Anzeige
28. Mai 2015, 10:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anlagechancen bei Fremdwährungsanleihen

Für Christian Bender, Fondsmanager bei Hansainvest, ist der jüngste Rückschlag an den Rentenmärkten eine gesunde Korrektur.

Bonds-Anleihen in Anlagechancen bei Fremdwährungsanleihen

Bonds in Schwellenländern erfordern einen differenzierten Blick.

“Im April waren die Renditen für langlaufende deutsche Bundesanleihen fast auf den Nullpunkt gesunken”, erläutert der Experte der Hamburger Kapitalverwaltungsgesellschaft Hansainvest Hanseatische Investment-GmbH. “Damit fehlten einfach die Kaufanreize, was den Markt anfällig für Korrekturen machte.”

Mittlerweile habe sich das Chance-Risiko-Verhältnis wieder verbessert. Für den weiteren Jahresverlauf erwartet Bender eine volatile Seitwärtsbewegung, die taktische Anlagechancen eröffnet. Im Währungsbereich sollte sich die Notiz des US-Dollars stabilisieren.

Sorglosigkeit des Marktes ist passé

“Die starken Ausschläge der vergangenen Wochen haben den Investoren verdeutlicht, dass Anleihekurse nicht nur steigen können. Die vorherrschende Sorglosigkeit der Marktteilnehmer gehört damit vorerst der Vergangenheit an”, kommentiert Christian Bender. Der jüngste Zinsanstieg habe aber auch gute Seiten: “Es ist wieder Leben in den Markt gekommen, segmenttypische Risiken sind wieder stärker eingepreist. Da auch Unternehmens- und Peripherieanleihen aktuell höhere endfällige Renditen abwerfen, werden sich bei der erwarteten Seitwärtsbewegung immer wieder interessante Einstiegschancen ergeben”, ergänzt der Portfoliomanager.

Bender schließt Engagements im US-Dollar in diese Einschätzung ein, auch wenn die amerikanische Leitwährung in den zurückliegenden Wochen vorübergehend nachgab. “Im ausklingenden Winter verabschiedeten sich einige Anleger vom Dollar, weil US-Konjunkturdaten enttäuschten. Zudem deutete Notenbankchefin Janet Yellen an, dass die mehrheitlich für diesen Sommer erwartete Anhebung der Leitzinsen noch etwas länger auf sich warten lassen könnte, was den Dollar zusätzlich unter Druck brachte.”

US-Dollar birgt wieder Fantasie

Vorangegangen war allerdings ein noch viel stärkerer Kursanstieg des Greenback in den Monaten zuvor, sodass die entsprechenden Positionen von Anlegern aus dem Euroraum weiterhin komfortabel im Plus notieren. Im Portfolio seines Fonds hatte Bender einen Teil seiner Dollar-Positionen rechtzeitig abgesichert. “Auf dem aktuellen Niveau spricht vieles für eine Stabilisierung der US-Währung”. Bender kann sich vorstellen, dass die US-Währung zum Jahresende den Umrechnungskurs von 1,10 Euro erfolgreich verteidigt.

Für US-Rententitel gibt es mehr als im Euroraum

“Das Renditeniveau von US-Rententiteln liegt weiterhin signifikant höher als das im Euroraum, was den Dollar stützt”, so der Fondsmanager. Ein weiterer Grund: Bei den zuletzt dürftigen Konjunkturdaten aus Nordamerika handelt es sich zunächst einmal um eine Momentaufnahme. Der harte Winter hatte die Wirtschaftsaktivität beeinträchtigt. Gleichzeitig kämpfte die zuvor boomende Fracking-Industrie mit dem – offenbar vorerst beendeten – Ölpreisverfall.

“Ziehen Wachstum und Inflation neuerlich an, müsste die Fed handeln”, schlussfolgert Bender. Eine erste Leitzinsanhebung würde in diesem Fall vermutlich noch 2015 erfolgen. Das Jahr 2016 wird dagegen im Zeichen des Wahlkampfs für die US-Präsidentschaftswahlen stehen, die dann im November 2016 stattfinden.

Differenzierter Blick auf die Schwellenländer

US-Dollar-Anlagen waren im Hansa International zuletzt mit etwa 35 Prozent gewichtet. Neben den Euro-Anlagen bilden sie weiterhin den Kernbestandteil des Portfolios. Hinzu kommen in geringerem Umfang Rentenpapiere aus Hartwährungsländern wie Großbritannien, Norwegen und Neuseeland, die in den zurückliegenden Monaten gute Zinserträge und auch Währungsgewinne einbrachten. Keinen einheitlichen Trend sieht Bender bei Rentenpapieren aus Schwellenländern. Einige Volkswirtschaften kämpften mit hausgemachten Problemen. So litten die Märkte in Brasilien und zeitweise auch in der Türkei unter innenpolitischen Störfeuern.

