rohstoff-ETPs aus. Abflüsse aus ETPs auf alle anderen Rohstoffe waren dagegen nur für weniger als ein Prozent des Rückgangs verantwortlich, so ETF Securities. Dies zeigt, dass die Investoren Rohstoffe – abgesehen von Gold – im Jahr 2013 insgesamt in etwa ausgeglichen nachgefragt haben.

Einbruch des Goldpreises

„Der Hauptgrund für den starken Rückgang des verwalteten Vermögens in Rohstoff-ETPs liegt im deutlichen Einbruch des Goldpreises und in den massiven Verkäufen bei Gold-ETPs. Abgesehen von Gold waren die Mittelabflüsse bei Rohstoff-ETP relativ niedrig. ETPs auf Rohstoffe, die stark von der Industrie nachgefragt werden, wie zum Beispiel Platin und Silber, konnten deutliche Zuflüsse verzeichnen. Bei ETPs auf Öl und Erdgas waren Mittelzuflüsse zu beobachten, während die Preise fielen.

Im Zuge von deutlichen Kursgewinnen flossen hingegen Mittel aus den Produkten ab. Taktische Investoren haben hier die Schwankungen für gezielte Käufe am unteren und Verkäufe am oberen Rand der jeweiligen Preisspanne genutzt. Die Mittelflüsse bei den Agrarrohstoffen waren sehr unterschiedlich. Fallende Preise von Kaffee, Mais und Weizen führten zu Mittelzuflüssen. Breite Agrarrohstoffkörbe haben hingegen Abflüsse verbucht“, sagt Nicholas Brooks, Leiter Research und Investmentstrategie bei ETF Securities.

Quo vadis Rohstoffmärkte

Die Entwicklung auf den Rohstoffmärkten 2014 werde stark vom makroökonomischen Umfeld abhängen. Wenn sich die spürbare Erholung der Weltwirtschaft fortsetzt, würden eher andere Rohstoffe als Gold profitieren.

In den Preisen zahlreicher Rohstoffe sei bereits die Erwartung deutlicher Überschüsse auf den jeweiligen Märkten eingepreist. Ein starker Nachfrageanstieg zusammen mit Enttäuschungen auf der Angebotsseite werden unserer Ansicht nach die Preise unterstützen und zu einer verstärkten Investorennachfrage führen, so Brooks weiter.

Gold als Krisenwährung

Gold nehme die Funktion einer Wild Card ein. Der Goldpreis und die spekulative Nettopositionierung an den Terminmärkten spiegelten mittlerweile die weit verbreitete pessimistische Aussicht für das Edelmetall wider. Diese beruhe auf der Erwartung, dass die Zinsen weltweit steigen und der US-Dollar gestützt von der amerikanischen Wirtschaft stark bleibt.

Wenn dieses Szenario aber nicht eintrifft, werde der Goldpreis voraussichtlich zulegen. Denn Gold gehöre zu den besten Absicherungen für den Fall, dass die wirtschaftliche Erholung in den USA ins Stocken gerät, argumentiert ETF-Securities-Analyst.

Foto: Shutterstock.com

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