“Die überaus hohen Zinskupons in diesen Staaten federten die währungsseitigen Schwankungen jedoch teilweise ab oder kompensierten diese sogar vollständig. Beruhigen sich die Spannungen, erscheinen auch stärkere Kurs- und Währungszuwächse realistisch”, erklärt Bender.

Vorsicht bei Südafrika-Anleihen

Größere Zurückhaltung sei jedoch bei südafrikanischen Anleihen angebracht. “Hier droht eine Herabstufung in den Non-Investmentgrade-Bereich, was naturgemäß Verkäufe institutioneller Investoren auslösen würde.” Großen Teilen des Emerging Market-Segments komme andererseits zugute, dass es sich stärker am US-Dollar als am Euro orientiert und dass sich der Ölpreis spürbar stabilisiert. Schwellenländer-Bonds waren im Hansa International zuletzt mit knapp elf Prozent enthalten, erfüllten also die Funktion einer Portfolio-Beimischung.

Positiver Renditebeitrag durch die meisten Schwellenländer

“Insgesamt leisteten die Rentenpapiere der aufstrebenden Nationen im bisherigen Jahresverlauf einen positiven Beitrag zur Wertentwicklung im Portfolio”, hebt der Fondsmanager hervor. Die aktuellen Bewegungen an den Kapitalmärkten sind für ihn auch ein Beleg dafür, dass Rententitel in fremden Währungen gemischte Anleiheportfolios wirkungsvoll diversifizieren und attraktive Erträge generieren können. In den vergangenen zwölf Monaten erzielte der Fonds eine Wertentwicklung von 11,9 Prozent. (fm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Warum das “Bitcoin-Urteil” so bedeutsam ist

In einem aktuellen Urteil des Kammergerichts Berlin zum Bitcoinhandel  werden der Finanzaufsicht BaFin Grenzen aufgezeigt. Für den AfW hat das Urteil noch in einem ganz anderen Zusammenhang Relevanz.

mehr ...

Immobilien

BVT bringt Spezial-AIF auf US-Immobilien

Die Münchner BVT setzt die Fondsreihe mit Investitionen im US-Mietwohnungsmarkt mit einem weiteren Spezial-AIF fort. Der Fonds beteiligt sich an Joint-Venture Gesellschaften, welche Projektentwicklungen im Bereich Multi-Family Residential im Class-A-Segment durchführen.

mehr ...

Investmentfonds

Aufstieg der ETFs

Exchange Traded Funds (ETF) werden bei den Deutschen immer beliebter. Das in ETFs verwaltete Kapital ist in zehn Jahren um über 560 Prozent gestiegen. Doch noch immer ist die Investitionsquote in Deutschland insgesamt sehr gering.

mehr ...

Berater

Kfz: Was nützt der günstigste Tarif, wenn das Risiko nicht abgedeckt ist

Das Kfz-Wechselgeschäft gewinnt an Fahrt. Zum 30. November können viele Kfz-Halter ihr Kfz-Versicherungen fristgerecht zum ablaufenden Kalenderjahr kündigen, um nach einem günstigeren Angebot zu suchen. Die Auswahl ist groß. Verbraucher sollten sich daher Zeit für einen Vergleich nehmen und die Leistungen genau anschauen. Denn die Unterschiede sind deutlich.

 

mehr ...

Sachwertanlagen

Elfter Publikumsfonds von Patrizia

Die Patrizia Immobilien AG, der globale Partner für pan-europäische Immobilien-Investments, baut das Angebot an Immobilien-Publikumsfonds weiter planmäßig aus. Die Tochtergesellschaft Patrizia GrundInvest legt bereits den elften Publikumsfonds auf und macht Anlegern erstmals den Berliner Immobilienmarkt zugänglich. Mit dem neuen Patrizia GrundInvest Berlin Landsberger Allee können Anleger in ein gemischt genutztes Gebäudeensemble im attraktiven Berliner Immobilienmarkt investieren.

mehr ...

Recht

Wohin mit Nachbars Laub? Ab über die Hecke!

Der Indian Summer begeistert mit rot-, gold- und braungefärbten Blättern. Doch wenn die Laubmassen zusammengekehrt und entsorgt werden müssen, kommt schnell mal schlechte Laune auf – besonders, wenn es sich Nachbars Laubgut handelt. Muss man sich darum kümmern?

mehr ...